Forum: Netzwelt
Breitbandausbau: Deutschland, dein Lobbyproblem
DPA

Die Kunden-Nachfrage nach Highspeed-Internetanschlüsse ist gering, klagt CDU-Politikerin Dorothee Bär. Die Aussage ist erstaunlich, passt aber auf traurige Weise ins Schema deutscher Digitalpolitik.

Seite 1 von 24
rkinfo 14.02.2018, 16:49
1. 150/10 MBit/s reichen mir heute ...

Es fehlen aktuell für die Meisten noch die Killeranwendungen. Die modernen Spielekonsolen haben zwar 4K Games, die ca. 1.000 GBit umfassen, was bei 0,1 GBit/s dann 3h Ladezeit bedeuten - grenzwertig lahm. Bei 1 GBit/s wären noch 25min Wartezeit fällig, bei 2,5 GBit/s noch 7 min.
Heute laden die Haushalte ca. 60 GByte/ Monat, was im Mittel 0.3 MBit/s bedeutet.
Bei 1.000 GByte/Monat würden dann 4 MBit/s reichen ;-)
'Schnelles Internet' per verkürzt Wartezeiten, was auch die 5G Technik im Fokus hat. Jene wirbt mit 10 GBit/s, wobei wohl im der Praxis Spitzenwerte über 1 GBit/s drin sind.

Beitrag melden
lazycat 14.02.2018, 16:51
2. Frechheit

Ich empfinde die Äußerung als Frechheit und bin überzeugt das der größte Teil der Internetnutzer ein schnelles Internet wünscht. Das Problem liegt darin das der Preis im Vergleich zu anderen EU Staaten viel zu überteuert ist. Ausserdem sind die Internet Anbieter gar nicht in der Lage den Anschlusswünschen nachzukommen. Warte schon eine Ewigkeit auf einen schnelleren Anschluß. Die Geschwindigkeit hier ist deutsche Standardgeschwindigkeit 16 MBit.

Beitrag melden
peterefunck 14.02.2018, 16:53
3. Surfgeschwindigkeit betreffend

Es gibt eine Seite bei der Telekom, die mir darüber Auskunft gibt, was in meiner Gegend die maximale Surfgeschwundikeit gibt. Wozu soll ich dann in den Laden gehen und einen Vertrag über schnelleres Internet abschließen? Noch dazu freue ich mich wie ein Schneekönig, wenn ich wenigstens die versprochene Geschwindigkeit erreiche, passiert aber nie.. Gegen diesen Misstand könnte die Politik ja auch mal vorgehen

Beitrag melden
reifenexperte 14.02.2018, 16:54
4. Ich habe nur 16 MBit/s bestellt,

das würde auch reichen. Aber zu den Zeiten, wo ich es nutzen will, rauscht es oft auf unter 1 MBit/s runter. Das wäre das Gleiche, wenn ich 100 MBit/s bestellen würde. Abgeordnete, die sich von Lobbyisten so beinflussen lassen, dass sie gegen die Interessen der Bürger handeln, gehören bestraft.

Beitrag melden
Kurt Klaas 14.02.2018, 16:55
5. Kein schnelles Netz mItten in Hamburg

Wir wollen das schnelle Internet mit Glasfaser.
Aber wir wohnen in Hamburg, in einem Teil, der nicht ans Glasfasernetz angebunden ist. Auf die Nachfrage bei mehreren Unternehmen (2 überregionale, 1 örtliches) lief das Angebot darauf hinaus, dass wir problemlos einen entsprechenden Anschluß erhalten können, wenn wir uns mit mehreren 10.000 € an der Erschliessung der Leitung beteilgen.
Wir haben dankend abgewunken und haben so bis auf weiteres ein 12 Mbit Internet.
Wenn ich Aussage wie die von Frau Bär lese, schwillt mir der Kamm.

Beitrag melden
xand0r 14.02.2018, 16:55
6. Privatisierung ist das Problem

Vorab: Lobbyismus ist nicht nur im Digitalen ein Problem, sondern mittlerweile wohl überall in der Politik. Das eigentliche Problem ist aber nicht der Lobbyismus an sich, der ja sogar für eine liberale Demokratie unverzichtbar ist, sondern dass in Deutschland grundlegende Versorgungsaufgaben pseudo-privatisiert wurden.
Am Beispiel Breitbandausbau sieht man das sehr deutlich: Was bringt es der Telekom, die Netze auszubauen? Es kostet Geld. Es bringt aber der Telekom aus unternehmerischer Sicht nichts. Denn ob die Kunden nun mit 16, 50 oder 100 Mbit surfen, sie sind ja trotzdem Kunden. Also eine nicht lohnende Investition. Denn letztlich ist die Telekom eine AG und somit ihren Aktionären verpflichtet. Hier prallen also wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen aufeinander und hier setzt auch der Lobbyismus ein. Denn dieser wirkt nur auf der wirtschaftlichen Seite, es wird also - und das halte ich für völlig legitim - derart Einfluss auf die Politik genommen, dass das Unternehmen wirtschaftlich davon profitiert. Auf Kosten der Gesellschaft.

Zu verhindern wäre dies, wenn es eine Grundversorgung gäbe, Kommunen die Netze bereitstellten und die privaten Unternehmen diese dann gegen Gebühr nutzen können. Damit finanziert man einerseits den Ausbau und sorgt andererseits dafür, dass - z.T. berechtigte - wirtschaftliche Interessen dem nicht gegenüberstehen. Die Möglichkeit dazu existiert ja, in Form des sog. Betreibermodells, welches aber zu selten gewählt wird, u.a. auch, weil die Telekom da gern auch nachdem die Kommune Glasfaser verlegt hat, die Straßen nochmal aufreißt und eigene Kabel verlegt.

Beitrag melden
letztes_wort 14.02.2018, 16:59
7. Ich hätte gerne....

einen Gigabit-Internetzugang. Am liebsten auch symmetrisch.
Wer schon mal ein Backup auf einen externen Server oder Cloud gemacht hat, kann sicherlich nachvollziehen warum.
Es macht keinen Spaß TByte über 10 oder 20 MBit/s zu transferieren. Im Download sind es immerhin bis zu 200 MBit, aber auch das hilft nur begrenzt bei den Datenmengen.
Klar, für das surfen und hier und da mal einen Film streamen, komme ich mit der bisherigen Geschwindigkeit aus, aber nicht für meine Anforderung an ein zügiges externes Backup.

Beitrag melden
muekno 14.02.2018, 17:01
8. Wer fragt schon im Milchladen nach Schweinefleisch

Wieso soll ich nach was fragen was es nicht gibt. Sicher wird nicht jeder einzelne Haushalt einen 1GBit Anschluß brauchen, aber ein Mehrfamilienhaus im gesamten schon. Und es wäre ja schon schön, wenn jeder, sprich jede Wohnung in Deutschland/Bayern zumindest vollwertige 16 Mbit hätte und jeder Gewerbebetrieb 100MBit. Aber es gibt ja nicht mal flächendeckende 4Mbit. Und nicht nur um den einzelnen Anschluss geht es, sondern auch um die Infrastruktur dahinter, damit die theoretische Geschwindigkeit in der Praxis auch ankommt.

Beitrag melden
mw12 14.02.2018, 17:01
9. Warum

soll mich ein 100 oder 200 Mbit/s-Internet-Zugang wirklich weiterbringen?

Ich nutze das Internet seit ca. 22 Jahren und bin recht zufrieden, seitdem ich einen 2000 Kbit/s-Zugang habe. Aktuell sind es 16 Mbit/s. Damit kann ich mir so manche Streams anschauen (wohl keine HD oder 4K). Meine eigentliche TV-Versorgung stammt von der Sat-Schüssel. Gaming und File-Sharing betreibe ich nicht.

Obwohl ich mich als Internet-affin bezeichnen würde, mit sicherlich 2-3 Stunden Nutzung am Tag, sehe ich nicht das zwingende Bedürfnis für einen breiteren Internetzugang. Eigentlich wäre dieser über das Kabelnetz von Unitymedia sogar verfügbar.

Beitrag melden
Seite 1 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!