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25 Jahre SMS: Die Kurzmitteilung hat kein langes Leben mehr
DPA

Die SMS wird 25 Jahre alt. Doch gegen WhatsApp, iMessage & Co. haben SMS-Nachfolgedienste wie Joyn kaum eine Chance. Die Telkos versuchen es trotzdem.

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Sibylle1969 04.12.2017, 08:49
1. SMS war Abzocke

Die Datenmenge, die durch eine SMS im Mobilnetz erzeugt wird, ist nicht größer als bei einem nicht angenommenen Anruf. Letzterer ist bekanntlich umsonst. Die SMS hingegen kostete richtig Geld. Und war damit der Goldesel der Mobilfunkprovider.

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2cv 04.12.2017, 09:07
2. Meine erstes Gerät mit SMS-Unterstützung: 1997

Ich bin seit der ersten Woche von D2Mannesmann in Deutschland Nutzer von GSM Technologie, und habe noch von damals mein GH172 von Ericsson (und übrigens auch seit damals noch die gleiche Rufnr., mit einer unteren 3-stelligen Seriennummer aus der Zuteilung von damals). Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, war mein erstes Gerät ein GH338 mit SMS Read-only Funktionalität, und da man damals alle Menüs herauf- und herunterbeten konnte, war man gespannt, wann "Mannesmann mir eine SMS sendet". Für uns war klar, das war so was ähnliches wie Cell Broadcast, also B2C Kommunikation - aber da wir nicht senden konnten, hiess es noch abwarten... Als ich meine erste SMS so gegen 1998 gesendet habe, war das so esoterisch abgespaced wie die Kommunikation zur Mondfähre - wir waren auf einem anderen Planeten damals und natürlich unserer Massenkommunikation weit voraus... Mit MMS und dem Ericsson T68m als ersten MMS-fähigen Endgerät (das war das "MMS-aufgebohrte" T68, später dann übergegangen in T68i - alle 3 Varianten habe ich noch aufgehoben, und sie funktionieren noch immer) war dann auf einmal eine Explosion sowohl von "mobile data" als auch Kommunikation. Mit Ansteck-Kameras und einer Auflösung von 320x240 Pixeln war man in der Lage, rudimentäre Farbbilder zu übertragen - aber jeder wusste was gemeint war: wow! Und wer erinnert sich nicht noch an Shortcodes von Jamba: "Sende DummesHuhn an 12345" und wie die Werbesprüche damals alle hiessen für Ringbacktones und Co. - ein Vermögen konnte derjenige schaufeln, der premium Shortcodes, also 5-stellige Kurznummern bei allen deutschen Operatorn besass. Klar, der mobile data messenger wie z.B. Whatsapp hat SMS abgelöst. Schlichtweg das Preisschild hat die Revolution ausgelöst. Und natürlich Gruppenfunktionen. Das hat es bei SMS und MMS nie gegeben. Leider verschlafen... Ich bin noch einer der Dinosaurier, die keinen Whatsapp, Signal, Threema, Telegram und Co. auf meinem Endgerät installiert hat - und damit allerdings auch sozial ausgegrenzt. Zumindest suggeriert man mir das. Sind die Kinder aus dem Haus, ist das akzeptabel - es gibt noch ein Leben ausserhalb von digitaler Kommunikation. Der Gruppendruck aber mit Kindern, Whatsapp installiert zu haben, mehr oder weniger alternativlos, ist enorm. "Entweder du hast Whatsapp, oder du bist raus." So sieht's aus. Schade eigentlich.

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b20a9 04.12.2017, 09:39
3. Der Staat hat mitverdient

Man erinnere sich an die irrwitzig hohen Summen im zweistelligen Milliardenbereich, die Netbetreiber für UMTS-Frequenzen ausgegeben haben. Ohne die enormen Einnahmen durch hohe Einheitenpreise wäre dies nicht möglich gewesen. Viel Geld ist in den Netzausbau geflossen. Die Zukunft sieht weniger rosig aus. Der Wettbewerbsdruck führte zu Discount- und Flatrate-Tarifen, die den Netzbetreibern kaum noch Gewinne bringen - die EU verschärft dies durch die Regulierung der Interconnect-Gebühren und der EU-Roaming-Preise. Die EU und die Verbraucher wundern sich auf der anderen Seite, warum wir im internationalen Vergleich immer weiter abfallen, was die Netzinfrastruktur und High-Speed-Internet, gerade in ländlichen Regionen, angeht. Dabei liegt es doch auf der Hand: Warum investieren, wo demgegenüber keine Einnahmen zu erwarten sind? Es ist wie im Festnetzbereich, wo die Preise im Keller sind. Auch dort wird nichts mehr wirklich investiert, sondern eine jahrhunderte alte Technik (Kupferdoppelader) bis zum letzten Rest ausgequetscht. (Immerhin gibts da lokale Initiativen von alternativen Anbietern, die auf Glasfaser setzen) Anstatt die Märkte kaputt zu regulieren, sollte die EU gemeinsam mit den Betreibern ein sinnvolles Zukunftskonzept auf die Beine stellen. Eine nachhaltige und langfristige Breitbandinitiative. Und ja, auch, wenn das bedeutet, dass Telefon und Internet etwas teurer werden. Oder aus Ost-Soli einen Breitband-Soli machen, oder oder oder.

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toledo 04.12.2017, 10:05
4. Das Sterben der SMS

begann, als dieser ehemalige kostenlose(!) Dienst, die Begehrlichkeiten der Telcos weckte und plötzlich kostenpflichtig wurde.
Habe nie verstanden, warum man sich für 39 Pfennig eine SMS leistet, anstatt eine gleichteure Gesprächsminute zu nutzen und wesentlich mehr als 160 Zeichen mitzuteilen.
Konnte damals sogar nach 3 Monaten aus meinem 2 Jahresvertrag, mit einem Siemens Handy für 1 Mark, aussteigen.

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MartinMüller 04.12.2017, 10:33
5.

SMS benutze ich nur geschäftlich und meistens mit neuen Partner die ich erst kennengelernt habe. Für alles andere sind Whasapp und Viber .

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stiller_denker 04.12.2017, 10:44
6. Der SMS-Preis lag 1997 bei 3 Pfennig ...

... zumindest bei Mannesmann D2 für eine netzinterne SMS. Es gab damals 2 Kurzmitteilungszentralen mit 2 Nummern. Netzfremde SMS kosteten immer 39 Pfennig. Bei den netzinternen über die andere Zentrale kosteten die ersten 100 SMS je 23 Pfennig und ab der 101. SMS waren es 3 Pfennig. So habe ich für 200 SMS im Monat 26 Deutsche Mark bezahlt und Telekom-Kunden 78 Deutsche Mark und die Grundgebühr war auch billiger. Habe damals der ganzen Familie, Freunden und Bekannten einen Mannesmann-Vertrag vermittelt. Seit der Übernahme durch Vodafone (und der Zahlung von 60 Millionen Deutsche Mark Schmiergeldzahlung an den Mannesmann Vorstand Klaus Esser) gab es dann immer mehr versteckte Preiserhöhungen.

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Maaark 04.12.2017, 11:16
7.

Zitat von b20a9
Man erinnere sich an die irrwitzig hohen Summen im zweistelligen Milliardenbereich, die Netbetreiber für UMTS-Frequenzen ausgegeben haben. Ohne die enormen Einnahmen durch hohe Einheitenpreise wäre dies nicht möglich gewesen. Viel Geld ist in den Netzausbau geflossen. Die Zukunft sieht .....
Schauen Sie sich doch mal die Preise für Mobilfunk und mobiles Internet in anderen europäischen Ländern an. Frankreich, Österreich, Finnland. Bei den Bordellpreisen, die die deutschen Mobilfunkanbieter, bis hin zu den Discountern, aufrufen, müssten wir in Deutschland LTE mit 300MBit/s bis auf die hinterletzte Kuhweide haben. In Finnland bekommt man für 35€ im Monat unlimitiertes mobiles Internet, in Deutschland sind's 4GB - und das finnische Mobilfunknetz ist hervorragend ausgebaut.

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jkleinmann 04.12.2017, 11:31
8. Rich Communication Services

Ich verstehe nicht, was an "RCS" eine Innovation oder ein Vorteil sein soll. Der Kunde muss auch das nutzen wollen, und wenn er Post von Firmen möchte, dann geht das auch über die ohnehin bekannte E-Mail-Adresse. Die euphorische Idee, dem Kunden Fotos schicken zu können klingt sehr nach etwas weltfremder Firmenpolitik.

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Abel Frühstück 04.12.2017, 11:34
9.

Zitat von Maaark
Schauen Sie sich doch mal die Preise für Mobilfunk und mobiles Internet in anderen europäischen Ländern an. Frankreich, Österreich, Finnland. Bei den Bordellpreisen, die die deutschen Mobilfunkanbieter, bis hin zu den Discountern, aufrufen, müssten wir in Deutschland LTE mit 300MBit/s bis auf die hinterletzte Kuhweide haben. In Finnland bekommt man für 35€ im Monat unlimitiertes mobiles Internet, in Deutschland sind's 4GB - und das finnische Mobilfunknetz ist hervorragend ausgebaut.
Da mögen Sie Recht haben. Aber im US-amerikanischen Outback ist nirgendwo Empfang. Das weiß ich aus Horrorfilmen.
SMS hat gegenüber einem kurzen Anruf einen immensen Vorteil (wei sich ein Forist wunderte). Man kann sie lesen, wann es einem passt - und das immer wieder. Ist also auch eine prima Notizfunktion an andere.

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