Forum: Netzwelt
Facebook und Co.: Willkommen im Dark Room
DPA

Der Normalzustand sozialer Medien ist heute nicht mehr öffentlich. Es findet ein großer, digitaler Rückzug ins Private statt. "Dark Social" - das, was von außen unsichtbar stattfindet, gewinnt an Bedeutung.

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quark2@mailinator.com 07.02.2018, 17:13
1.

Auch wenn es von außen unsichtbar ist, ist es dennoch für die Betreiber sichtbar und analysierbar und ggf. für irgendwelche Dienste, die Zugriff haben. Da fragt man sich, warum das nicht auch direkt zwischen den Personen geht, ohne Konzern im Hintergrund.

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Actionscript 07.02.2018, 17:32
2. Öffentliche soziale Medien sind zu öffentlich und oberflächlich.

Ich habe einen Facebook (FB) Account. Doch den benutze ich vorwiegend, um schnell jemand eine Nachricht zu schicken. Ich beteilige mich kaum an dem, was dort vor sich geht. Ich habe keine anderen Accounts (WhatsApp etc) 1. Vieles in sozialen Medien ist einfach zu dumm und Zeitverschwendung. 2. Nachrichten beziehe ausschliesslich aus seriösen Medien wie SPON zB., da ich Nachrichten in sozialen Medien absolut nicht traue. 3. Politische Diskussionen auf FB sind gefährlich, denn jeder kann sie lesen. Und sie können eines Tages gegen jemanden verwendet werden.

Was WhatsApp usw angeht, ich gehe lieber mit Freunden aus und habe direkten Kontakt. Dazu brauche ich kein Internet und soziale Medien. Mein Hauptfeld des sozialen Mediums ist das SPON Forum, das ich geniesse und von dem ich viel lerne inklusive ihrer Podcasts.

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Wulff Isebrand 07.02.2018, 17:33
3. Was heißt denn digital spät sozialisiert?

Gehöre ich mit knapp über 50 dazu , der seit über 30 Jahren mit Computern zu tun hat? Also ich finde nicht ,aber ich habe mich konsequent Facebook und anderem Social Media Dreck verweigert, weil ich auch noch persönlich mit Menschen in Kontakt treten kann und gerne mein Privatsphäre genieße. Das Gute an diesen Netzwerken war aber, daß dort die pöbler u.s.w. offen zutage traten. Drängt man sie dort weg, ist das Problem ja nicht weg, nur nicht mehr sichtbar. Schlechte Lösung

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langenscheidt 07.02.2018, 17:34
4. Irrtum

Denken wir an die Zeit vor dem Web zurück. Da waren soziale Kontakte und Vernetzungen immer vom privaten Impuls abhängig. Man musste sich bewegen, man musste Entscheidungen wann und wo für Kontakte und Infos treffen. In den sogenannten social media wird man ungefragt mit Infos und Kontakten zugeschi..en. Um eine Info zu erhalten wann, wo und wer den nächsten Shitstorm erleiden muss oder wo wer irrtümlich jederman zu seinem Geburtstag einlädt werden bald der Vergangenheit angehören und das Web wird erwachsen. Insbesondere bei Facebook begrüße ich, dass es seine Nutzerkonten nach und nach entpolitisieren wird. Die Webseite von Facebook gehört nicht den Nutzern sondern dem Betreiber, der für Rechtsbrüche auf seiner Webseite haftbar gemacht werden kann. WhatsApp kommt dem sozialen Gemeinwesen ohne Web am Nächsten. Man vernetzt sich mit Bekannten, Kollegen, Freunden, Verwandten. Die Diskussionen zu politischen Themen werden wieder auf ein vernunftbegabtes Niveau gehoben. Hass, Pöbelei, Mordaufrufe und dergleichen finden keine öffentlichen Abnehmer mehr.

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muellerthomas 07.02.2018, 17:36
5.

Dass ausgerechnet Lobo so eine strikte Trennung von öffentlich und privat anführt. Schon bei WhatsApp sind viele Menschen in Gruppen, wo sie nicht jeden persönlich kennen oder nicht gut kennen, das setzt sich im Nachbarschaftsforum fort und geht bei Facebook global. Wo ist denn da die Grenze? Ist eine Facebook-Gruppe mit 10.000 Mitgliedern noch privat? Die Übergänge sind fliessend und die verschiedenen "Kreise" üvberlappen sich natürlich. Entsprechend schwierig sind viele Aussagen von Lobo.

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Schreibe_aus_Gründen 07.02.2018, 17:42
6. Faszinierend

Interessant Herr Lobo,
Auf diese Art habe ich über diese Phänomen noch gar nicht nachgedacht, aber wenn ich das jetzt so lese, dann fällt mir spontan ein: Das klingt nach einer Art digitalem Biedermeier. Ein Rückzug ins Private, der als Reaktion auf eine scheinbar aus den Fugen geratene Welt geschieht. Das ist jetzt stark vereinfacht, aber gut...
In dieser Analogie: Was wäre da der Wiener Kongress 1815 und wann kommt endlich die Revolution 1848?
Ich glaube zwar nicht, dass Geschichte sich wiederholt, aber sie ist dennoch dazu geeignet aus ihr zu lernen...

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muellerthomas 07.02.2018, 17:56
7.

Zitat von Schreibe_aus_Gründen
In dieser Analogie: Was wäre da der Wiener Kongress 1815 und wann kommt endlich die Revolution 1848?
Die Restauration läuft doch: in Polen, Ungarn, der Türkei, den USA, Österreich,... liberal-demokratische Errungenschaften werden abgeschafft, die Unterdrückung von Demokratie, Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit weitet sich aus.

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jelouis 07.02.2018, 17:58
8.

Zitat aus dem Artikel : "Doch die gegenwärtige Ausprägung erscheint mir als Sackgasse, als riesige Maschinerie, die perfekt abgestimmt ist auf die Bedürfnisse der Werbetreibenden - aber ansonsten blind für die meisten gesellschaftlichen Belange."

Dieser Satz scheint mir die Situation treffend zu beschreiben. Es geht nicht mehr darum ein Bedürfnis zu befrieden, sonst um Gewinne.
Es fing - so gegen 1980-1985 wenn ich mich recht entsinne - mit den ersten Email-Accounts an. Bald darauf wurde man mit Spams bombardiert und ohne Spam-Filter wurde das Posteingangsfach regelrecht zuge"müllt".
Digitalisierung ist - für sich betrachtet - keine Gefahr. Jedoch zeigt der Artikel hier wie klein der Schritt zu MISSBRAUCH ist.
Bei den vergangen Attentaten in Nizza und Berlin wurde ein normaler handelsüblicher LKW als Waffe MISSBRAUCHT. Dem wurde durch Betonklötze (ein wenig) Einhalt geboten.

Weil nun aber mit Social_Media und Digitalisierung VIEL Geld verdient wird - ähnlich wie in der Waffenindustrie - liegt vielen Firmen aus dem Siliconvalley nichts an deren Regulierung , lies : Abstellung des Missbrauchs. ....

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Newspeak 07.02.2018, 18:14
9. ...

"Es gibt keine digitale Plattform, auf der sich Debatten und Diskussionen so wunderbar und produktiv führen lassen wie auf Facebook"

Wirklich? Ich kenne niemanden, der facebook dafuer nutzt. Es geht nur um Selbstdarstellung, oder Kommentare anderer Selbstdarstellungen. Debatten sind das nie. Ok, vielleicht debattieren Journalisten unter sich. Mag sein. Aber Leute, wacht doch mal auf und akzeptiert die Realitaet der Mehrheit der Bevoelkerung.

Ich sehe social media vor allem als Beschleuniger. Wie auch das Internet. Im Internet tuen gute Leute Gutes, und boese Leute boeses, und Kluge Leute werden klueger, und dumme Leute werden duemmer. Veraendern, im Sinne einer Verbesserung des Menschen, tut sich da gar nichts. Alles, was vorher da war, und nachher auch noch, wird nur hunderttausendfach verstaerkt.

Abgesehen davon existiert fuer mich eine Wahrheit. Egal welches Medium, sobald es kommerziell kapitalistisch ausgebeutet wird, verkehrt sich alles ins Schlechte. Das Internet war gut ohne Konzerne und Staaten. Ohne Marketing und Werbung und Propaganda. Wer Gutes moechte, muss diese Schoepfer alles Boesen heraushalten. Mit Konzernen und Staaten kommt nur ... dabei heraus.

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