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Antisemitismus im Netz: Keine Logik, keine Konsistenz, keine Plausibilität
AFP

Der Milliardär und Philanthrop George Soros bietet für Rechtsextreme ein klares Feindbild: Er ist Jude, und er ist reich. Außerdem ist er mal Marxist und mal Hyperkapitalist, ganz wie es gerade passt.

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pulverkurt 05.12.2018, 18:30
1. Es wurde Zeit, den Hass gegen Soros einmal zu thematisieren!

Nach der letztwöchigen brillianten Analyse von Herrn Lobo über die toxische Wirkung russischer Propaganda in westlichen Foren nun also ein weiteres Reizthema, das wahrscheinlich auch hier Dutzende Trolle anlockt die sich darüber beklagen nicht über das Feinbild Soros abhetzen zu können, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden. Wer's nicht glaubt, suche einmal auf SPON nach Artikeln über "Soros" und lese sich die Forenkommentare darunter durch. Der Mann ist für manche Leute für alles verantwortlich, was es Böses in der Welt gibt. Das Märchen vom angeblich westlich inszenierten "Putsch" in der Ukraine ist nur eins davon.

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rt2323 05.12.2018, 18:31
2. inkonsistent

Führt der Autor nicht selbst die kritisierte Methode ins Feld und setzt Kritik an Israel mit Antisemitismus gleich? Nicht der Zweck heiligt die Mittel, die Mittel selbst müssen fair sein, um dem Zweck dienen zu können.

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fkfkalle3 05.12.2018, 18:32
3. Mich nervt es nur

Menschen mit jüdischen Glaubensbekenntnis generell als Juden , defacto als Volk zu deklarieren, lehne ich ab.
Von daher ist es simpel, Als Atheist ist es also nebensächlich ob ein Staatsbürger katholisch, jüdisch, oder weissder Teufel geprägt ist. Von daher gibt es Gemeinsamkeiten, oft gleiche Interessen, aber auch Trennendes.
Es zählt ausschliesslich der Mensch. Oppenheimer, Rathenau,Feuchtwanger,Baremboim,Einstein , die Kette ist unendlich ,sind Staatsbürger jüdischen Glaubens, nicht mehr nicht weniger, also von daher nur in der Sache, jedoch nicht als Person angreifbar.

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PeaceNow 05.12.2018, 18:32
4. Wenn herr Lobo nicht nur viel Text geschrieben hätte

der Detailtiefe und Recherche suggeriert, sondern dies tatsächlich hätte und getan hätte, dann hätt er festgestellt das die große Mehrheit der Kritiken gegen Soros NICHTS damit zu tun haben das er Jude ist, SONDERN damit das er als gnadenloser Spekulant sowie NGO Finanzier, auch in der Flüchtlingsfrage sowie bei diversen Farb- und Blumenrevolutionen, Unheil über ganze Länder und Völker zumindest mitverursacht hat.
So jemanden Philantroph zu nennen, nur weil er in Relation zu seinem Vermögen gerade so was aus der Portokasse vermeintlich gemeinnützig spendet, ist die Krone des Selbstbetrugs.

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Moment_of_Zen 05.12.2018, 18:35
5.

Sehr beliebt bei Antisemiten ist es auch zu behaupten Antisemitismus bedeute nicht Judenhass sondern da ja Semiten ein Volk sei, das Araber miteinschließe, ein Hass auch auf Araber sei, so der pseudointellektuelle Tiefflieger. Mit allerlei Folgetrugschlüssen und Zirkellogik.

Das George Soros von Antisemiten als Nazi bezeichnet wird hat einen größeren Kontext, da Israelis, damit sind „logischerweise“ nur Juden gemeint, dafür alle weltweit, von Judenhassern generell als Nazis dargestellt werden mit der infamen Unterstellung sie würden einen Genozid begehen (in dem sie sich und ihr Land verteidigen).

Chanuka sameach.

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antelatis 05.12.2018, 18:37
6. Warum Soros?

Also erst mal: Philantrop und Milliardär das sind ja wohl zwei Begriffe, die sich gegenseitig ausschließen. Das ist ja so, als würde man einem Umweltschützer nachsehen, dass er jeden Morgen mit dem SUV mitten durch ein Naturschutzgebiet fährt, um den Weg zum Becker abzukürzen.

Was ich mich nach dem Lesen der Kolumne jetzt aber frage, warum ist gerade George Soros so ein Feindbild für Rechtsextreme und Antisemiten? Was ist bei ihm so anders, als bei anderen reichen Juden, dass er in diese Rolle geraten ist? Warum zum Beispiel nicht Mark Zuckerberg? Gibt es einen besonderen Grund dafür, dass diese hetzenden Fanatiker gerade ihn ausgesucht haben, oder hat er einfach nur Pech gehabt?

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tobitibot 05.12.2018, 18:40
7. Eine beklemmende Kolumne

die durch die eingeschobenen Zitate die erschreckende Koninuität des Antisemitismus demonstriert.

Besonders interessant fand ich die angesprochenen Memes. Humor ist eine perfide Strategie, antisemitische Inhalte zu transportieren, da man gleichzeitig eine Distanz zum Gesagten wahren kann. Schließlich ist eh alles nur ironisch. Und wenn es doch zu Beschwerden kommt, wurde die Pointe einfach nicht verstanden. Dass die Pointe jedoch an tief verwurzelte Ressentiments anknüpft, wird dabei unterschlagen. Tatsächlich könnte sie ohne bestehende Vorurteile gar nicht funktionieren. Daher möchte ich dem Autor in einem Punkt widersprechen:
Ich bin der Meinung, dass jeder, der derartige Memes teilt, auch antisemitische Einstellungen besitzt. Entscheidend ist für mich dabei der Schritt Verbreitens: Einen Witz lustig zu finden, ist das eine. Ihn weiterzuerzählen, das andere. Denn das bedeutet, dass man ihn verinnerlicht hat.

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f-rust 05.12.2018, 18:58
9. Herr Lobo, bitte:

hetzen Sie doch nicht mit der Behauptung, Hr. Soros würde abgelehnt, weil er "Jude" sei. Die Gründe für die Ablehnung, nur in Stichworten, haben mit völlig anderen Dingen zu tun: Finanz-Spekulant gegen Bank von England - einseitige Parteinahme und Finanzierung für Demokraten in den USA - Migrantenplan ("I have a plan...") - politische Einflussnahme über NGOs in inneren Angelegenheiten in Staaten Mittel- und Osteuropas (was umgedreht Russland in den USA ja empört vorgeworfen wird) - Agenda einer NWO ... etc etc - all das hat NICHTS damit zu tun, dass er auch Jude ist, also packen Sie die gleich anfangs bedeutungsvoll, wenn auch unterschwellig geschwungene "Nazikeule" (wer Soros kritisiert, ist Antisemit) bitte wieder ein. (schreibt jemand, der jüdische Texte - auch von Chabad - vom Englischen ins Deutsche übersetzt)

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