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Digitaldemokratie: Drei Hilflosigkeiten und ein Hoffnungsfall
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Im Umgang der Demokratie mit der digitalen Gesellschaft gibt es ein beherrschendes Gefühl: Hilflosigkeit. Das zeigen "WannaCry", ein Tweet von Donald Trump und Heiko Maas' Netzgesetz. Doch es gibt Hoffnung.

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sogehtdasnicht 17.05.2017, 16:04
1. Macrons Gegenhack ist kein Grund für Optimismus.

Macrons Maßnahmen sehe ich überhaupt nicht als Grund für Optimismus an. Damit beginnt doch nur eine Spirale aus Hack und Gegen-Hack und am Ende ist der Verlierer der Bürger, weil man dann auch nicht mehr den Enthüllungen der Leaking-NGOs trauen kann, weil natürlich alle Opfer von Wikileaks und Co sofort rufen, das wäre alles lancierter Fake. Außerdem ist bei mir an der Macron-Aktion vor allem hängen geblieben: Eine Stunde vor Kampagnen-Blackout noch schnell in die Öffentlichkeit rufen: Ich wurde vom Russen gehackt. Damit auch alle wissen, ich bin hier der Gute und man muss mich wählen. Es ist ja heute geradezu Qualitätsmerkmal der Aufrechten, vom Russen gehackt zu werden. Ob man das beweisen kann, ist nicht wichtig, aber irgendwas bleibt immer beim Publikum hängen.

Man stelle sich vor, alle Unternehmen fangen jetzt an, Fake-Accounts und Fake-Datenbanken anzulegen, damit Hacker sich den Müll rausziehen anstatt die wertvollen Daten. Alternative wäre gewesen, schlicht in Sicherheit zu investieren... (Sicherheit kostet Geld, Fake-Datenbanken anlegen kann man vermutlich billig nach Indien outsourcen.)

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TLB 17.05.2017, 16:12
2. Müde

Die Texte von Lobo machen mich immer müder. Seine Wortschöpfungen mögen in seinen Ohren kreativ klingen, mir erschweren sie nur das Lesen. Trotzdem dieser Hinweis: Zum Thema WannaCry gab es keine digitaldemokratische (was auch immer das sein soll?) Hilflosigkeit.
Was die NSA ausgespäht und ausgenutzt hat, was sie an Erkenntnissen an Microsoft weiter gegeben hat, ich kann es nicht überprüfen. Fakt ist aber, dass MS das Leck geschlossen hatte, dass sogar für Windows XP ein Patch existierte. Jeder rechner, der befallen war, wurde von seinem Administrator egal ob privat oder Kommerziell nicht gepflegt; Updates wurden nicht eingespielt. Das kann man weder der NSA noch sonstwem zum Vorwurf machen. Das ist ganz persönliche Arroganz, Faulheit oder Doofheit. Und jetzt zurück zum Loboschen Text: Der Lobo, ich nehme es zumindest an, weiß das. Lobo kennt sich mit Betriebssystemen, deren Pflege, etc gewiß besser aus als ich. Trotzdem wird WannaCry nicht zum Anlass genommen, fachlich das Thema zu erörtern, sondern politisch-ideologisch. Und hier ist es leider-meiner Meinung nach- an der falschen Stelle. Und wird durch die Bezeichnung mit digitaldemokratischer Hilflosigkeit nur überschminkt.
Das finde am Text schade, das ermüdet mich.

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blumenstrauss 17.05.2017, 16:18
3. Es interessiert einfach niemanden

Sascha Lobo schreibt leider am Hauptproblem vorbei. Und wer sich mit der Geschichte der Umweltbewegung mal auseinandersetzt, kennt das Problem ganz genau:
Es interessiert schlichtweg niemanden, was da passiert, so lange es nicht zu Kollateralschäden kommt. Leider ist der Mensch so gestrickt, dass er nicht über seinen egoistischen Kleinsthorizont hinaus schauen kann. Einen anderen Menschen können wir uns aber nicht backen.
Und weil sich die Menschen lieber mit Katzenvideos oder Fußballbundesliga beschäftigen, ist das Internet (oder der Braunkohletagebau) nun einmal zur Ausbeutung frei gegeben.

Warten wir also auf die Opfer. Die Meeresspiegel steigen. Die Hacks im Netz werden zahlreicher.

Hoffnung: KEINE!

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blumenstrauss 17.05.2017, 16:25
4.

Zitat von TLB
Die Texte von Lobo machen mich immer müder. Seine Wortschöpfungen mögen in seinen Ohren kreativ klingen, mir erschweren sie nur das Lesen. Trotzdem dieser Hinweis: Zum Thema WannaCry gab es keine digitaldemokratische (was auch immer das sein soll?) Hilflosigkeit. Was die NSA ausgespäht und ausgenutzt hat, was sie an Erkenntnissen an Microsoft weiter gegeben hat, ich kann es nicht überprüfen. Fakt ist aber, dass MS das Leck geschlossen hatte, dass sogar für Windows XP ein Patch existierte. Jeder rechner, der befallen war, wurde von seinem Administrator egal ob privat oder Kommerziell nicht gepflegt; Updates wurden nicht eingespielt. Das kann man weder der NSA noch sonstwem zum Vorwurf machen. Das ist ganz persönliche Arroganz, Faulheit oder Doofheit. Und jetzt zurück zum Loboschen Text: Der Lobo, ich nehme es zumindest an, weiß das. Lobo kennt sich mit Betriebssystemen, deren Pflege, etc gewiß besser aus als ich. Trotzdem wird WannaCry nicht zum Anlass genommen, fachlich das Thema zu erörtern, sondern politisch-ideologisch. Und hier ist es leider-meiner Meinung nach- an der falschen Stelle. Und wird durch die Bezeichnung mit digitaldemokratischer Hilflosigkeit nur überschminkt. Das finde am Text schade, das ermüdet mich.
Fachlich bedeutet es, dass die zweithäufigste Ursache für Angriffe auf einen Computer die Fehler des Benutzers sind und nicht ein erfolgreicher Hack des Systems.

Die erst Schwachstelle ist der Mensch. Und - die meisten Menschen können noch nicht einmal etwas dafür, dass sie diese Fehler machen. Weil sie von der Technik schlichtweg überfordert sind.

Aber - wer würde schon Hersteller in die Pflicht nehmen, sichere Technik zu entwickeln? Das kann man doch nicht machen, schon gar nicht im Land der Freiheit in Deutschland.

Deswegen fahren wir ja auch mit Autos ohne Bremsen und Sicherheitsgurt. Und - klappt prima!

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blumenstrauss 17.05.2017, 16:25
5.

Fachlich bedeutet es, dass die zweithäufigste Ursache für Angriffe auf einen Computer die Fehler des Benutzers sind und nicht ein erfolgreicher Hack des Systems.

Die erst Schwachstelle ist der Mensch. Und - die meisten Menschen können noch nicht einmal etwas dafür, dass sie diese Fehler machen. Weil sie von der Technik schlichtweg überfordert sind.

Aber - wer würde schon Hersteller in die Pflicht nehmen, sichere Technik zu entwickeln? Das kann man doch nicht machen, schon gar nicht im Land der Freiheit in Deutschland.

Deswegen fahren wir ja auch mit Autos ohne Bremsen und Sicherheitsgurt. Und - klappt prima!

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odenkirchener 17.05.2017, 16:39
6. Da . . .

hat der Blumenstrauss aber sowas von Recht mit. Man denke nur mal an die Probleme mit verseuchte Milchpulver in China zurück. Als die ersten Kleinkinder starben, fingen auch die Chinesen an zu begreifen, das Umweltschutz nicht nur westliche Dekadenz ist.

Wenn ich mir anschaue wie sehr das Updaten bei KleinWeich den Nutzer nerven kann, bin ich froh, das ich das System für Dummis hab. . .

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karabas 17.05.2017, 16:51
7. Heuchelirsche Einstellung

Böse NSA, nutzt Sicherheitslücke aus, um ihren staatlichen Auftrag zu erfüllen. Großes Bohai. Gute Hacker machen das Gleiche, allerdings für nachweislich kriminelle Zwecke. Da gibt es nichts zu mekern (oder habe ich ein Artikel von Lobo dazu übersehen?).

Maas' "misslungene" Maßnahme ist im Grunde der echte Eingriff in die Meinungsfreiheit. Für "liberale" Menschen wie Lobo sollte dieser extrem problematisch sein. Hier wird er kaum thematisiert. Davor erst gar nicht. Die Maßnahme ist ja gegen die Bösen (also Fake News, "Hassrede") gerichtet. Spannend ist daher, wer es definieren darf, was eine "Hassrede" ist, und wer das Handeln anordnen darf - da gibt es Überraschungen. Wenn das Gesetz in Kraft trifft, werde ich mir überlegen ein paar richtig grenzwertige Artikel von Lobo als Hassrede zu melden. Vielleicht erkennt er dann, was er gerade da geflissentlich ignoriert.

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Actionscript 17.05.2017, 17:12
8. Sie haben es genau getroffen.

Zitat von blumenstrauss
Fachlich bedeutet es, dass die zweithäufigste Ursache für Angriffe auf einen Computer die Fehler des Benutzers sind und nicht ein erfolgreicher Hack des Systems. Die erst Schwachstelle ist der Mensch. Und - die meisten Menschen können noch nicht einmal etwas dafür, dass sie diese Fehler machen. Weil sie von der Technik schlichtweg überfordert sind. Aber - wer würde schon Hersteller in die Pflicht nehmen, sichere Technik zu entwickeln? Das kann man doch nicht machen, schon gar nicht im Land der Freiheit in Deutschland. Deswegen fahren wir ja auch mit Autos ohne Bremsen und Sicherheitsgurt. Und - klappt prima!
Hacker hätten kein leichtes Spiel, wenn User sicherere Passworte benutzten, Vorsicht bei Email und Links walten lassen würden und die Betriebssysteme (OS) sofort erneuern, wenn Updates herauskommen.

Ich las kürzlich den Entwurf des Parteiprogramms der SPD und dort ist Digitalisierung eins der Haupt Schlagworte. Ich vermisse jedoch überall den entsprechenden Unterricht dazu. Die digitale Welt ist kompliziert geworden. Daher sollte schon in der Grundschule Unterricht in der Richtung eingeführt werden. Das ist absolut essentiell. Denn hier durch Fehler zu lernen kann eklatante Konsequenzen haben. Das heisst mit anderen Worten. Der Bürger muss erst die digitale Mündigkeit erlangen. Und das ist, was ich momentan bezweifle.

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thseeling 17.05.2017, 17:28
9. Microsoft liefert Patches

Ja, die tolle Firma Microsoft hat innerhalb von Stunden einen wunderbaren Patch, und sogar das steinalte Windows XP (von 2001), das seit 2014 aus der Wartung ist, bekommt gnädigerweise den Patch.

Dumm nur, dass "The Register" herausgefunden hat, dass die Patches schon set Februar existieren und bei Microsoft gewartet haben. Im Februar hat die NSA nämlich schon an MS gemeldet, dass die Sicherheitslücke "verbrannt" ist. Die zahlenden Kunden des XP-Supports haben die Patches unmittelbar bekommen, aber der Rest der Welt leider nicht. Erst, als die Attacke anrollte und das Kind in den Brunnen gefallen war.
Die noch unterstützten Windows-Versionen bekamen den Patch im März, wenn die Admins nicht ganz doof waren.

Windows XP ist weltweit immer noch an vielen Stellen im Einsatz, vor allem in Zusammenhang mit Spezialhardware, für die es keine neuere Software zu bekommen gibt, oder wo rechtliche Gründe gegen Updates sprechen, wie z.B. zertifizierte medizinische Geräte, die man nicht updaten *darf* (ja, ernsthaft - die Zertifizierung hängt an der exakten Softwareversion des Steuergeräts).

Also alles vermeidbar mit ein wenig guten Willen.

http://www.theregister.co.uk/2017/05/16/microsoft_stockpiling_flaws_too/

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