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Uni Leipzig: Millionen-Entschädigung für gescheiterten Professor
imago/Rainer Weisflog

Ein verhinderter Professor der Uni Leipzig hat vor Gericht Recht bekommen. Weil er eine Stelle nicht bekam, soll er mit viel Geld entschädigt werden. Gegen die Rektorin gibt es schwere Vorwürfe.

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darkmattenergy 30.05.2017, 18:24
1. In wievielen Fällen wir wohl bereits ebenfalls mit der zweiten Wahl vorlieb nehmen mussten und müssen?

Weil die tatsächliche Qualifikation längst nicht mehr als entscheidendes Bevorzugungsmerkmal gilt?

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CouscousGauthier 30.05.2017, 18:28
2. Sumpf

Berufungsverfahren an deutschen Unis sind auf allen Ebenen intransparent und deswegen oft im Ergebnis fragwürdig. Hier wurde in einem konkreten Fall der Ablauf in Frage gestellt und offensichtliches Fehlverhalten der Rektorin aufgedeckt.

Ich frage mich allerdings folgendes: Der formale Ablauf einer Berufung sieht ein mehrstufiges Verfahren vor, das eben u.a. auch eine Entscheidung des Rektors bzw. der Rektorin beinhaltet. Natürlich muss diese Entscheidung "ermessensfehlerfrei" sein, aber wenn der Rektor gar keine Entscheidungsmacht mehr hat sondern nur noch das Votum der vorgelagerten Instanzen abnicken darf, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Verfahrens. Das gleiche Spiel geht dann auf der Ebene des Ministeriums weiter.

Insofern würde mich interessieren, ob die Richter in diesem Fall der Rektorin zwar eine eigene Entscheidungsgewalt zugestanden hätten, diese aber wegen offenkundiger Fehler (oder mangelnder Begründung o.ä.) nicht akzeptieren wollten.

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mcbarby 30.05.2017, 18:33
3.

Nach Allem, was ich hin und wieder aus Studentenkreisen ("Studenten" ist für mich die logische Mehrzahl für "Student -in" und umfasst eindeutig immer beide Geschlechter) höre, ist die Uni Leipzig wohl ein absolutes Negativbeispiel, was den harmonischen Umgang der Geschlechter miteinander betrifft. Alles Männliche ist per se schlecht und im Genderwahn muss alles feminisiert werden.
Ich hoffe, der Herr Professor bekommt auch in letzter Instanz Recht. Möge der Freistaat sich das Geld doch von der Rektorin zurückholen.

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waynekennste 30.05.2017, 18:48
4. frauenförderung

das darf kein argument sein um weniger geeignetes personal auszuwählen. auch wenn der gesamte fall scheinbar schwer zu durchblicken ist und die sexistische haltung gegen0ber männern nicht der einzige denkwürdige punkt zu sein scheint, so ist zumindest das argument der bevorzugung nach geschlecht ohne Berücksichtigung der Qualifikation schon ausreichend um diesem Urteil zuzustimmen. die universitäten scheinen moralapostel an höchster stelle sitzen zu haben. eine gefährliche Entwicklung. insofern Glückwunsch an den herren der vermutlich lieber seiner arbeit nachgegangen wäre anstatt sich ewig durch alle Instanzen zu klagen. mfg

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suane 30.05.2017, 18:50
5. bekannter Irrsinn

Ich habe mir erlaubt, diesen Artikel meinen Kollegen mit dem Kommentar "Uni Marburg ist überall" zukommen zu lassen.
Evtl. ist dieser Fall einer von den vielen, bei dem Stellen absichtlich unbesetzt bleiben, um zu kaschieren, dass ein Fachbereich nicht einmal die Mittel hat alle Professuren zu besetzten.
Evtl. aber auch nur ein Beispiel für Sexismus gegenüber einem Mann.
Wie auch immer, herzlichen Glückwunsch an den verhinderten Professor zu diesem gerechten Urteil. Ich hoffe es macht Schule.

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ulrich_loose 30.05.2017, 18:52
6. Dumm gelaufen

wenn man unbedingt auf Quotendamen setzt... Wie schon mein Vorschreiber zum Besten gab - Qualifikation wird wohl recht oft durch die "Zweite Wahl" ersetzt. Als kleiner Seitenhieb auf eine in der Sache "führende" Partei - bei denen ist die Zweite Wahl an der Tagesordnung - zwei Damen ist OK, zwei Herren hingegen absolut unmöglich.

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vbhfgdl 30.05.2017, 18:52
7.

"Das Urteil sei aus ihrer Sicht unverständlich - vor allem weil der Kläger vor dem Verwaltungsgericht in erster und zweiter Instanz verloren habe." Da hat die Rektorin etwas missverstanden. Das Landgericht entscheidet nämlich auf anderer, zivilrechtlicher Grundlage, nämlich wegen einer (vorgeblichen) Amtspflichtverletzung der Rektorin. Der Umstand, dass Herr G. vor dem Verwaltungsgericht verloren hat, bedeutet nur, dass ihm ein Schaden entstanden ist.

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Hamberliner 30.05.2017, 18:59
8. Missbrauch

Wenn die Rechtslage so wär wie sie sein sollte, dann wär Beate Schücking schadenersatzpflichtig und mangels charakterlicher Eignung disziplinarisch aus dem Amt zu entfernen.

Was nicht heißen soll, dass Berufungsverfahren anderswo sauber ablaufen. Unqualifizierte Truthähne werden dank mafiöser Netzwerke öfter mal zu Professoren berufen. Dass allerdings eine Kampfemanze ihren Trotzkopf so beharrlich zum Schaden des Steuerzahlers und der Hochschule durchsetzt verleiht dem Missbrauch der Hochschulautonomie eine neue Größenordnung.

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Newspeak 30.05.2017, 19:20
9. ...

Das die Rektorin Einspruch eingelegt hat und der Professor beim ersten Mal nicht berufen wurde, mag ja ok sein. Aber wenn die Zweitplatzierte die Stelle dann gar nicht antritt, ihn auch dann noch auszugrenzen, sieht fuer mich schon nach Methode aus. Ich hoffe, er bekommt letztinstanzlich recht und das Land darf sich dumm und daemlich zahlen, dafuer, dass es so mit Menschen umgeht.

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