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Cambridge Analytica: Facebook sieht sich im Datenskandal als Opfer
AP

"Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden": Facebook hat eine Mitteilung zum Skandal um Datensammlung veröffentlicht. Derweil reichen die ersten US-Investoren Klage ein.

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hausfeen 21.03.2018, 06:28
1. Warum wurde dann der interne Kritiker und Ermittler gefeuert?

Das ist für mich nicht glaubwürdig. In meinen Augen ist Facebook in der Russland-Affäre Mittäter oder zumindest wissender Dulder. Das möchte der Konzern verschleiern, weil es erhebliche Auswirkungen auf die User-Akzeptanz, die Werbekunden und die politischen Rahmenbedingen in den Ländern weltweit haben könnte.

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ontic 21.03.2018, 06:38
2. Wir sind entsetzt darüber,

dass tatsächlich noch jemand so etwas wie Datenschutz von uns erwartet.

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FocusTurnier 21.03.2018, 06:43
3. Nicht das Datenleck ist dran Schuld, daß Trump gewonnen hat....

....sondern die Democrats.
Das Eindreschen auf eine Datenhandelsfirma ist bigott, haben doch auch die Dems Zugriff auf solche Analysen gehabt und sie genutzt. Das ist eigentlich ziemlich für jeden klar, der weiß, wie BigData im US-Wahlkampf genutzt wird.
Und auch jeder Facebook-Benutzer sollte eigentlich wissen, daß seine persönlichen Daten die Währung sind, mit der bei Facebook und Co. bezahlt wird.

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Gutenmorgenallerseits 21.03.2018, 06:46
4. George Orwell lässt grüssen!

Liest sich wie der neueste Hollywoodthriller... Aber es ist leider die Realität. Dennoch faszinierend. Hi, hi, ich weiss warum ich mit Facebook nix zu tun haben will.... Wacht auf, Leute!

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relative_wahrheiten 21.03.2018, 06:48
5. Es war absehbar,

das irgendeine Firma Facebooks Datensätze missbrauchen wird.
Eine angemessene Reaktion der Behörden wäre eine Strafzahlung pro unrechtmäßig geenutztem Userprofil von 1000 Dollar. Und zwar für beide Seiten dieser Sache. Als folge daraus würde diese Analysefirma nicht mehr existent sein, und der Datenkrake mal richtig was zwischen seine Tentakeln bekommen...

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Hagbard_Celine235 21.03.2018, 06:58
6. Facebook hat nur ein Produkt für seine Kunden: Daten

Facebook ist ein Werbenetzwerk, der einizge Geschäftsgegenstand ist der Verkauf der Daten an seine Kunden. Und nochmal: die Nutzer sind NICHT die Kunden :) die Nutzer sind die Rohstofflieferanten, die mit jeder Interaktion, mit jedem Klick und jedem Kommentar Marc Zuckerberg ein wenig reicher machen.
Es ist also nicht zu erwarten, dass FB plötzlich sein eigenes Geschäftsmodell untergräbt und die Datenlieferanten dazu anhält, weniger Daten zu liefern oder Datensensibel zu handeln.
Es ist weiterhin scheinheilig, wenn Facebook sich hier als Opfer sieht. Opfer sind alle Nutzer, die in dem Werbenetzwerk ein vom englischen falsch als "sozial" übersetztes Netzwerk sehen.

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pansatyr 21.03.2018, 07:15
7. es wird jeden Tag

immer schlimmer. Immer mehr Menschen fallen auf derartige Wahlkampagnen herein (auch hierzulande, s. BT-Wahl),

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wider-den-unsinn 21.03.2018, 07:21
8. Aktionärsklagen??

Eine Klage gegen Facebook mag juristisch/finanziell sinnvoll und durchsetzbar sein - aber im Grunde ist sie doch lustig. Wer in eine Firma investiert, sollte wissen, womit sie ihr Geld verdient. Und das kann bei Facebook nur eines sein: Daten, Daten, Daten!

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schumbitrus 21.03.2018, 07:37
9. Faktencheck: Geschäftsmodell von Facebook!?!

Sorry, aber das Geschäftsmodell von FB basiert massiv darauf, digitale Nacktheit zum Standard zu erheben und die daraus resultierende Ohnmacht der Menschen beim Umgang mit dem eigenen Dateneigentum der Länge nach über den Tisch zu ziehen: Beim hinlänglich bekannten Bauernhof-Vergleich sind die zahlenden Kunden von Facebook natürlich die Unternehmen. Die Nutzer und ihr Dateneigentum sind .. das Fleisch, das die Kunden bei Facebook kaufen!

Wenn Facebook und Zuckerberg nun lamentieren, sie seien hintergangen worden, dann doch nur deshalb, weil Cambridge Analytics zu wenig für die Datenmengen gezahlt hat - und natürlich nicht, weil damit der Rechtsstaat in seinen Fundamenten angegriffen worden sein könnte!

Für die Möglichkeit, in der Liga "Regime Change" eines westlichen Staates spielen zu können, müssten aus "marktwirtschaftlicher Sichtweise" natürlich mehrere Milliarden an Zuckerberg fließen - zumal man dafür richtig viel Narrativ-Bildung und Desinformation betrieben werden müsste, um daraus nicht den Skandal werden zu lassen, der es jetzt wurde.

Aber zurück zum Nutzer: Wer seine Daten freiwillig zu Facebook oder vergleichbaren Me-Too-Plattformen trägt ("Sammeln Sie Punkte? .."), hat natürlich gar keinen Anspruch darauf, dass seine Daten nicht auch gegen ihn verwendet werden: Er hat sie ja ohne realen Gegenwert an Zuckerberg verschenkt - nur um diese dämliche Plattform nutzen zu können - oder wie bei Loyality Partners ("Punkte sammeln") für einen fiktiven nicht bezahlten Preisaufschlag an der Kasse abgegeben!

Dass die eigenen Daten missbraucht werden, wenn man die Fähigkeit aufgibt, ihren Besitz zu kontrollieren, ist kein bedauerlicher Unfall, sondern Teil des Systems: Denn wer, wenn nicht der menschliche Erzeuger, trägt die Verantwortung für sein Eigentum.

Dass Datenschnorrer sich darum reißen, einem die Daten zu stehlen und abzuschwätzen, ist selbstredend - und die Politik stimmt ein, indem sie von Gold des 21. Jahrhunderts schwätzen - nicht erwähnend, dass die Menschen dabei die weitestgehend rechtlosen Sklaven sein sollen, die die Daten zu produzieren haben und die an der eigentlichen der Wertschöpfung nur sehen, dass Google, Apple, FB, Microsoft monopolitische Milliarden-Vermögen ansammeln - und dass die symbiotisch eingebundene NSA/GHCQ dafür sorgen kann, eine rosarote TOtalüberwachung zu implementieren, mit der sie genauso Wirtschaftsspionage wie auch Regime-Changes gezielt betreiben kann.

Und da beißt sich die Katze nun für jedermann/frau sichtbar in den Schwanz! Wie lächerlich, daraus jetzt den großen Skandal zu machen!

Aber wenn es hilft, die Menschen für die "Slippery Slope" zu sensibilisieren, die mit den ganzen Rattenfänger-Plattformen die Daten der Leute abgreifen, dann soll es mir recht sein ..

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