Forum: Leben und Lernen
Weltweites Hochschulranking: Das sind die besten deutschen Unis
dapd

Wer in Deutschland studieren will, sollte nach München oder Heidelberg - meinen die Autoren des neuen "THE"-Hochschulrankings. Britische und amerikanische Hochschulen sehen sie weiter an der Spitze. Und China holt auf.

Seite 1 von 2
hru 05.09.2017, 17:56
1. Was sagem Rankings eigentlich aus?

Wenn man sich zum Beispiel am Beispiel Großbritannien überlegt, dass die zwei bestplatzierten Universitäten die meisten der Politiker ausgebildet haben, die gerade ihr Land vor die Wand fahren?

Oder das Land der drei besten technischen Hochschulen außer Militärtechnik nix mehr produziert, was außerhalb des Landes verkäuflich ist?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rhonda Fizzleflint 05.09.2017, 18:08
2. ...

Nettes Ranking, nur leider ist Zitation überhaupt kein Qualitätsmerkmal für einen Lehrbetrieb und Einwerbung von Drittmitteln steht häufig sogar im Gegensatz zur Qualität (und vor allem der Freiheit) von Lehre und Forschung.
Professoren/Studenten Verhältnis, Größe der Kurse und Preis pro Semester sind wohl eher Kriterien, welche die Studierenden interessieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bestrosi 05.09.2017, 18:53
3. Evidenz?

Wie wurde eigentlich die Lehrleistung gemessen? Und ging es bei der Forschungsleistung nur um Zitationen und Drittmittel? Wie ist der Bias (!) zum Englischen zu bewerten? Was wurde aus den Absolventen, und ist ein breites, gleichzeitig gutes Angebot für alle nicht auch ein wichtiger Wert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dukeofwellington 05.09.2017, 21:18
4. Rankings sind unseriös

Soso, die Tsingua Universität und die Peking Universität haben alle deutschen Unis überholt. Wow. Ich lese heute das erste Mal von diesen Universitäten, und bin Dozent an einer grossen deutschen Hochschule. Im Ernst : es war schon immer so, dass man so ziemlich jedes Ranking vergessen kann. Es ist unmöglich eine komplette Uni nach wenigen Kennzahlen zu bewerten. Für Studenten ist es egal wie drittmittelstark eine Uni ist. Außerdem gibt es teure Fachbereiche (zB Medizin und Ingenieure), deren Drittmittel immer höher liegen müssen als "günstige" Fachbereiche (geisteswissenschaftliche Fächer ohne teure Apparate). Man vergleicht also Äpfel mit Birnen. Dann ist die Publikationskultur in allen Fachbereichen verschieden. Lehre wird meist gar nicht bewertet (ist auch schwieriger als einfache Zahlen wie Drittmittel). Und schließlich gibt es sicher keine Uni, die in allen Fächern gleich stark ist, also wieder Äpfel und Birnen verglichen. Fazit : vergesst alle Rankings, komplett. Oder gibt es hier jetzt viele prospektive Studenten, die sich um die Aufnahme an einer der obigen chinesischen Unis bewerben wollen ? Eben ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mariomeyer 05.09.2017, 22:15
5. @dukeofwellington

Die beiden genannten Pekinger Universitäten könnte man kennen. Ich bin mir sicher, dass man diese zwei chinesischen Hochschulen in den USA nur zu gut kennt - besonders die Qinghua-Universität gilt als eine Art "prep school" für MIT, CalTech und andere Technische Universitäten in Amerika. Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit ein wenig helfen. Es wäre schön, wenn Sie und viele Ihrer Kollegen mitbekommen, was um sie herum passiert - statt die eigene Ignoranz wie eine Monstranz vor sich herzutragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 05.09.2017, 22:40
6.

»Kooperationen mit der freien Wirtschaft schlagen sich zu 2,5 Prozent in der Rangliste nieder.«

Sollen wir jetzt eigentlich froh sein, dass Knebelung durch private Sponsoren (Einfluss auf Lehrinhalte, Veröffentlichungsverbote usw.) nur mit 2,5 % bewertet wurde?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
monkeyking 06.09.2017, 06:45
7. @dukeofwellington

Wenn Sie als Dozent einer "namenhaften dt. Uni" sich damit brüsten diese zwei internationalen und renomierten Universitäten nicht zu kennen, teilen Sie uns vielleicht noch kurz mit wo genau Sie unterrichten. Das spricht nämlich eher gegen eine internationale Ausrichtung/Kompetenz Ihrer eigenen Lehreinrichtung bzw. einem Teil derer Dozenten.
Und Sie werden überrascht sein zu erfahren wie viele ausländische Studenten und Dozenten es dort gibt.

Mit dem anderen Teil der Aussage betreffend schlechter Vergleichbarkeit stimme ich dann aber überein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Biraso 06.09.2017, 08:48
8. Moment

RWTH Aachen und die TU Darmstadt sind nicht im Ranking vertreten? o0
Unsere besten (mit der TU Münschen und TU Ilmenau) technischen Universitäten?
Wie ich auch immer dieses Ranking funktioniert, wirklich realitätsabbildend ist es mit Sicherheit nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ancoats 06.09.2017, 10:08
9.

Ein Ranking u.a. nach Zitation, Drittmittelakquise und Internationalität bildet sicherlich auch einige Eigenschaften ab, die eine gute von einer eher mäßigen Universität zu unterscheiden helfen. Die Frage ist hier nur, was dem wissenschaftlichen Bildungsniveau und der Forschungsexpertise einer Volkswirtschaft letztlich mehr nützt: einzelne, wenige, extrem selektive (und das hauptsächlich über finanzielle Zugangsschranken) und dergestalt elitäre Institutionen wie Oxford, Cambridge und Co oder ein breit aufgestelltes, vielfältiges, prinzipiell für alle offenes Hochschulbildungssystem mit durchgehend mindestens solidem bis exzellentem wissenschaftlichen Standing wie in Deutschland. Bei allem Reformbedarf scheint mir - mind. volkswirtschaftlich betrachtet - die Antwort bislang ziemlich eindeutig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2