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Umfrage an Grundschulen: So wenig achten Deutschlands Lehrer auf Rechtschreibung
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Wie Grundschüler am besten Rechtschreibung lernen, ist umstritten. Nun zeigt eine Studie: An den meisten Schulen zählt die korrekte Schreibweise in den ersten Jahren kaum - und es kommt auch aufs Bundesland an.

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unky 13.09.2017, 12:05
30. Der bessere Lösungsansatz?

Zitat von lebenheute
Liebe Leser(innen), zunächst - ich bin Grundschullehrerin und unterrichte mit einer Anlauttabelle - und das erfolgreich. Allerdings werden die Kinder, die das Prinzip verstanden haben umgehend auf die richtige Schreibung hingewiesen. Das kann nach 2 Wochen im ersten Schuljahr sein oder erst später. Das ist klar und auch die Voraussetzung für den Erfolg. Meine Elternschaft ist demgegenüber immer positiv eingestellt! Dennoch muss ich mich kritisch äußern hinsichtlich der Leserschaft hier. Jeder meint es besser zu wissen. Aber wer hat einen besseren Lösungsansatz? Jeder war in der Schule - aber leider ist man deswegen kein Lehrer. Vielleicht sollten sich viele Eltern mehr Zeit nehmen für ihre Kinder und diese unterstützen? Zudem sich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Die Kinder heutzutage sind überladen und haben kaum noch Zeit sich tiefer mit etwas zu beschäftigen. Vielleicht gehört dazu auch die Rechtschreibung! Viele rennen von Termin zu Termin und haben keine Ruhe. Und bitte, wer sich über die Rechtschreibung der Kinder beschwert, sollte auch mal den eigenen Kommentar danach überprüfen!
Hier ist er:
1. Das Alphabet lernen
2. Buchstabieren lernen
3. Silben bilden
4. Üben, üben, üben - und zwar im Deutschunterricht. (Gern dafür die Zeit nutzen die mit "Events" aller Art jede Woche in der Schule vertrödelt wird.)
5. Bei allen schriftlichen Arbeiten in allen Fächern die Rechtschreibung beachten.

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frietz 13.09.2017, 12:08
31.

Zitat von lebenheute
Liebe Leser(innen), zunächst - ich bin Grundschullehrerin und unterrichte mit einer Anlauttabelle - und das erfolgreich. Allerdings werden die Kinder, die das Prinzip verstanden haben umgehend auf die richtige Schreibung hingewiesen. Das kann nach 2 Wochen im ersten Schuljahr sein oder erst später. Das ist klar und auch die Voraussetzung für den Erfolg. Meine Elternschaft ist demgegenüber immer positiv eingestellt! Dennoch muss ich mich kritisch äußern hinsichtlich der Leserschaft hier. Jeder meint es besser zu wissen. Aber wer hat einen besseren Lösungsansatz? Jeder war in der Schule - aber leider ist man deswegen kein Lehrer. Vielleicht sollten sich viele Eltern mehr Zeit nehmen für ihre Kinder und diese unterstützen? Zudem sich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Die Kinder heutzutage sind überladen und haben kaum noch Zeit sich tiefer mit etwas zu beschäftigen. Vielleicht gehört dazu auch die Rechtschreibung! Viele rennen von Termin zu Termin und haben keine Ruhe. Und bitte, wer sich über die Rechtschreibung der Kinder beschwert, sollte auch mal den eigenen Kommentar danach überprüfen!
Lösung: Rechtschreibung unterliegt REGELN. diese gehören den Kindern VON BEGINN AN vermittelt. Schreiben nach Gehör ist mit der größte Blödsinn, den sich jemand ausdenken konnte. Stellen sie sich das doch einmal für Mathe vor. Rechnen eben nicht nach Regeln. Dann ist 2 mal 2 eben nicht 4, sondern 5, beim anderen Schüler 7.
Gehen sie mal aufs Land, wo noch richtig Dialekt GESPROCHEN wird. Da können sie dann mal versuchen, die Aufsätze zu entschlüsseln, wenn es nach Schreiben nach Gehör geht.

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grabenkaempfer 13.09.2017, 12:08
32.

Schreiben nach Gehör und die Idiotie in den Medien alles mögliche als Filmchen zu präsentieren sorgt für Analphabetismus.
Schlimmer ist zusätzlich das man selbst kaum noch unterscheiden kann was richtig und falsch ist.

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Attlila 13.09.2017, 12:08
33. Schreiben nach Gehör...

... ist eine absolute Katastrophe! Einmal falsch Gelerntes zu korrigieren ist später sehr schwer und nur mit viel Widerstand zu vermitteln. Versucht man als Eltern die korrekte Schreibweise seinen Kindern bei Hausaufgaben beizubringen lehnen die Kinder dies ab da ja in der Schule das so richtig ist. Einfach nur dumm und lebensferne Realität was da vermittelt wird.

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weltgedanke 13.09.2017, 12:09
34.

Ich rege mich auch unentwegt über orthografische Experimente auf, die mittlerweile quer durch die Gesellschaft passieren. Aber der Fairness halber muss man sagen: Die Hypothese verdiente es, geprüft zu werden. Es war nicht ausgeschlossen, dass Kinder über die Reichen-Methodik einen einfacheren Zugang zur Schriftsprache finden.

Nachdem nun aber klar ist, dass das Vorgehen in viele kleine Katastrophen mündet und zudem die Kinder am stärksten benachteiligt, die zu Hause niemanden haben, der es ihnen richtig zeigen kann, gehört die Methode schnellstmöglich bundesweit begraben. Auch die Anlauttabelle gehört auf Nimmerwiedersehen ins Archiv der abgeschlossenen Experimente.

Die scheint zwar erst einmal eine gute Idee, aber für das I steht dort zum Beispiel ein Igel drauf. Die Kinder prägen sich ein, der Buchstabe I entspricht dem langgesprochenen I. Und sie schreiben "Libe" statt "Liebe". Dabei ist das einzeln stehende I in den seltensten Fällen lang gesprochen, der Igel ist das völlig falsche Wort. Man könnte fast denken, Herr Reichen wollte die deutsche Sprache reformieren, ohne überhaupt eine Gespür dafür zu haben.

Das Fazit ist immer wieder, dass es in Katastrophen endet, wenn man Legasthenikern helfen will, indem man die Rechtschreibung weichspült. Schon die Rechtschreibreform aus den Neunzigerjahren war ein fast kompletter Fehlschlag, um das mal höflich auszudrücken, und es spricht für sich, dass sie mittlerweile immer mehr zurückgenommen wird.

Bei Konstrukten wie "Ich habe den Reifen voll gepumpt.", die durch die erste Fassung der neuen Rechtschreibung die einzig richtige Lösung waren, kann man selbste heute nur noch den Kopf schütteln.

Ich appelliere an alle Grundschullehrer, konsequent den langfristigen Lernerfolg in den Vordergrund zu stellen und dabei zu berücksichtigen, dass einmal geschaffene neuronale Verbindungen im Gehirn viel schwerer wieder zu ändern sind, als wenn sie gleich richtig angelegt werden.

Lassen Sie uns unseren Kindern die Rechtschreibung von Anfang an richtig beibringen.

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mostly_harmless 13.09.2017, 12:11
35.

Zitat von lebenheute
Liebe Leser(innen), zunächst - ich bin Grundschullehrerin und unterrichte mit einer Anlauttabelle - und das erfolgreich. [...] Dennoch muss ich mich kritisch äußern hinsichtlich der Leserschaft hier. Jeder meint es besser zu wissen. Aber wer hat einen besseren Lösungsansatz? Jeder war in der Schule - aber leider ist man deswegen kein Lehrer. [...]Die Kinder heutzutage sind überladen und haben kaum noch Zeit sich tiefer mit etwas zu beschäftigen. Vielleicht gehört dazu auch die Rechtschreibung! Viele rennen von Termin zu Termin und haben keine Ruhe.
Ich hätt da mal ein paar Fragen bzw. Anmerkungen:
- Woran erkennen Sie, dass Sie erfolgreich unterrichten?
- Das bessere System der Vermittlung der deutschen Sprache existiert. Und wurde über Jahrzehnte an deutschen Grundschulen unterrichtet. Der Nachweis wurde über die im Artkel genannten Zahlen zu der Anzahl Fehler pro hundert Worte erbracht.
- Mit was sind die Kinder "überladen"? Was für Termine sind das, zu denen sie hetzen?

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RalfWenzel 13.09.2017, 12:11
36. (Zunächst) frustfrei ist nicht gut!

Rot-Grüne Bildungs- und Erziehungspolitik geht den Weg des geringeren Widerstandes: Keine Noten bis Klasse 7 (wie in HH an den Stadtteilschulen), Rechtschreibung nach Reichen - unsere Schulen, einst der Stolz unseres Landes, verkommen zu Waldorfschulen. Im Ergebnis können die Schüler weder gescheit rechnen noch schreiben und die Stressresistenz lässt auch sehr zu wünschen übrig, weil man die Schulzeit über nur in Watte gepackt wurde. Fragen Sie mal Arbeitgeber, denen kräuseln sich die Fußnägel nach oben.

Darum werde ich weder rot noch grün wählen, weil Bildungspolitik sehr wichtig ist und beide dort lieber ihre Experimente machen, statt auf Qualität zu setzen.

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Zita 13.09.2017, 12:13
37. Eltern sind keine Lehrer

Zitat von lebenheute
Liebe Leser(innen), zunächst - ich bin Grundschullehrerin und unterrichte mit einer Anlauttabelle - und das erfolgreich. Allerdings werden die Kinder, die das Prinzip verstanden haben umgehend auf die richtige Schreibung hingewiesen. Das kann nach 2 Wochen im ersten Schuljahr sein oder erst später. Das ist klar und auch die Voraussetzung für den Erfolg. Meine Elternschaft ist demgegenüber immer positiv eingestellt! Dennoch muss ich mich kritisch äußern hinsichtlich der Leserschaft hier. Jeder meint es besser zu wissen. Aber wer hat einen besseren Lösungsansatz?Vielleicht sollten sich viele Eltern mehr Zeit nehmen für ihre Kinder und diese unters Jeder war in der Schule - aber leider ist man deswegen kein Lehrer. tützen? Zudem sich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Die Kinder heutzutage sind überladen und haben kaum noch Zeit sich tiefer mit etwas zu beschäftigen. Vielleicht gehört dazu auch die Rechtschreibung! Viele rennen von Termin zu Termin und haben keine Ruhe. Und bitte, wer sich über die Rechtschreibung der Kinder beschwert, sollte auch mal den eigenen Kommentar danach überprüfen!
" Jeder war in der Schule - aber leider ist man deswegen kein Lehrer. "
Exakt, stimme ich voll zu und manche Kritik ist daher auch komplett zu vernachlässigen.

"Vielleicht sollten sich viele Eltern mehr Zeit nehmen für ihre Kinder und diese unterstützen?"
NEIN!! Genau das ist doch das deutsche Problem, ohne Eltern geht's nicht, die Lehrer gehen selbstverständlich davon aus, dass die Eltern als Hilfslehrer fungieren. Das ist extrem unsozial - was ist mit den Eltern, die nicht helfen können, weil sie es selbst nicht wissen, weil Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, weil sie sich neben den Kindern auch noch um pflegebedürftige Eltern kümmern müssen etc. pp. Deren Kinder haben dann halt Pech gehabt?
Genauso läuft es im Moment, wie man ja auch in diversen Statistiken nachlesen kann ist der schulische Erfolg in Deutschland eng an das Bildungsniveau der Eltern gekoppelt. Kein Wunder, wenn die Lehrer die Einstellung haben, dass die Eltern grundsätzlich Hilfslehrer sein müssen, selbst bei Grundlegendem, wie Schreibenlernen! Das sollte die Schule nun wirklich selbst leisten, damit ALLE Kinder dieselben Chancen bekommen.

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schnapporatz 13.09.2017, 12:16
38. Wichtig ist nur, gut lesen zu lernen

Die richtige Rechtschreibung ergibt sich im Verlauf durch regelmäßiges Lesen quasi von selbst, weil man sich an Wörter visuell erinnert. Nur die Kommaregeln lernt man so vielleicht nicht ganz ausreichend.
Ich selbst hatte immer null Interesse an theoretischen Schreibregeln, habe aber auch so hinreichend fehlerfrei Schreiben gelernt - durch Lesen.

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genugistgenug 13.09.2017, 12:18
39. Namen tanzen plus Hauptsache drüber geredet (sich bemüht gezeigt)

Zitat von Wirbelwind
Hauptsache die Schüler können ihren Namen tanzen und haben den irreführenden Eindruck, sie könnten sich alles selbst erschließen. Mehr zählt doch nicht mehr in der heutigen Friede-Freude-Eierkuchen-Pädagogik.
Wenn man etwas falsch schreibt ist es eine 6, wenn man aber lange drüber quasselt gibt es eine 3, weil man sich ja mit dem Thema auseinandergesetzt hat und sich so bemühte.
Das man dieses Spiel immer wiederholt und zum System macht, wollen die Lehrer nicht kapieren - denn so sind sie zumindest auch immer gefragt und können reden (werden höher gestellt).
Oder lehnen die Lehrer genaue Vorgaben ab, weil sie diese selbst auch nicht erfüllen können/wollen?
Ist das vielleicht auch der Grund, das Mathe/Physik/Chemie so abgelehnt wird und Schwafelstudienfächer bevorzugt werden?

PS dafür haben wir den 'Fachbegriff: kreative Rechtschreibung" (©) entwickelt. Keiner weiß was es bedeuten soll, doch Hauptsache man kann andere zwingen ihre Zeit mit der Deutung zu verschwenden.

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