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Umfrage unter Schulleitern: Je jünger, desto frustrierter
DPA

Fehlende Lehrer, marode Gebäude und zu viel Arbeit: In einer Umfrage haben Schulleiter ihre größten Probleme benannt. Vor allem die unter 40-Jährigen sind unzufrieden. Dabei werden sie dringend gebraucht.

Carabus 09.03.2018, 11:33
1. Wen wundert es?

Die über 60 jährigen haben doch schon ihre Pension vor Augen. Frust höchstens im Rückblick.
Während die, die gerade erst den Job in Angriff nehmen noch viel Durchhaltevermögen brauchen unter immer schlechteren Arbeitsbedingungen. Frust im Anblick was noch kommt. Von daher eine überflüssige Befragung.

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Nania 09.03.2018, 11:56
2.

Ich denke, dass das nicht alles ist. Was ich damals in der Schule schon als Schüler bemerkt habe, war, das junge Lehrerinnen und Lehrer mit neuen, frischen Ansätzen oftmals von den Kollegen belächelt wurden. Da ist in Teilen manchmal ganz offen drüber gelästert worden, selbstverständlich ohne Namen zu nennen. Da war dann von Waldorf-Pädagogik die Rede, sobald ein Lehrer mal nicht dem Muster F folge und andere beschwerten sich, dass neue Lernmethoden ja nur dazu führen würden, dass die Schüler alle schlechter würden. Da wird man als junger Mensch einfach auch schnell demotiviert. Neulich gab es dazu sogar auch einen Artikel, ich bin mir nur nicht sicher, ob das hier war.

Gleichzeitig muss die Politik bereit sein, mehr Geld in die Hand zu nehmen um marode Schulgebäude umfassend zu renovieren (und nicht nur grob zu flicken) und die Schulen (technisch) besser auszustatten. Es müssen wieder mehr Lehrer eingestellt werden - in allen Fächern - und die Arbeitslast neu verteilt werden. Wenn wir mehr Lehrer haben, vielleicht sogar einen kleinen Überschuss an jeder Schule, dann ist mehr Zeit zu ordentlicher Vor- und Nacharbeit, und auch für die Betreuung der Schüler. Aber: das muss wiederum bezahlt werden, und da hakt es egal in welchem Bereich.

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womo88 09.03.2018, 11:59
3. Woran wird es wohl liegen?

Ich habe 30 Jahre an verschiedenen Schulformen unterrichtet: Grundschule, Gesamtschule, Berufliche Schule mit gymnasialer Oberstufe.
Reine Grundschulen sind meiner Erfahrung nach meist klein, das Kollegium bestehth zu einem großen Teil aus Frauen, von denen die meisten auch nur halbtags arbeiten wollen. Außerdem ist die Besoldung dort geringer als in anderen Schulformen. Schulleiter geht m. E. aber nur mit Vollzeitstelle. Da werden die Interessentinnen/Interessenten dann weniger, udn man hat meist keinen stellvertretenden Schulleiter, muss also alle Arbeit selbst machen.
Meine Erfahrung an einer Beruflichen Schule mit gymnasialer Oberstufe und ca. 1200 Schülern. Der stellvertretende Schulleiter war auch noch Stundenplaner, Vertretungsplaner und hatte Unterrichtsverpflichtung. Er kam morgens um 7 Uhr und ging nie vor 17 Uhr. Der Schulleiter hatte dafür das größere Arbeitszimmer und keine Besenkammer wie sein Vertreter und verbrachte weniger Zeit in der Schule. Er war mehr für die repräsentativen Aufgaben zuständig, sperrte die Kaffeeküche, wenn mal wieder einer aus dem Kollegium nicht ordentlich abgewaschen hatte, klaubte Getränkedosen von Fenstern, warf sie in den Flur und beschimpfte anschl. die Aufsicht habenden Kollegen, dass sie nicht genügend beaufsichtigt hätten. Er vertrat die Schule nach außen - ganz wichtig! ;-) Die Arbeit hat der Stellvertreter gemacht. Ich muss sagen, für das Geld A15 hätte ich diese Arbeit nicht machen woll.

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austenjane1776 12.03.2018, 15:30
4. Schulleiter sind Teil des Systems - keine Opfer

Eigenartig - Schulleiter beschweren sich. Wie viele von denen haben sich denn jemals GEGEN die Schulaufsicht gestellt oder irgendeinen Unfug verweigert? Wer schützt aktiv Schüler und Lehrer gegen Überforderung, volle Klassen, schulunfähige Kinder, "Inklusion", "Flüchtling", "kann nix", "hau drauf" und "will nix"? Schulleiter - unkündbar, verbeamtet - können sehr viel machen, ohne ihren Job zu gefährden. Scheinbar kriegen nur die den Job, die schon von jahrelanger Anpassung niemals auf die Idee kommen würden, NEIN zu sagen. Schade eigentlich.

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