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Cebit 2018: Die Messe, die gerne mehr wäre
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Schluss mit Filterkaffee, Schlips und Kragen: Die Cebit will sich neu erfinden, als IT-Festival junge Besucher locken. Wir waren schon da.

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globaluser 12.06.2018, 19:27
1. Es bleibt Neuland, Kickertische, Minigolf und

Riesenrad. Irgendwo gibt es bestimmt auch noch eine Krabbelgruppe. Sehr innovativ, hat wohl jemand von den Veranstaltern gelesen, das es so etwas auch ja schon im Silicon Valley gibt, also schnell nachmachen. Peinlich.

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Putenbuch 12.06.2018, 19:50
2. Stigma und Berührungsängste... peinlich!

Rangar Yogeshwar und Jan Delay? Wohl eher was für meine Altersgruppe, oder die, die in den 90ern und Nuller Jahren jung waren.

Die Veranstalter sind alte Holzköpfe, tief verwurzelt im letzten Jahrhundert, und haben, wie die Pegida-Ossis in Dresden, länst den Anschluss verpasst.

Zu einer Messe für digitale Technik gehört unvermeidbar die digitale (Freizeit-)Kultur (aka video games), vor der unsere reaktionäre Obrigkeit noch immer ein irrational-hysterische Angst hat.

Da können Merkel und Dobrindt, und wie sie nicht alle heißen noch so sehr den Kopf in den Sand stecken: auch die hellen Köpfe bei Deutschlands wertvollstem Unternehmen (SAP) zocken in ihrer Freizeit (und manchmal gar auf der Arbeit :-) WoW und andere "Killerspiele".

Beweis gefällig?
Aufführung der "Warcraft-Montage" von Video Games Live in der SAP Arena, SAP-Mitarbeiter only Vorstellung:
https://www.youtube.com/watch?v=5_xFF5RNpcs

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djgoodnews 12.06.2018, 19:50
3. festival für innovation und digitalisierung??

das erste, was auffällt, wenn man das gelände betritt: eine gigantische flotte von schwarzen VIP shuttle vans aus wolfsburg und stuttgart, die da leer durch die gegend fahren. Alles diesel, kein einziges elektro Fahrzeug. E-Mobility gabs nur wie eine exotische Spezie in eine Halle gehalten. Das war irgendwie alles wieder so 90er - nur in laut und leer.

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nichtdiebohne 12.06.2018, 19:55
4. Schon allen der Name: CeBIT

Schon allein der Name: "CeBIT" wirkt schon reichlich angestaubt. Mit ganz viel Fingerspitzengefühl ließe vielleicht noch eine 80er-Retro-Messe veranstalten, CBM Commodore VC20, daneben ein Wühltisch mit schönen 68-poligen Steckverbindern und irgendwelchen Schaltschrank-Einbauelementen. Das wäre doch mal was.

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romeov 12.06.2018, 20:19
5. Ich erinnere mich noch an die alte CeBIT

...im Frühjahr in Hannover, das war schon gewöhnungsbedürftig. Mir kam es vor, als hätte es durchgehend geregnet oder es war eisiger Wind, dazu schlechtes Essen und ein Ambiente für Liebhaber der 70er Jahre. An diesem Messebahnhof hatte ich mir durchgehend eine Erkältung geholt. Bin schon seit mehreren Jahren nicht mehr dort gewesen, hoffentlich ist es jetzt besser, immerhin ist jetzt Juni.

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shardan 12.06.2018, 20:22
6. Was will man erwarten...

...von einer Messe, deren Name irgendwie wie ein Gebissreiniger klingt? Die CeBit war mal eine hervorragende Fachmesse. Die Aussteller hatten fachkundiges Personal am Stand, oben konnte man sich auch über Jobs etc kundig machen. Dann ging die CeBit mehr und mehr zur Publikumsmesse über. Ganze Schulklassen strömten durch die Gänge, jeder die Plastiktüte zum Einsacken von Giveaways griffbereit in der Hand. (Was den Jugendlichen den Spitznamen "Beutelratten" eingetragen hat). Ein Gespräch mit den Fachleuten der Firmen war nur noch im Hinterzimmer und mit vorher abgestimmten Terminen möglich. Das Resultat ließ nicht lange auf sich warten: Die großen Firmen hatten nur noch "Prospektstände" mit ein paar lieblichen, aber ahnungslosen "Hupdohlen", oder sie blieben ganz weg. Dann ging auch das Fachpublikum, immer mehr Firmen veranstalteten lieber eigene Hausmessen. Das war billiger und das Fachpersonal war quasi auf Abruf da. Dann versuchte die CeBit, das umzukehren, mit mäßigem Impetus und ebenso mäßigem Erfolg. nun versucht man, aus der CeBit eine Show zu machen und doch wieder die Consumer anzulocken. Das Resultat kann man sich an den Fingern abzählen. Für mich als EDVler ist die CeBit, früher eine Pflichtveranstaltung, heute uninteressant geworden. Die Zulieferer, die für meinen Arbeitgeber interessant sind, sind entweder nicht da oder legen den Schwerpunkt auf Consumerware. Die Fachleute, mit denen ich gern mal reden würde, kommen gar nicht erst. Es wäre nach meiner Meinung sinnvoller, die Messe in einen Fachteil und einen Consumerteil zu trennen oder wenigstens zwei Tage für das Fachpublikum zu reservieren. Aber dann verdient die Messegesellschaft wohl nicht genug an den happigen Eintrittsgeldern.

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rjsedv 12.06.2018, 20:40
7. Rückzugsgefechte

Im Grunde finde ich es gut, wenn die Cebit wieder mehr Spaß machen will. Ich bin früher sehr gerne da hin gegangen - vor allen Dingen wegen der After-Show-Partys. Aber auch sonst fand ich es interessant und wichtig, da mindestens einmal im Jahr die Leute zu treffen, die in der Branche wichtig waren oder mir neue Geschäfte in Aussicht gestellt haben. Vor gut 10 Jahren habe ich der Messe aber endgültig den Rücken gekehrt. Es hat keinen Spaß mehr gemacht, wichtige Infos gab es sowieso im Internet und interessante Leute waren nicht mehr vor Ort. Ich glaube nicht, dass man die Cebit mit den neuen, alten Konzept noch retten kann. Die Zeit für so eine Veranstaltung ist vorbei.

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mina2010 12.06.2018, 20:56
8. Messe ... ein Auslaufmodell!

Ich bin nun 30 Jahre in der IT tätig und habe den Niedergang der CeBit sozusagen miterlebt.
Früher wühlte man in Messekatalogen nach interessanten Kontakten,
heute kann ich das auch über das Internet ... kein Problem.
Wo früher Fachleute Stände besetzt haben ist heute meist nur noch
Hilfspersonal zu finden.
Etliche große Hersteller haben schon vor Jahren erkannt, dass Aufwand und Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis mehr stehen und mal eben Ihre Präsenz unterlassen.
Ich muss mir heute kein Gerät mehr auf einer Messe ansehen, ich bestelle mir einfach ein Testgerät, eine Testsoftware ... ist in der EDV ganz problemlos.
Da wird auch ein CeBit-Rummel auf Dauer nicht helfen.

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marclarsen 12.06.2018, 21:13
9. Messe, verkaufsoffene Sonntage in Autohäusern....

...das alles interessiert nicht mehr wirklich.
Auch weil, wie die Vorredner beschrieben, vieles im Netz schon Preis gegeben wird und sich die Veranstalter sich nichts mehr einfallen lassen.
Denke da an die tollen Veranstaltungen in Autohäusern mit der klassichen Hüpfburg, das Kindermalen, der "komische" Hilfsclown...usw.
Und wie mein Vorredner treffen gesagt hat: nur noch Hilfspersonal an den Ständen. Hab das selbst erlebt als interner eines Herstellers auf der IAA, mich mit mit einer der Frauen unterhalten: werden 2 Wochen geschult, das war´s. Arbeitszeiten unter aller Kanone und die Unterkünfte...in dem Fall Jugenherberge!
Schaun Sie mal, wieviele Autohersteller mittlerweile der IAA den Rücken kehren!
Sicher auch ein Grund: Das qualitativ sehr schlechte Essen...besser gesagt: Fraß, für einen Haufen Geld! Frechheit! Nur weil einer meint er schreibt "Foodtruck" dran und "pulled Pork"....was nutzt es wenn das Fleich dermaßen zäh ist...
Und so wie mir, geht sicher vielen Mitbürgern....

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