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Bertelsmann-Studie: Kaum jemand weiß, was ein Algorithmus ist
DPA

Ampeln steuern, Paare zusammenführen und festlegen, welche Werbung man zu sehen bekommt: Das alles machen Algorithmen. Einer Studie zufolge weiß trotzdem kaum jemand, was es mit den Programmiergebilden auf sich hat.

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Mehrleser 23.05.2018, 14:55
1.

Das Ergebnis erstaunt mich, es geht ja bereits in den ersten Zeilen des Artikels los:
"Kaum jemand weiß, was ein Algorithmus ist"
"Fast die Hälfte der Deutschen kann mit dem Begriff Algorithmus nichts anfangen."
"Demnach haben drei Viertel der Befragten das Wort zwar schon einmal gehört, aber nur jeder Zehnte kann erklären, was Algorithmen eigentlich sind."

Klingt teilweise widersprüchlich. Aus dem letzten Satz schließe ich, daß 10% der Befragten den Begriff ordentlich erklären können. Warum aus 10% in der Überschrift "kaum jemand" wurde, erschließt sich mir wiederum nicht. Meine Vermutung: Bei SPON sind jetzt auch Praktikanten zu teuer, die Artikel erzeugt ein klick-optimierender Algorithmus anhand von Pressemitteilung. So eine Art ELIZA 2.0

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AxelSchudak 23.05.2018, 14:56
2. 73%

Zitat: "73 Prozent der Befragten fordern ein Verbot von sogenannten vollautomatisierten Entscheidungen, die ohne menschliche Beteiligung getroffen werden. "
Das bedeutet entweder, das 73% keinerlei Ahnung haben von Algorithmen, oder das der Autor des Artikels die Fragestellung fehlerhaft wiedergegeben hat.
Entscheidungen WOZU? Ob jetzt der Cursor blau oder gelb blinkt, ob ein Kredit vergeben wird, oder ob die Drohne feuert weil der Kollateralschaden als akzeptabel bewertet wird?

Der Artikel ist nicht jemandem geschrieben worden, der schonmal für Lebensunterhalt programmiert hat, oder? Leider wohl auch nicht von jemand entsprechendem quergelesen - was aber den eigentlichen Kern des Arikels - mangelhafte Kenntnisse von Algorithem - wunderschön unterstreicht.

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inline 23.05.2018, 14:56
3. Warum dieses Aufmacherbild?

Das Aufmacherbild "Mit Formeln beschriebene Tafel" wird die Leute auch nicht schlauer machen, es hat nur sehr wenig mit Algorithmen zu tun.

Ansonsten gibt es doch schon seit einigen Jahren Informatikunterricht, dort sollte man das lernen.

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erzengel1987 23.05.2018, 15:01
4. Das ist eine typische Studie

Was ist ein Algorithmus?
Die meisten Leute brauchen sich damit niemals auseinandersetzen. Deswegen wissen auch nur wenige von diesen Menschen überhaupt etwas von diversen algorithmen.

Prinzipiell sind es lediglich Programmablaufpläne nicht mehr und nicht weniger. Die können beliebig komplex werden und man kann ihnen eine gewisse Intelligenz zuschreiben, indem viele Wege "gleichzeitig" berechnet werden und dann der beste ausgewählt wird.

Nur das gibt es auch bei Versicherungen Banken oder anderen Strukturen. Nur ich behaupte die Mehrheit muss sich darüber keinen Kopf machen. Wichtiger ist im Hinblick auf Facebook, wer bekommt wie und warum meine Daten.
Was passiert mit den Daten und wie versucht man uns zu manipulieren.
f(x) = x^2+2 ist bereits ein sau simpler Algorithmus aber da ist es besser zu verstehen was Mathematik allgemein ist.

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erik4tw 23.05.2018, 15:01
5.

Anscheinend assoziieren die meisten mit Algorithmen irgendwelche bösen Programme die den Menschen beherrschen wollen. Aber letztlich ist ein Algorithmus nichts anderes als eine Handlungsvorschrift zur Problemlösung. Genau das gleiche tut der Mensch auch, indem er bspw. Nudeln kocht: 1. Wasser rein 2. Erwärmen 3. Nudeln rein 4. Nach 10 Minuten Nudeln wieder raus.
Also wo ist das Problem?

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sok1950 23.05.2018, 15:07
6. mit der Hilfe der mathematischen Formeln? so ein Quatsch

Auch sind das keine "Algorithmen".
Das sind Programme, welche auf Grund von Daten mittels logischer(!) Verknüpfung automatisch Schlussfolgerungen generieren.
Beispiel: Ein Benutzer gibt bei goggle (hat er früher nicht gemacht) Suchbegriffe wie Hebamme, Babysachen usw. ein.
Verbunden mit - in der Datenbank bereits enthaltenen - Informationen über Alter und Geschlecht kann recht einfach geschlussfolgert werden, ob (wenn weiblich z.B. Frau zwischen 20 und 30) ein eigenes Kind erwartet wird oder (wenn Alter 40+) die Person Enkelkinder erwartet.

Ein (unverheirateter) Mann goggelt nach der Zuverlässigkeit von Schwangerschaftstest ---> Freundin ist (ungeplant?) schwanger.
Das ist weder geheimnisvoll noch mystisch sondern nur ein Frage, welche Daten bereits vorliegen und welche Leistung das technische System hat um die Daten auszuwerten.
Peinlich - für das Unternehmen und den Programmierer - sind nur Programme, welche mir bei den Kriegerweibern monatelang einzureden versuchen, dass ich den Wasserkocher noch mal kaufen soll.

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kochra8 23.05.2018, 15:08
7. Bis ans Limit

Früher nannte es sich Schwarmintelligenz; was brauchte es, um den perfekten 'Volkskörper' zu generieren!? Die Folgen sind bekannt. Tausende mussten sterben, weil ihr Leben mutmasslich als unwert, volkszersetzend oder das gemeine Volksvermögen schädigend, angesehen ward. Die Gewinnmaximierung heute wie die thematisierte Genveredelung, das Teilen lukrativer Pöstchen unter ihresgleichen, dann die Rationalisierung, und die Schulden der Sozialkassen (wo bleibt die Transparenz in Gelddingen heute wie insbesonders die Transaktionssteuer oder die Registrierung von Festwerten) - all dies wird wiederum eine enorme Knappheit erzeugen. In dieser Not wird man die Algorithmen neu aktivieren, um den zukünftigen Erhalt des eigenen Elends zu gewährleisten.

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holger.peine 23.05.2018, 15:12
8. ... und offenbar weiß es der Bildredakteur auch nicht

... oder warum sonst hat er einen Artikel zu Algorithmen nicht mit einem Algorithmus (z.B. als Flussdiagramm oder Programmcode) bebildert, sondern mit mathematischen Gleichungen?

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sven2016 23.05.2018, 15:19
9.

Algorithmen sind prinzipiell nichts Neues und nicht an Computer gebunden, schon Euklid erstellte welche.

Das Unbehagen (und die unscharfe Wahrnehmung in der Öffentlichkeit) rührt eher davon her, dass bei der Verwendung von "Big Data" Algorithmen zur Auswertung und Verknüpfung praktisch immer kommerziell und damit intransparent sind.

Wie zielgerichtet missbräuchlich das angewandt wird, sah man vor kurzer Zeit an den gefakten Daten bei Umfragen, auf die angewandt Algorithmen dann die geqünschten Ergebnisse lieferten.

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