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"Battlefield V": Wenn ein Game im Zweiten Weltkrieg spielt
EA

Der Shooter "Battlefield V" ist brachial und unglaublich atmosphärisch, findet unser Autor. Er fragt sich aber auch: Braucht dieses Spiel wirklich die Kulisse des Zweiten Weltkriegs?

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schmuella 17.11.2018, 20:01
1. Bildungsauftrag vs. Zockerspaß

"Der Holocaust übrigens wird in "Battlefield V" wie in vielen anderen Weltkriegs-Games vollkommen ausgespart - jegliche Schrecken der simulierten Zeit will das Spiel dann doch nicht abbilden."

Der Fokus von Ballerspielen liegt auf Ballerspaß, mit soviel Echtsheitsgrad und Atmosphäre wie möglich, weniger auf Geschichts- und Politikunterricht. im Übrigen werden Ballerspiele weltweit gespielt, nicht nur in Deutschland. Man kann darüber hinaus hinterfragen, was es mit dem Gewaltpotenzial auf sich hat. Ein Blick in die Unterhaltunswelt (Film unter Fernsehen) zeigt, dass Gewalt sehr häufig vorkommt, ob subtil (Psychoterror) oder offen (Tötungen). Die Leute spielen das (nach), was sie tagtäglich mitbekommen von klein auf.
Wollte man das ändern bzw. dem etwas entgegen setzen, müsste man die Welt bzw. die Menschen ändern, die diese Welt ausmachen. Gewalt war aber schon immer gegenwärtig und dem Menschen ist es scheinbar in Wiege gelegt, Gewalt anzuwenden. Menschen zu friedlichen Wesen zu verwandeln ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Letztlich ist es Natur.

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axel.hag 17.11.2018, 20:05
2. Wozu?

Wozu Kriegsspiele? Wie kommen wir weg von der Politik des Säbelrasselns? Ballern ist leichter als arbeiten, leichter als die Probleme des Lebens zu lösen. Äktschehn! Technisch herausfordernd, intellektuell ein Nulldurchgang, bumm und aus! Filme mit Inhalt, Spiele mit pädagogischem Ehrgeiz sind wichtiger! Hier ist die Kanzlerin gefragt, nicht die Uschi.

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Kurti23 17.11.2018, 20:19
3. Einer Gründe warum ich dieses (und seine Vorgänger) nie spielen werde....

..... Ist das Thema. Ich habe einfach ein Problem damit den 1. und 2. Weltkrieg nachzuspielen. Das ist nun mal wirklich passiert und Millionen von Menschen haben ihr Leben verloren oder sind schwer verletzt worden und wir sollen das jetzt nach Spielen? Das ist doch pervers!

Da mir die Art von Spielen trotzdem irgendwie gefällt halte ich mich lieber an Destiny 2.

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flopsy666 17.11.2018, 20:42
4. Oha

Zitat von Kurti23
..... Ist das Thema. Ich habe einfach ein Problem damit den 1. und 2. Weltkrieg nachzuspielen. Das ist nun mal wirklich passiert und Millionen von Menschen haben ihr Leben verloren oder sind schwer verletzt worden und wir sollen das jetzt nach Spielen? Das ist doch pervers! Da mir die Art von Spielen trotzdem irgendwie gefällt halte ich mich lieber an Destiny 2.
Mit so einer Einstellung ist man aber ganz schön eingeschränkt...dann darf man ja keine Spiele spielen, Filme schauen und Bücher lesen, die einen Unterhaltungswert haben und sich mit vergangenen Kriegen beschäftigen. Dann verpasst man aber viel künstlerisch Wertvolles.

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eronx 17.11.2018, 20:59
5. Neues Storytelling wäre wünschenswert

Mich würde es sehr freuen, wenn diese Spiele noch stärker die Emotionen der Spieler berühren könnten. Es geht beim Multiplayer Match nie um Geschichte oder Story. Es geht lediglich um einen Wettkampf der das Können und die Schnelligkeit der Spieler abfragt.
Aber im Single Player würde ich mir sehr eine emotional aufwühlende Geschichte wünschen, die einem am Ende mit Fragen und Zweifeln über diesen und jeden anderen sinnlosen Krieg nach antworten suchen lässt.

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111ich111 17.11.2018, 21:15
6. Bitte was?

"Bei allem, was grausam am Krieg ist, er bringt auch gute Seiten des Menschen hervor. Und so lässt das Spiel den Spieler vor allem diese großen, die guten Momente nachspielen."

Welche "gute Seiten" des Menschen bringt irgendein Krieg denn hervor??? Ich habe nichts gegen Ballerspiele, Ego-Shooter oder sonstiges Gemetzel auf dem Bildschirm aus einer Spielekonsole. Aber gegen solche schwachsinnigen -im besten Fall noch geheuchelten- Sätze habe ich allerdings was. Hat der Autor etwa ein gestörtes Sozialverhältnis? REALER Krieg bringt NIE eine gute Seite des Menschen hervor. Egal in welcher Beziehung. Punkt.

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lrtnick 17.11.2018, 21:23
7. Was möchte der Autor uns sagen?

Versucht der Autor hier etwa von einem "Ballerspiel" pädagogische Aufklärungsarbeit zu verlangen? Oder ist es doch nur ein Spielereview?

Man kann sicherlich über die Sinnhaftigkeit von Shootern diskutieren, egal ob 1./2. Weltkrieg, aktuelle Geschehen oder futuristisch. Man kann sicherlich über den pädagogischen und geschichtlichen Wert solcher Spiele mit historischem Hintergrund streiten.

Dann doch aber bitte im allgemeinen und etwas reflektierter.
Wenn es um die historische akkuratheit geht, muss man kritisieren, dass der Holocaust an sich nicht thematisiert wird, genauso wie die vom Autor erwähnte weibliche, mit Prothese kämpfende, britische Soldatin (zumindest war es so in einer früheren Fassung der Fall, der für erwähnten Aufschrei sorgte). Vor allem vor dem Hintergrund, dass dice laut tönte, es wäre der historisch korrekteste Shooter mit dem Thema 2. WK.

Zum Schluss, darf man aber nicht vergessen, dass es nur ein Spiel ist und von wem es kommt.
EA interessieren nur die Verkaufszahlen und nach BF3, BF4 (beide spielen in der Gegenwart), BF Hardline (Gegenwart mit "Räuber und Gendarm" setting) und BF1 (1. Weltkrieg) musste nunmal ein "neues" setting her und man entschied sich zurück zu den Wurzeln (das erste Battlefield war BF1942).

Ich würde hier in der Art und Weise nicht zuviel hinein interpretieren, da man sich mit dem setting einfach höhere Absatzzahlen erhofft.
Und das nächste Battlefield könnte, mit großer Wahrscheinlichkeit, in einer futuristischen Zukunft spielen, wie schon BF2142.

Der Kommentar taugt nur leider weder als Kritik am Genre im allgemeinen noch als Spielereview.
Das sollte man dann auch der Fachpresse überlassen, getrost dem Motto, Schuster bleib bei deinen Leisten.

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vitalik 17.11.2018, 21:46
8.

Und wieder ein Artikel, der zeigt, warum man in Deutschland kaum ein Entwicklungsstudio aufbauen könnte, denn auch hier versucht man einem Spiel, welches zur Unterhaltung dienen soll, einen Bildungsauftrag reinzupacken. Wie kann es auch sein, dass man die Nazis spielen kann, ohne diese als Monster darzustellen. Bei Battlefiled wird es wohl kaum einen Spieler geben, der den besseren Realismus verlangt. Wer es braucht, geht zu Arma oder andere Hardcore-Simulationen. Das heißt aber nicht, dass die Spieler sich komplett verarschen lassen, was die regelmäßigen Shitstorms zu bestimmten Inhalten zeigen.

Genauso hätte man selbst darauf kommen können, warum man WK1 oder WK2 als Szenario auswählt. Es ist einfach das Regelwerk, welches eine Bindung erlaubt. Wenn man sich mit der Reihe beschäftigt, dann würde man es erkennen. Battlefield 2142 ist gefloppt, da niemand auf erfundene Waffen und Fahrzeuge Bock hat. Der Vorteil von bekannten Szenarien ist, dass man sich deren bedienen kann. Jedem Spieler ist klar, dass ein Karabiner langsam lädt/schießt, dafür aber mehr Präzision und Schaden bietet usw.

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jojack 18.11.2018, 23:08
9.

Zitat von axel.hag
Wozu Kriegsspiele? Wie kommen wir weg von der Politik des Säbelrasselns? Ballern ist leichter als arbeiten, leichter als die Probleme des Lebens zu lösen. Äktschehn! Technisch herausfordernd, intellektuell ein Nulldurchgang, bumm und aus! Filme mit Inhalt, Spiele mit pädagogischem Ehrgeiz sind wichtiger! Hier ist die Kanzlerin gefragt, nicht die Uschi.
Ganz einfach: diese Spiele machen vielen Menschen Spaß. Und wir leben in einem freien Land. Es ist nicht die Aufgabe der Politik, die Leute zu erziehen.

Aber seien Sie beruhigt: Battlefield 5 ist ganz auf den linken Zeitgeist getrimmt. Realitätsverzerrend kämpfen da handamputierte amputierte Amazonen mit Kriegsbemalung.

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