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Breitbandausbau: Bisher wurde nur ein Bruchteil der Fördermittel ausbezahlt
DPA

Der Bund lobt Milliarden für schnelles Internet in Deutschland aus, doch die Förderung läuft schleppend. Die Grünen sprechen von Inkompetenz der Bundesregierung, die Landkreise sind aber nicht unzufrieden.

gruenertee 12.06.2018, 09:22
1.

Alte Menschen sind verantwortlich für den Ausbau einer Basis Technologie von der sie größtenteils nicht profitieren. Kein Wunder geht da nichts voran. Das Monopol von der Telekom hilft da auch nicht weiter, die sind wohl auch Teil der Blockade. Ich nutze das KabelNetz (bei leibe auch keine gute Alternative) aber zumindest hab ich laut Vertrag 150Mbits was real ca. 40 Mbits sind (mit peaks über 100Mbits). Das reicht mir für das Wichtigste.

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infoseek 12.06.2018, 09:45
2. Kein Wunder.

Hier in unserer Kommune: Planungen für Glasfaser erstellt, Fördermittel beantragt, Aufträge erteilt - läuft. Bürger freut sich. Kommt die Telekom: Wir haben doch für 2018 den Glasfaserausbau bei euch fest geplant - nicht gewusst? Dochdoch, ganz sicher garantiert! Folge: Fördermittel weg (Telekom baut ja auf eigene Kosten aus), Planungen eingestampft, Aufträge storniert. Kaum war das erledigt, kommt die Telekom: Also das tut uns jetzt waaahnsinnig leid - aber unsere Prioritäten haben sich geändert, wir müssen den Ausbau doch verschieben. So ca. 2025/26 könnt ihr eventuell damit rechnen. Dochdoch, ganz sicher, wenn's klappt. Außerdem haben doch 20% längst schnelles Internet über TV-Kabel, und im Ortskern machen wir vielleicht ein bißchen Vectoring. Der Rest ist doch die letzten 15 Jahre mit den 1-2 MBit offenbar gut zurechtgekommen, oder? Bürger fühlt sich massivst verarscht.

Anscheinend absolut kein Einzelfall ...

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wannbrach 12.06.2018, 11:21
3.

Die Inkompetenz in den Regierungen ist einfach zum Heulen. Unverständlich auch dass die Telekom die Häuser-anschlüsse weiterhin nur mit Kupferverkabelung durchführen will. Somit wird Deutschland weiterhin ein Entwicklungsland bleiben was Digitalisierung und schnelles internet betrifft.

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derlabbecker 12.06.2018, 11:43
4. hmm...

Zitat von gruenertee
Alte Menschen sind verantwortlich für den Ausbau einer Basis Technologie von der sie größtenteils nicht profitieren. Kein Wunder geht da nichts voran. Das Monopol von der Telekom hilft da auch nicht weiter, die sind wohl auch Teil der Blockade. Ich nutze das KabelNetz (bei leibe auch keine gute Alternative) aber zumindest hab ich laut Vertrag 150Mbits was real ca. 40 Mbits sind (mit peaks über 100Mbits). Das reicht mir für das Wichtigste.
... hab hier auch Kabel, das liegt hier seit den 80ern oder noch länger.... hab einen 120 MBit Vertrag und bekomme auch 120 MBit (teils etwas drüber) rund um die Uhr und immer.
Das Glasfaserkabel (leer) der lokalen Stadtwerke liegt aber schon aufgerollt vor dem Keller und muss nur noch die nächsten Tage von einer Firma in den Keller gelegt werden, danach wird die Faser durchgepustet....

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derlabbecker 12.06.2018, 11:48
5. wo ich wohne...

Zitat von infoseek
Hier in unserer Kommune: Planungen für Glasfaser erstellt, Fördermittel beantragt, Aufträge erteilt - läuft. Bürger freut sich. Kommt die Telekom: Wir haben doch für 2018 den Glasfaserausbau bei euch fest geplant - nicht gewusst? Dochdoch, ganz sicher garantiert! Folge: Fördermittel weg (Telekom baut ja auf eigene Kosten aus), Planungen eingestampft, Aufträge storniert. Kaum war das erledigt, kommt die Telekom: Also das tut uns jetzt waaahnsinnig leid - aber unsere Prioritäten haben sich geändert, wir müssen den Ausbau doch verschieben. So ca. 2025/26 könnt ihr eventuell damit rechnen. Dochdoch, ganz sicher, wenn's klappt. Außerdem haben doch 20% längst schnelles Internet über TV-Kabel, und im Ortskern machen wir vielleicht ein bißchen Vectoring. Der Rest ist doch die letzten 15 Jahre mit den 1-2 MBit offenbar gut zurechtgekommen, oder? Bürger fühlt sich massivst verarscht. Anscheinend absolut kein Einzelfall ...
... wird gerade Glasfaser von den Stadtwerken ausgebaut. Als der Zettel mit dem Besuch der Bauleute im Haus zwecks Besichtigung des Kellers im Briefkasten lag liefen hier auf einmal auch junge Typen rum, im Auftrag der Telekom. Man könnte doch jetzt schon 100 MBit der Telekom haben, hier unterschreiben, liegt doch schon alles, die ganze Graberei kann man sich sparen... die verwüsten nur den Vorgarten usw.... und mehr als 100 MBit braucht doch auch kein Mensch... als er merkte, dass ich vom Fach bin, hat er schnell das Weite gesucht. Wir haben hier auch UM Kabel liegen, ich kann da 400 MBit drauf haben (hab jetzt 120) und die Telekom wäre sicherlich das letzte auf das ich hier gehen würde, der alte Klingeldraht..... aber bei den vielen Nachbarn im fortgeschrittenen Rentenalter treffen die auf fruchtbaren Boden (mein Nachbar: Glasfaser? Brauch ich nicht.....).... an den Wiederverkaufswert der Hütte denken halt einige nicht.

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knuty 12.06.2018, 12:11
6.

Zitat von derlabbecker
... wird gerade Glasfaser von den Stadtwerken ausgebaut. Als der Zettel mit dem Besuch der Bauleute im Haus zwecks Besichtigung des Kellers im Briefkasten lag liefen hier auf einmal auch junge Typen rum, im Auftrag der Telekom. Man könnte doch jetzt schon 100 MBit der Telekom haben, hier unterschreiben, liegt doch schon alles, die ganze Graberei kann man sich sparen... die verwüsten nur den Vorgarten usw.... und mehr als 100 MBit braucht doch auch kein Mensch... als er merkte, dass ich vom Fach bin, hat er schnell das Weite gesucht. Wir haben hier auch UM Kabel liegen, ich kann da 400 MBit drauf haben (hab jetzt 120) und die Telekom wäre sicherlich das letzte auf das ich hier gehen würde, der alte Klingeldraht..... aber bei den vielen Nachbarn im fortgeschrittenen Rentenalter treffen die auf fruchtbaren Boden (mein Nachbar: Glasfaser? Brauch ich nicht.....).... an den Wiederverkaufswert der Hütte denken halt einige nicht.
Wofür sollte denn jeder Haushalt einen 1.000 MBit-Anschluss brauchen?

Und warum sollten man sich einen solchen Anschluss legen lassen, wenn man ihn nicht braucht?

Und warum sollten ausgerechnet Rentner im fortgeschrittenem Alter sich um den Wiederverkaufswert ihres Häuschens sorgen?

Beim Breitbandausbau geht es auch nicht darum, dass man statt 100 MBit flotte 1.000 MBit nutzen kann, sondern dass man überhaupt einen Breitbandanschluss hat.

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fraber 12.06.2018, 13:49
7. "Dokumentationspflichten" - Nötig aber tötlich

Ich bin an mehreren Glasfaserprojekten auf der Planungsseite beteiligt. Wir sehen, dass die aufwändige Dokumentation viele Landkreise davon abhält, überhaupt Geld zu beantragen. Wir schätzen, dass 20% - 30% des Projektaufwands dafür draufgeht. Wir haben schon mehrere Landkreise gesehen, die dann Angst bekommen haben, Fördergelder zurückzahlen zu müssen, und dann lieber ganz darauf verzichtet haben.

Hilfe würde die Digitalisierung der Projektdurchführung helfen, wie sie im Hochbau schon üblich ist. Damit könnte Missbrauch und mafiöse Strukturen schneller (in Echtzeit!) erkannt werden, und gleichzeitig wäre das Projekt komplett dokumentiert. Peinlich ist, dass "atene" immer noch kein digitales API für die Dokumentation bereitstellt. Statt dessen müssen "kleine Wälder" (40 Aktenmeter im letzten Projekt) für das Papier der Dokumentation abgeholzt werden.

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dunham 12.06.2018, 14:45
8. Man hätte mit LTE anfangen sollen

Okay, ich habe 16 MBit und brauche nicht mehr: ein bisschen Surfen, ein bisschen Mailen, Amazon Video und Zattoo für einen Einzelnen.

Dennoch frage ich mich, warum man nicht auf LTE setzt. Als wir ein recht großes Grundstück mit mehreren Ferienhäusern "Internet-fähig" machen sollten, haben wir uns für vermeshtes WLAN entschieden, da das Planen, Buddeln, Verlegen viel zu lange gedauert hätte.

Kann man das Modell nicht ins Große übertragen?

DH

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