Forum: Netzwelt
Angetippt: Diese Heuschnupfen-Apps sollen Allergikern helfen
beegee 03.06.2016, 09:09
1.

ÄÄÄHHHHH? Inwiefern "helfen" mir diese Apps denn nun? Ich - Extremallergiker mit zwei abgeschlossenen Hyposensibilisierungen, die so gut wie nix gebracht haben - erleide von Februar (Frühblüher) bis November (Ragweed) meinen "Heuschnupfen, dazu noch Katzen, Hausstaub, Pferde etc..

All diese Apps zeigen mir, wann, was, wo und wie stark fliegt. Mehr nicht. Ich weiß also, wovon ich gerade Asthma, tränende Augen und Schupfen habe.

Toll! Und nun? Ich kann ja nicht zu Hause bleiben und mich einschließen. Nein, ich muss tatsächlich morgens aufstehen und zur Arbeit gehen und abends wieder nach Hause.

Helfen kann ich mir nur selber - und die chemische Industrie. Antiallerggikum nehmen (gerne auch mit der Krankenkasse anlegen, wenn man etwas anderes braucht als das, was es frei in den Apotheken gibt), Tabletten am besten abends nehmen, denn die machen extrem müde. Augentropfen nehmen - abwechselnd antiallergisch und befeuchtend. Abends kurz abduschen, damit die Pollen aus den Haaren und von der Haut abgewaschen werden. Ein bis zwei Mal am Tag mit einer Nasendusche die Nase säubern. Wenn wirklich nötig: Nasenspray, wobei ich kein antiallergisches nutze, hilft nicht. Und zwei, drei Mal im Jahr eine Volon-Spritze (leider mit Cortison), damit das "System" runter gefahren wird.

Für all das brauche ich aber keine Apps.

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dergroßeradler 03.06.2016, 09:46
2.

Mir geht es wesentlich besser als beegee in Kommentar Nr. 1 - klar diagnostizierte Allergie gegen Pollen von Roggen und Süßgräsern. Außerdem ziemlich erfolgreiche Hyposensibilierung vor wenigen Jahren (und eine ebenfalls ziemlich erfolgreiche, aber "abgelaufene", vor ca. 30 Jahren). Aber ich frage mich genauso, was mir diese Apps bringen sollten. Die Wettervorhersage einer guten Tageszeitung schließt Pollenfluginformationen ein, außerdem kann ich aus der Vorhersage zu Wind, Temperatur, Niederschlag die Wahrscheinlichkeit von Wohlbefinden oder Beeinträchtigung bestens ableiten. Man muss dazu nur den Denkapparat in Betreib nehmen. Und das geht dann ganz ohne Smartphone :).

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shirker 03.06.2016, 11:00
3.

@begee:

Kann Sie gut verstehen. Ich freue mich auch schon auf November. 3-4x pro Jahr jeweils eine Woche Intensivtherapie mit Cortison wirkt bei mir. Der Rest ist Befindlichkeitsmedikation. Eine "App" bringt da rein gar nix - LOL

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xineohp 03.06.2016, 14:43
4.

Solche APPs dienen vor allem den Krankenkassen, um langfristig ihre Klientel zu selektieren ... in Gesundheitsfragen besser offline gehen und bleiben ;-)

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dirkuhle 03.06.2016, 22:32
5.

Ich finde die Apps sehr praktisch. Sie helfen mir, mich auf die Belastung einzustellen. Wer nicht damit umzugehen weiß sollte sie einfach links liegen lassen statt darüber zu schimpfen.

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xineohp 05.06.2016, 09:49
6.

@dirkuhle: mit Schimpfen hat das nichts zu tun. Es handelt sich lediglich um gut gemeinte Warnungen vor einer nur durch den Konsumenten (also durch Sie und Ihr Handeln) abwendbaren Selektionsmachinerie a la Darwin: nur der Starke wird überleben. Diesem Wahnsinn kann man nur mit einer konsequenten Entnetzung begegnen - und zwar in allen Bereichen, in denen das noch möglich ist. Was glauben Sie was Sie sagen würden, wenn jemand uneingeladen in Ihr Haus eindringen würde: genau dies tut jedes Smartphone (mit Kameras, Mikrophon und Vibrationssensoren) - nur Sie verdrängen das einfach. Demokratie Ende :-/ Genau wie ab 1933, - nur noch viel perfider und effizienter

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cyoulater 06.06.2016, 14:05
7. praktisch

Ich nutze die App von Hexal und finde die prima, auch wenn einem erfahrenen Allergiker normalerweide schon ein Blick aus dem Fenster langt, um zu wissen, was Sache ist. Zum einen gibt sie Tendenzen für die nächsten Tage an - finde ich gut. Zum anderen kann ich die Lage für meine Kinder abschätzen, die gegen ganz andere Pollen allergisch sind als ich und meine Nase als "Barometer" somit ausfällt. Also, ganz so nutzlos sind die Dinger nicht.

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