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Zwangsstörung: Hilfe, ich reiße mir alle Haare aus
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Sie reißt und rupft, bis der Kopf von kahlen Stellen übersät ist: Janneke, 36, leidet unter Trichotillomanie. Hier erzählt sie, wie der Zwang ihr Leben bestimmt - und wie sie damit umgeht.

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alternativloser_user 08.04.2017, 21:52
0. ...

Einfach mal ein Jahr lang eine rasierte Glatze tragen. Sieht als Frau vielleicht erstmal merkwürdig aus, ABER so kann man sich keine Haare ausreißen und eventuell reicht das schon, da man dadurch merkt dass es auch ohne Haare ausreißen geht.
Und zur Not gibts ja auch Perücken wenn man nicht mit der Glatze klarkommt.

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wasp1992 08.04.2017, 22:09
1.

Ganz so einfach (Haare abschneiden) ist das leider nicht. Trichotillomanie ist meist eine sehr langwierige Krankheit. ich selbst bin seit etwa 17 Jahren betroffen. Es gibt immer bessere und schlechtere Phasen, aber ein Mittel, welches dagegen hilft, habe ich bis jetzt auch noch nicht gefunden.

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diskantus 09.04.2017, 08:35
2.

Psychotherapie ist, wie bei allen seelischen Störungen, der einzige Weg. ABER - nicht so, wie die Richtung der Schulmedizin das vorgibt: denn das greift zu kurz. Richtig wäre, mit einer Körpertherapie zu beginnen und zuzulassen, wohin sich diese entwickelt. Das kann ganz überraschende Wendungen nehmen ... auch in ein früheres Leben hinein. Und da muss es egal sein, ob die Schulmedizin und ihr Therapeut daran glaubt oder nicht. Es ist ein Weg in Neuland, und der muss (wenn er sich so manifestiert) gegangen werden. Bis hin zu einer Rückführungstherapie (nicht von einem selbst-ernannten esoterischen Therapeuten!).
Massive seelische Störungen, die scheinbar nicht behandelt werden können, haben ihre Ursache meist in weit entfernt liegenden Ereignissen. Liegen diese außerhalb dieses menschlichen Lebens, kommt man schulmedizinisch nicht heran.
"Haare" stehen für das Selbstbewusstsein/die Persönlichkeit des Menschen. Hier ist bereits klar ersichtlich, warum es so wichtig ist, die Ursache für das Herausreißen der eigenen Persönlichkeit zu finden, und warum "Verhaltenstherapien" nicht mal ansatzweise eine Lösung sein können.
Bei einer psychotherapeutischen Körpertherapie (es gibt verschiedene Ansätze) spricht nicht der Klient selbst - sondern sein Körper. Die Zeichen, die er sendet, sind viel tiefer gehend als jedes Wort - und unverstellt. Daraus kann ein erfahrener Therapeut "lesen".

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high-co 09.04.2017, 09:43
3.

Zitat von diskantus
Psychotherapie ist, wie bei allen seelischen Störungen, der einzige Weg. ABER - nicht so, wie die Richtung der Schulmedizin das vorgibt: denn das greift zu kurz. Richtig wäre, mit einer Körpertherapie zu beginnen und zuzulassen, wohin sich diese entwickelt. [...] Bis hin zu einer Rückführungstherapie (nicht von einem selbst-ernannten esoterischen Therapeuten!).
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Treffsicherheit(?) sie umgehend nach bloßem Lesen eines Artikels die klare "Indikation" für körpertherapeutische Verfahren stellen. Zum Leidwesen ausgebildeter Körpertherapeuten kriegen sie es dann tatsächlich auch noch hin, dieses Verfahren mit astreinem esoterischen Gschwurbel wie Reinkarnations"therapie" in einem Satz aufzuführen (letztere natürlich nur durchzuführen von einem TÜV-zertifizierten Wald-und-Wiesen-Schamanen). Was auch immer sie unter "Schulmedizin" verstehen... von in Deutschland zugelassenen Heilverfahren verstehen sie erschreckend wenig.

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bernaldo 09.04.2017, 10:09
4.

Ich habe mit Interesse diesen Artikel gelesen. Ich habe verstanden, dass es nicht schön ist, mit kahlen Stellen herumzulaufen. Aber ist es nicht dasselbe, wie Nägelkauen oder an den Lippen herumnagen? Also ein mehr oder weniger harmloser Tick. Wo ist der Unterschied, falls es einen gibt? Ich frage ernsthaft...

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mabuhayacletta 09.04.2017, 12:52
5. John Kender Diät

Ich habe 35 Jahre unter Trichotillomanie gelitten und kann jedes Wort des Artikels nachvollziehen. Was mir letztlich geholfen hat, ist die John-Kender Diät. Auf der trich.de Hompage findet sich ein Link dazu. Seit zwei Jahren verzichte ich auf Schokolade, Kaffee und Zucker und reiße mir kein einziges Haar mehr aus.

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mhwse 09.04.2017, 13:23
6. ist ja eine nette Vorstellung

Zitat von diskantus
Psychotherapie ist, wie bei allen seelischen Störungen, der einzige Weg. ABER - nicht so, wie die Richtung der Schulmedizin das vorgibt: denn das greift zu kurz. Richtig wäre, mit einer Körpertherapie zu beginnen und zuzulassen, wohin sich diese entwickelt. Das kann ganz überraschende Wendungen nehmen ... auch in ein früheres Leben hinein. Und da muss es egal sein, ob die Schulmedizin und ihr Therapeut daran glaubt oder nicht. Es ist ein Weg in Neuland, und der muss (wenn er sich so manifestiert) gegangen werden. Bis hin zu einer Rückführungstherapie (nicht von einem selbst-ernannten esoterischen Therapeuten!). Massive seelische Störungen, die scheinbar nicht behandelt werden können, haben ihre Ursache meist in weit entfernt liegenden Ereignissen. Liegen diese außerhalb dieses menschlichen Lebens, kommt man schulmedizinisch nicht heran. "Haare" stehen für das Selbstbewusstsein/die Persönlichkeit des Menschen. Hier ist bereits klar ersichtlich, warum es so wichtig ist, die Ursache für das Herausreißen der eigenen Persönlichkeit zu finden, und warum "Verhaltenstherapien" nicht mal ansatzweise eine Lösung sein können. Bei einer psychotherapeutischen Körpertherapie (es gibt verschiedene Ansätze) spricht nicht der Klient selbst - sondern sein Körper. Die Zeichen, die er sendet, sind viel tiefer gehend als jedes Wort - und unverstellt. Daraus kann ein erfahrener Therapeut "lesen".
ABER - im Gehirn und im restlichen Körper laufen ganz normale elektro-chemische Regelkreise.

Es wäre das selbe, ein defektes Handy oder einen Computer, auf einen Zeitreise z.B. zurück in die Fertigung zu schicken .. 'ihm' zu zeigen, guck da kommt du her - jetzt funktioniert mal wieder ..

Ich kenne leider Fälle, bei denen dieser Hokus-Pokus (Psychiatrie und Tiefenpsychologie, etc. was es eben da so gibt) die Symptome nur wesentlich verschlechtert hat .. (leider bis in den Tod ..)

Ein analytisches Vorgehen, mit echter Fehlersuche wäre das einzige funktionierende Verfahren.

(da das immer noch immer fast unmöglich ist - die Grösse der Funktionseinheiten ist zu klein, für heutige Detektoren/die Funktion der Regelkreise weitestgehend unbekannt ..)

Hilft nur: Ruhe bewahren und Symptome so gut es geht kaschieren.
(Trial and Error ist hier wirklich kein gutes Herangehen ..)

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RigmorU 09.04.2017, 15:28
7.

ich entferne meinen spliss. es wird nicht besser...

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Nania 10.04.2017, 14:34
8.

Zitat von bernaldo
Ich habe mit Interesse diesen Artikel gelesen. Ich habe verstanden, dass es nicht schön ist, mit kahlen Stellen herumzulaufen. Aber ist es nicht dasselbe, wie Nägelkauen oder an den Lippen herumnagen? Also ein mehr oder weniger harmloser Tick. Wo ist der Unterschied, falls es einen gibt? Ich frage ernsthaft...
Nicht direkt. Auf den Lippen herumkauen oder Nägelkauen (was eine meiner schlechten Eigenschaften ist), kann man verhältnismäßig gut verdecken. Wenn sich jemand nicht direkt die Finger blutig beißt, dann kann man schon dafür sorgen, dass es kaum auffällig. Die Leute sehen einem ja auch im Alltag weniger auf die Finger.
Probleme am Kopf sind deutlich auffälliger. Viele Frauen haben auch ein Problem damit, wenn sie wenig Haare oder Haarausfall haben. Das mögen auch ganz natürliche Sachen sein und für sich genommen harmlos, aber auffällig ist es halt schon - und das leider nicht unbedingt im positiven Sinne

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