Forum: Leben und Lernen
Urteil: Richter kippen Anwesenheitspflicht an Uni Mannheim
DPA

100 Prozent Anwesenheitspflicht? Das war einem Student der Uni Mannheim zu viel. Er klagte gegen die Regelung - mit Erfolg. Das Urteil kann auch Folgen für andere Bundesländer haben.

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micromiller 29.11.2017, 16:11
1. Vollkommen richtig!

Nur sollte man das steuerfinanzierte Dauerstudium von der Kostenfreiheit befreien oder teilweise befreien,
wer einen Studienplatz besetzt und nicht nutzt sollte zur Kasse gebeten werden...

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lachina 29.11.2017, 16:11
2. Präsenzpflicht zu hart....

an der Uni einer meiner Töchter darf man nur zweimal in einem Seminar fehlen - und zwar völlig egal, weshalb. Nicht einmal ein ärztliches Attest, ein Trauerfall in der Familie etc. erlaubt eine Ausnahme. ich finde, die Präsenzpflicht sollte auf die normale Präsenzpflicht eines Arbeitnehmers heruntergeschraubt werden, der darf durchaus mal drei Wochen krankgeschrieben sein!

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MartinB. 29.11.2017, 16:22
3. Erinnerungen an die Uni Bielefeld...

Da kommen Erinnerungen an die Uni Bielefeld damals auf... eine Biologie-Vorlesung am Montagmorgen mit Präsenzpflicht. Einmal fehlen wurde aus "Kulanz" akzeptiert.

Blöd nur dass man als Lehramtsstudent mit Zweitfach Sportwissenschaften am ersten Montag des Semesters zur selben Uhrzeit bei der Vergabe der Praxiskurse *ebenfalls* anwesend sein musste... und somit den einen "Kulanztag" schon am ersten Tag "verlor". Das galt dem Herrn Biologie-Professor natürlich nicht als Grund für eine lockerere Regelung.

Diese Art von "die eine Hand ignoriert die andere" macht noch heute Studenten das Leben unnötig schwer. Es geht hier nicht um "auf der faulen Haut liegen", sondern darum, dass einzelne Professoren / Dozenten glauben, ausgerechnet *ihre* Veranstaltung habe gefälligst der Nabel der Welt zu sein...

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felisconcolor 29.11.2017, 16:24
4. Ich lach

mich tot. An der Technikerschule hat da niemand nach gefragt ob es uns denn Recht ist zum Unterricht zu erscheinen. Es hätte dann eben keinen Abschluss gegeben. Nun ja was heute von den Unis kommt sieht man ja. Die Abschlüsse sind doch kaum noch das Papier wert auf denen das Zertifikat gedruckt ist. Aber im Job den dicken Max machen. Ja es mag Ausnahmen geben, aber der Rest ist einfach nur noch traurig. Zitat "die Frage der Verhältnismäßigkeit des hiermit verbundenen Eingriffs in die Berufsfreiheit der Studierenden auf". Klar darf sich der Studierende auch dafür entscheiden keinen Beruf zu haben. Keine Präsenz keinen Abschluss. Wie war das gelernt ist gelernt, studiert is nix genaues. Es bewahrheitet sich doch immer wieder.

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newline 29.11.2017, 16:24
5. Gerüchten nach

sind Vorlesungen seit der Erfindung des Buchdrucks überholt. Spaß beiseite, wenn Vorlesungen wertvoll und für das Bestehen der Klausuren wichtig sind, werden sie auch besucht. Praktika und Seminare haben sowieso Anwesenheitspflicht.

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The Restless 29.11.2017, 16:25
6.

Nicht jeder Dozent ist auch ein guter Lehrer. Ich habe auf manche Vorlesung verzichtet und stattdessen aus Büchern gelernt - zur Prüfung musste ich ja ohnehin. Auch habe ich ein wenig den Verdacht, dass mancher Professor die Defizite seiner Vorlesung zu kaschieren versucht, indem er eine Anwesenheitspflicht fordert. Meine Erfahrung: Ist die Vorlesung gut, dann ist der Hörsaal voll.

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klarafall 29.11.2017, 16:28
7. andere Seite

Die Seite des Studenten ist verständlich - er möchte so frei sein, nicht zur Vorlesung zu gehen, wenn er diese für unnötig hält. Dann sollte aber auch der Dozent so frei sein dürfen, diesen Studenten in seiner Vorlesung für unnötig zu halten. Muß man das mit Zwang machen? Sicher nicht. Ich als Dozent mache es einfach so, daß ich in jeder Vorlesung klausurrelevante Informationen gebe, so daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß ein Student, der meine Vorlesung mehrmals nicht besucht hat, die Klausur bestehen kann. Wenn der Student meint, er wisse schon alles oder könnte es sich aus Büchern selbst beibringen, dann steht ihm das frei. Ich weiß ja, daß es nicht so ist. Und er wird es lernen.

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prisma-4d 29.11.2017, 16:30
8. ...was für ein Rückschritt!

Anwesenheitspflicht ausgerechnet bei Politikwissenschaften? Ich habe Verständnis bei Laborpraktias und Übungsarbeiten bei denen ein hohes Maß an Vorbereitung seitens der Hochschule notwendig ist. Da darf es nicht sein dass plötzlich keiner da ist. Aber Vorlesungen müßen ab drei Teilnehmern abgehalten werden. Und wenn erwachsene Menschen entscheiden sich nicht den Ergüssen eines Profs hinzugeben muß auch Mannheim das das akzeptieren. Ein Student steht nicht in einem (finanziell-) abhängigen Verhältnis zum Prof. oder zur Fakultät. Möglichwerweise greift hier der kürzlich zitierte Staatdirigismus um sich. Es ist nicht notwendig die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen (besser gesagt zu gängeln). Ein Student muß die Konsequenzen seines Handelns und seiner Unterlassungen tragen lernen. Und es steht jedem Prof. frei, seine Vorlesungen so zu gestalten dass eine erfolgreiche Prüfung nur mit 99% Vorlesungsanwesenheit zu schaffen ist. Ok.. dann brauchts halt knackige Vorlesungen und nicht irgend ein wischi-waschi.

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Max Super-Powers 29.11.2017, 16:33
9.

Moment mal, verstehe ich das richtig: Ein Studium in Deutschland wird an öffentlichen Hochschulen von Steuermitteln finanziert (was ich auch für gut befinde). Doch Asta und manche Studenten wehren sich dagegen, dass im Gegenzug eine Politik der Anwesenheitspflicht praktiziert wird? Sorry, das kann ich ja noch als Protest gegen eine "Verschulung" des Studiums verstehen, aber selbst bei dem Asta sollte man doch bitteschön einsehen, dass sich dadurch in Verbindung mit den nichtvorhandenen Studiengebühren Tür und Tor für Bummel- und Dauerstudenten öffen.

Und es ist ja schließlich bereits jetzt ja schon so, dass unsere Unis nicht gerade an Stundentenmangel darben. Im Klartext: Eine Anwesenheitspflicht (gut, 100% ist evtl übertrieben) würde allen Studenten helfen. Aber da fehlt im Asta wohl die Weitsicht, aber das kennt man ja.

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