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Elektroschrott-Recycling: Deutschlands verschwendete Rohstoffe
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Ab 2019 schreibt die EU eine Recyclingquote von 65 Prozent für elektrische Geräte vor. Von diesem Ziel ist Deutschland noch weit entfernt. 2015 wurden gerade einmal 42,5 Prozent recycelt.

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robert.hammer 09.09.2018, 11:53
10.

wie kommt man denn genau auf 42,5 %. Das man da mehr wieder verwenden sollt ist gut, aber wir denken doch immer gerne Europaweit, also gibt es auch Zahlen zu z.B. Bulgarien, Rumänien oder sonst eine Übersicht.

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Fuxx81 09.09.2018, 12:55
11. Falscher Ansatz

Es bringt nichts, beim Recycling von hinten her zu denken. Damit es wirklich funktioniert müssten Geräte bereits mit Hinblick auf Wiederverwertbarkeit gebaut werden. Das werden sie aber erst, wenn es entweder entsprechende Vorschriften gibt oder es sich lohnt (z.B. durch steuerliche Vorteile).

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dbeck90 09.09.2018, 13:27
12. Eines habt ihr vergessen:

Das neue Recycling Gesetz, nach dem jeder Händler ab dem 15. August verpflichtet ist, für jedes Produkt eine Recycling Abgabe zu zahlen. Dadurch verpflichtet sich auch jeder noch so kleine Händler (selbst mit nur 1€ monatlichen Umsatz) sich für knapp 200€ (schnäppche) bei einer Stiftung
(ja klar) zu registrieren (nur die Registrierung kostet soviel) und dann jedes einzelne Produkt nochmal für extra Geld dort eintragen zu lassen. Dadurch entsteht die Rücknahmepflicht für alle. Gut, es bringt zwar bisher nichts, ausser, dass viele startups schließen mussten (mal wieder) und es neuen Firmen extrem schwer gemacht wird im Markt weiter fuß zu fassen (so ca. einmal im Jahr kommen solche lächerlichen Regelungen) aber dafür bekommt so die „Stiftung“ (hust) gerade millionen an Mehreinnahmen. Öhm und ja durch Geld welches den Unternehmern abgenommen wird, aber den zum Recycling verpflichteten Bürgern nicht zugute kommt - so ist sich die Politik sicher - steigt auf die Recycling Rate. Was wirklich nützlich wäre wär ein Pfand auf alle Elektrogeräte. Mit Plastikflaschen geht das doch auch....

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kumi-ori 09.09.2018, 13:52
13.

Die Dimensionen sind so unterschiedlich, dass es manchmal schwierig ist, Erfolge und Misserfolge gegeneinander aufzurechnen. Kein Mensch wird beispielsweise eine kaputte Waschmaschine in die Tonne treten können. Jeder wird gern das Angebot des Handels annehmen, das Altgerät mitzunehmen. aber eine Waschmaschine enthält viele robuste Materialien im Gehäuse, in der Tommel, im schweren Glasfenster und vergleichsweise wenig elektrische Teile. Wenn jemand gleich auf dem Wertstoffhof die Bestandteile vorsortieren würde, blieben von der 70 kg-Waschmaschine vielleicht 40 kg Altmetall, 20 kg Sonstiges, 2 kg Elektroschrott und 100 g Elektronikschrott, der konzentriert die teuren Mineralien enthält.

Ein smart Phone wird vielleicht eher mal zusammen mit Kartoffelschalen und Wursthaut in die Mülltonne geschmissen, wenn ein neueres Modell auf den Markt kommt. Schon allein, weil die Leute befürchten, dass die Wiederverwerter den Speicher auslesen könnten. Das sind vielleicht 300 g, aber der Anteil an werthaltigen Komponenten ist sicher sehr viel größer. 2 Waschmaschinen mehr im Recycling könnten gewichtsmäßig den Verlust von Tausenden I-Phones an den Hausmüll maskieren.

Dass sich das Recycling von Elektronikschrott (nach intelligenter Vorsortierung und Aufbereitung) nicht rechnen sollte, kann ich nicht glauben. Im Kongo werden jedes Jahr viele Tausende Menschen gefoltert und umgebracht im Streit darüber, welcher Clan jetzt tief in der Erde nach diesen Mineralien graben darf. Auf unseren Müllhalden liegt dieser Stoff schon über Tage und man muss nur noch mit den Händen nach dem teuren Kobalt greifen. Ich glaube nicht, dass es hier um technische Probleme geht, wahrscheinlich sind es eher organisatorische Fragen und bürokratische Hürden, die dieses Modell unrentabel werden lassen.

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alt-nassauer 09.09.2018, 14:44
14. Warum in der Vorvergangenheitsform?

Zitat von effing
Die Sache ist ganz einfach: In Süddeutschland war mein Wertstoffhof kostenlos (Ausnahme Bauschutt). Auch eine kostenlose Problemstoff Annahme gab es. Also habe ich alles dort hin gebracht. Sperrmüll war ein Mal pro Jahr ebenfalls kostenlos. Jetzt wohne ich in der Mitte Deutschlands - hier kostet alles Geld. Kühlschränke kosten, Fernseher kosten, Spermmüll kostet (übrigens bester Brennstoff für die Müllverbrennungsanlagen). Gleiches gilt auch für den Sondermüll: geht nicht mehr am Wertstoffhof sondern muss am Sondermüllmobil abgegeben werden. Dieses kommt einmal in 2 Monaten vorbei und macht dann Stop zwischen 10:00 und 10:30 Uhr. Man möchte fast meinen, dass dann die meisten Leute auf der Arbeit sind. Wenn das die Antwort der Kommunen auf die ach so wertvollen Rohstoffe ist, dann heißt meine Antwort: Ab in den Müll.
Es gibt immer noch viele Wertstoffhöfe die für den "Gebührenzahler Vorort" kostenlos sind. Bei Sperrmüll gilt da vielerorts das Gleiche - kostenlos.



Dennoch so passiert es mir auch, wenn ich selbst "alles Mögliche" abgebe auf der Sammelstelle. Das ich nun 4.50 Eure bezahle. Deshalb komme ich nicht ins Grübeln oder Lamentiere.



Was den Sondermüll angeht... Gilt in unserem Landkreis folgendes. In der Woche über fahren die Beschäftigten die Ortschaften ab, nach Terminplan. Zusätzlich gibt es Sondertermine auf großen Plätzen in der Region, Terminplanung ist Ganz jährlich ein zusehen. Des weiteren sind jeden Samstag auf der Zentralen Annahmestelle, auch Sondermüll Abgabe möglich.




Verantwortlich und Einfluss darauf nimmt immer die Politik (Kommunal). Wenn diese das Thema für ihre Bürger eher "lasch" angeht und auch wenig Geld für Beschäftigte ausgibt. Darf sich nicht wundern wenn die Entsorgung auf wackligen Füssen steht. Das sind alle Beteiligte im Boot, der Bürger (Entsorgungskosten/Entsorgung "bequem"), der Entsorger Privat oder Öffentlicher Dienst (Personal- und Entsorgungskosten und noch Gewinn!) und die Politik die zwischen beiden Vermittelt und Rahmenbedingungen schafft. Die auch wieder beide Seite treffen.


Wie schreibt unser Entsorger als Hinweis und als Schlusswort!


Vermeiden heißt das Gebot der Stunde!

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spiegelleser987 09.09.2018, 14:51
15. Teil 1

Hat sich da wieder jemand eine Studie ausgedacht?

Bis 2007 gab es nicht nur Reparaturwerkstätten. Es gab auch eine Reighe kleiner Firmen, die Elektronikgeräte recycelt und in die einzelnen Materialien wieder zerlegt haben. Aber dann wurde das 2005 festgelegte Elektrogesetz aktiviert, welches auf EU-Vorschriften basierte. Damit wurden diese Recyclingfirmen und die Reparaturwerkstätten abgeschafft. Das erfolgte nicht nur per Gesetz sondern über Gebühren. Diese Gebühren gingen an eine (steuerfreie) gemeinnützige Stiftung. Welcher Kunde will den für ein kleines Radio, das er für 50 Euro gekauft hat, 2000 Euro für duie Reparatur bezahlen. Also haben alle für immer dicht gemacht. Den Recyclingfirmen war auch die Arbeit verboten. Die durften erst nach einer Genehmigung weiterarbeiten. Das war nur ein Zettel mit Unterschrift. Eine Kontrolle der Firmen war nicht notwendig. Die Unterschrift gab es aber erst nach fast einem Jahr. Erst mussten die Firmen die Löhne senken, aber nach einem Jahr war Schluss für immer.

Bei den Gesetzen hatten auch andere Dinge eine Auswirkung. Die Lebensdauer der Elektronikgeräte wurde durch die Stiftung auf 2 bis 3 Jahre festgelegt, unabhängig von der wirklichen Lebensdauer der Geräte. Danach waren nochmal Gebühren für die Entsorgung zu zahlen, obwohl noch nichts im Müll landete. Man hat die Müllmenge einfach so auf Basis der gesetzlich eingeschränkten Lebensdauer berechnet.

Das stand damals alles in Fachzeitschriften.

Dass die Lebensdauer der Geräte parallel dazu gesetzlich reduziert wurde, wird auch weggelassen. Das passierte durch das Gesetz des bleifreien Lötens. Damit wird die Lebensdauer von über 10 Jahren auf etwa 3 bis 4 Jahre begrenzt. Das erfolgte mit der der Begründung Blei ist ja giftig. Dass das bleihaltige Lötzinn von den Recyclingfirmen vorher getrennt, danach wieder eingesetzt wurde und nicht im Müll landen musste, wurde ignoriert.

Gleich kommt Teil 2

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alt-nassauer 09.09.2018, 15:01
16. Sind sie sich sicher...

Sind sie sich sicher das der PC auf dem Wertstoffhof angelangt, nicht doch nach Afrika kommt.



Entsorgungsbetriebe sind nicht Gleichzeitig Verwerter des angenommen Schrotts oder Müll. Angebot und Nachfrage. Nicht alles kostet dem Entsorger zur Vernichtung Geld, er bekommt auch Geld wenn es hochwertig ist.



Bestes Beispiel Altpapier kostet den Entsorger nichts, bis auf die Fahrzeuge und Personal. Die Papierindustrie "bezahlt" den Rohstoff und der Entsorger kann sich Gewinn einstreichen. Oft kann der Gewinn dazu verwendet werden, das die generelle Entsorgung nicht teurer wird. Die Einnahmen auf der Seite, stützt die Ausgaben die kein Gewinn bringen.



Aber es ist Grundsätzlich so... Jeder der mit einem Firmenschild auf PKW/Fahrzeug zur Annahmestelle kommt - unterliegt dem Verdacht "Gewerbliche" Entsorgung zu betreiben. Die MA werden so geschult!



Selbst unsere "abgeschrieben" interne PC/Drucker usw., aus einem Entsorgungsbetrieb müssen als "Gewerblichen Abfall" deklariert werden. Dazu müssen wir sogar eine Firma beauftragen und dürfen nicht wie bei von Privathaushalten kommenden PC abgestellt werden.. Auch wenn die Festplatte ausgebaut wäre! Selbst wenn es pro Monat einer wäre. Deshalb sammeln wir auch und müssen die Firma anrufen. Obwohl es genügen würde zum "Betriebseigenen" Wertstoffhof zu fahren - ist nicht drin!

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alt-nassauer 09.09.2018, 15:03
17. Sind sie sich sicher...

Sind sie sich sicher das der PC auf dem Wertstoffhof angelangt, nicht doch nach Afrika kommt. Vielleicht nun mit dem Weg, den sie beschreiben und es an eine Werkstatt abgeben.



Entsorgungsbetriebe sind nicht Gleichzeitig Verwerter des angenommen Schrotts oder Müll. Angebot und Nachfrage. Nicht alles kostet dem Entsorger zur Vernichtung Geld, er bekommt auch Geld wenn es hochwertig ist.



Bestes Beispiel Altpapier kostet den Entsorger nichts, bis auf die Fahrzeuge und Personal. Die Papierindustrie "bezahlt" den Rohstoff und der Entsorger kann sich Gewinn einstreichen. Oft kann der Gewinn dazu verwendet werden, das die generelle Entsorgung nicht teurer wird. Die Einnahmen auf der Seite, stützt die Ausgaben die kein Gewinn bringen.



Aber es ist Grundsätzlich so... Jeder der mit einem Firmenschild auf PKW/Fahrzeug zur Annahmestelle kommt - unterliegt dem Verdacht "Gewerbliche" Entsorgung zu betreiben. Die MA werden so geschult!



Selbst unsere "abgeschrieben" interne PC/Drucker usw., aus einem Entsorgungsbetrieb müssen als "Gewerblichen Abfall" deklariert werden. Dazu müssen wir sogar eine Firma beauftragen und dürfen nicht wie bei von Privathaushalten kommenden PC abgestellt werden.. Auch wenn die Festplatte ausgebaut wäre! Selbst wenn es pro Monat einer wäre. Deshalb sammeln wir auch und müssen die Firma anrufen. Obwohl es genügen würde zum "Betriebseigenen" Wertstoffhof zu fahren - ist nicht drin!

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spiegelleser987 09.09.2018, 15:05
18. Teil 2

Da wird wieder etwas weggelassen. Die Ursache wird den deutschen Herstellern zugeschoben. Der Gewinner ist China. Die müssen keine Elektronikgebühren für die Entsorgung zahlen.

Auf den Geräten steht "Made in Germany. Das ist erleubt, weil der letzt Produktionsprozess hier ausgeführt wird. Guckt man in die Geräte steht drin "Made in China". Da gibt es eine Menge Schrott. China liefert auch direkt Geräte und Baugruppen an Endkunden in Deutschland, natürlich versandkostenfrei. Da ist eine Menge Müll dabei, die gehen nach 4 Wochen kaputt. Schreibt man denen dann eine Mail, wird es nochmal geliefert. Das geht zu den Preisen mit Qualität überhaupt nicht. Die liegen bei 10 bis 30% der Preise aus Billigländern (wie z.B. Bulgarien).

Dieses Jahr habe ich auch etwas anderes erlebt. Mehrere Geräte wurden zerstört. Das waren
2 Wecker
1 Radiowecker
3 Fernbedienungen
2 Mäuse vom PC

Die Batterien waren ausgelaufen und ahben die Tische verschmiert. Auf den Batterien standen zwar deutsche und japanische Herstellernamen für den letzten Produktionsprozess. Aber gleichzeitig stand darauf Made in China und Made in PCR (= Volksrepublik China). Ich habe die Geräte aber wieder gereinigt. Richtig gut sind sie nicht, weil Metallteile durch die Chemikalien verostet sind.

Ich habe auch noch einen uralten Taschenrechner aus DDR-Zeiten. Der geht heute noch. Die Batterie ist auch aus den 1980er Jahren und nichts läuft aus.

Gleich kommt Teil 3

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spiegelleser987 09.09.2018, 15:16
19. Teil 3

Dieses Jahr habe ich noch etwas erlebt.

Ich besitze ien Speedport von der Telekom, genannt W723. Das ist nicht kaputt. Ich habe mich aber gewundert, als ich mir am Steckernetzteil die Finger fast verbrannt habe. Weil die Umgebungsluft etwas wärmer war, wurde nicht genug Wärme abgeführt. Die Außentemperatur des Gehäuses lag deshalb bei 86 Grad. Damit müssen es innen mindestens über 100 Grad gewesen sein. Ohne WLAN sank die Temperatur wieder auf 50 Grad.

Auf dem Netzteil war ein Aufkleber, dass dieses Gerät für das W723 verwendet werden soll. Ich habe mir danach aus Sicherheitsgründen ein anderes Netzteil mit 12 V und einem Maximalstrom von 3 A (vorher waren es nur 1,5 A) angeschafft. Das ist jetzt richtig angenehme "kalt".

Haben die bei der Telekom keine Ahnung mehr von Technik? Das hat nichts mit "geplanter Obsoleszenz" zu tun. Da kann auch die Wohnung abbrennen. Wäre der Physikunterricht mit Experimenten in der Schule nicht fast abgeschafft wurden, hätten die mehr Ahnung von Technik und ein besseres Gefühl für Zusammenhänge. Dieses Prinzip gilt nicht nur für den Bereich Elektronik und Technik sondern auch für alle anderen Berufe. Den Effekt hat man schon vor 40 Jahren erkannt. Aber heute wird Bildung nur auf Simulation mit Computern eingeschränkt.

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