Forum: Leben und Lernen
Weil Eltern Schulpflicht missachten: Gericht hält kurzzeitigen Kindsentzug für legiti
DPA/ adfinternational.org

Ein christliches Ehepaar will seine Kinder unbedingt zu Hause unterrichten. Die Behörden bringen die Kinder daraufhin ins Heim. Eine Beschwerde der Familie landete nun vor dem Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

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dirkozoid 10.01.2019, 12:52
1. Schwierig

Die religiöse Erziehung nach der Schule ist halt viel schwieriger, wenn einem die Kinder dann mit so etwas Neumodischem wie der Evolution ankommen und plausible Fragen stellen. Da kommt am Ende noch das eigene Weltbild ins Wanken und man möchte die Kinder doch lieber selbst „unterrichten“.

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maniak 10.01.2019, 13:13
2. Gibt es keine fachliche Begründung?

Was qualifiziert die Eltern, ihre Kinder Zuhause selbst zu unterrichten. Könnten sie überhaupt alle Level und Fächer bedienen? Nachweise, Kontrolle. In einem Land wie Deutschland gibt es doch sonst nichts ohne Ausbildung und Abschlüsse. Und wie können die Eltern überhaupt ihre Kinder rein zeitlich selbst unterrichten? Müssen sie selbst nicht arbeiten, um die Familie zu ernähren? Wenn Qualifizierung und Möglichkeiten nicht gegeben sind, ist es auf jeden Fall eine Kindesgefährdung. Wieso bestehen eigentlich immmer christliche Familien auf Homeschooling? Gibt es da etwa auch Fanatiker? Vor fanatischen Eltern muss man Kinder auf jeden Fall schützen.

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Stäffelesrutscher 10.01.2019, 13:14
3.

Da steht:
"Die Straßburger Richter sehen die Rechte der christlichen Familie durch die kurzzeitige Unterbringung ihrer Kinder im Heim nicht verletzt, ..."
Bitte präzisieren. Denn die Kinder gehören zur Familie, und zur Wahrung ihrer Rechte und zu ihrem Schutz haben die deutschen Richter in die Rechte der Eltern eingegriffen. Die Straßburger Richter sehen also die Rechte der ELTERN nicht verletzt.
Erfreulich, dass bei solchen Integrationsverweigerern endlich mal durchgegriffen wird.

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kleinsteminderheit 10.01.2019, 13:46
4. Kinder sind nicht die freie Verfügungsmasse ihrer Eltern

Die Familie genießt, als Nukleus unserer Gesellschaft, den Schutz des Grundgesetzes. So lange die Eltern ihren Erziehungsauftrag verantwortungsbewusst wahrnehmen, wird ihnen keine staatliche Stelle in das Familienleben oder ihre Werteordnung reinreden.
Wenn aber Rechte der Kinder und Jugendlichen durch die Eltern massiv beschnitten werden muss der Staat eingreifen.
Denn wie soll sich eine Persönlichkeit frei entfalten, wenn Kindern und Jugendlichen der Kontakt mit Gleichaltrigen verwehrt und jeder Kontakt außerhalb von Familie und Glaubensgemeinschaft als gefährlich konnotiert wird?
Hier sollte eher mehr als weniger eingegriffen werden.

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st.peterording 10.01.2019, 13:49
5. Indoktrination

Eigentlich sollte diese Entscheidung eine Selbstverständlichkeit sein. In Deutschland ist es leider noch zu oft so, dass auf religiöse Vorstellungen zum Nachteil von Kindern Rücksicht genommen wird. Kinder werden als Teil einer Famillienidentität gesehen und nicht als Individuum mit allen Grundrechten. Wie ist es sonst zu erklären, dass Kinder an öffentllichen Schulen in der Religion unterrichtet werden, die ihre Eltern präferieren oder (noch schlimmer), dass das Recht auf körperliche Unversehrheit männlichen Kindern nicht zusteht, wenn es um religiöse Kennzeichnung geht (Beschneidung)?
Kinderrechte müssen deshalb explizit ins Grundgesetz aufgenommen werden.

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m.a.w. 10.01.2019, 14:08
6. Kinder sind keine Ware !

Kinder sind keine Ware an der man Rechte hat.
Das gilt sowohl für die Eltern als auch für den Staat.
Alle Argumente zur Schulpflicht mögen richtig sein. Jedoch wem ist gedient die Kinder diesem Trauma auszusetzen?
Setzen Sie sich mal in Ruhe in den Sessel, machen die Augen zu und lassen den den Vorgang wie die Polizei in das Haus eindringt und die Kinder „beschlagnahmt“ Revue passieren. Glaubt irgendwer, dass das keine Spuren hinterlässt?
Beschlagnahmt ist m.A. genau die richtige Bezeichnung. Denn der Staat hat nichts anderes gemacht als den Eltern „die Ware Kind“ wegzunehmen um diese zum einlenken zu nötigen.
Diese Vorgehensweise halte ich für grundlegend Falsch, den Leidtragende sind in jedem Fall die Kinder.

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der_unbekannte 10.01.2019, 14:31
7. Homeschooling

Homeschooling sollte zum Menschenrecht erklärt werden, jeder sollte die freie Wahl haben. In anderen Ländern funktioniert es auch gut wenn man es richtig macht. Ein Forist sprach von Indoktrination, aber wenn Schüler auf staatliche Schulen müssen, ist dies dann nicht eine viel größere Indoktrination? Ich musste dabei schon etwas schmunzeln. Ich halte Bildungsvielfalt für wichtig, dazu gehören auch unterschiedliche Weltbilder, wer bestimmt welches Weltbild richtig ist und welches nicht!? Übrigens wurden viele berühmte Wissenschaftler und Persönlichkeiten zu Hause unterrichtet. Auf einer staatlichen Schule werden alle Schüler in ein bestimmtes Schema gepresst, um sie für unser System vorzubereiten, nicht für das Leben. Die Genies von morgen findet man hier nicht. Übrigens gibt es in unserem Nachbarland Frankreich auch keine Schulpflicht, wissen die wenigsten.

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der_unbekannte 10.01.2019, 14:35
8. Sie sagen es

Zitat von m.a.w.
Kinder sind keine Ware an der man Rechte hat. Das gilt sowohl für die Eltern als auch für den Staat. Alle Argumente zur Schulpflicht mögen richtig sein. Jedoch wem ist gedient die Kinder diesem Trauma auszusetzen? Setzen Sie sich mal in Ruhe in den Sessel, machen die Augen zu und lassen den den Vorgang wie die Polizei in das Haus eindringt und die Kinder „beschlagnahmt“ Revue passieren. Glaubt irgendwer, dass das keine Spuren hinterlässt? Beschlagnahmt ist m.A. genau die richtige Bezeichnung. Denn der Staat hat nichts anderes gemacht als den Eltern „die Ware Kind“ wegzunehmen um diese zum einlenken zu nötigen. Diese Vorgehensweise halte ich für grundlegend Falsch, den Leidtragende sind in jedem Fall die Kinder.
Bei solchen Szenarien muss ich oft an eine Diktatur denken, hier übt der Staat Gewalt gegen die Kinder und Eltern aus, nur weil die Eltern einen anderen Weg gehen möchten. Wo wird hier die Würde der Familie geschützt, die doch in unserem Grundgesetz verankert ist?

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siri_paibun 10.01.2019, 14:39
9. Wozu die Dedatte?

In Deutschland haben wir eine Schulpflicht. Die Art der Schule ist definiert. Also verstoßen die Eltern gegen Gesetze. Abmahnungen, Gerichtsurteile und weitere Eskalationsstufen haben nichts gebracht. Ergo handeln die Eltern nicht im Sinne ihrer Kinder. Somit muss der Staat handeln. Die Gründe für ihre Weigerung sind dabei eigentlich egal, oder besser: sollten sie sein. Meine persönliche Meinung: wer an Wunderheilungen, Marienerscheinungen und über das Wasser gehen glaubt, akzeptiert nicht die Naturgesetze und sollte deshalb mal schnell den Führerschein abgeben. Wenn Kinder über die Straße gehen, muss man bremsen, nicht beten.
Ansonsten schließe ich mich st.peterording völlig an. Wenn irgendwelche Gruppen meinen, sie müssen ihre Kinder verstümmeln, nur weil es vor tausenden Jahren mal einer aufgeschrieben hat, dann sollten wir ihnen auf die Finger klopfen.....kräftig auf die Finger klopfen. Jeder darf an sich selber abschneiden was er will. Aber fragen Sie mal die Kinder ob sie darauf Lust haben. Ich möchte die Debatte auch noch ein bisschen weiter spinnen. Wen ich heute ein Mofa fahren will, das 25km/h fährt, muss ich einen Führerschein machen. Nur Kinder dar jeder in die Welt setzen. Und tut es auch. Da man das "Kinder großziehen" nicht mehr bei den Geschwistern lernt (Einzelkind), oder Oma und Mamma helfen kann, (müssen ja alle arbeiten) sollte man in der Schule mal wieder darauf achten, einige Grundlegende Fertigkeiten zu vermitteln.

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