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Foto-Tipps: Fotografie mit Drohnen
Alexander Heinrichs/ DOCMA

Das Fotografieren und Filmen mit Drohnen ist mittlerweile massentauglich. Da ist es Zeit, sich einmal mit den Besonderheiten der Luftbildfotografie auseinanderzusetzen. Das Fotomagazin "Docma" gibt Tipps.

ma-reinecke 14.01.2018, 17:09
1. Naturschutz?

Bei der Einschätzung der rechtlichen Situation fehlt mir ein Hinweis auf die Bundesartenschutzverordnung. Auch wenn das Fotografieren wildlebender Tiere prinzipiell erlaubt ist, so ist mit Sicherheit die Störung brütender Vögel oder von Küken im Nest durch Drohnen ein Verstoß gegen die Bundesartenschutzverordnung. Aber jetzt kann ich ja Name und Adresse vom Schild abfotografieren und Anzeige erstatten... :-)
Also Leute - haltet eure Drohnen fern von Ufervegetation und Vogelnestern. Dass auch sonst die Störung wildlebender Tiere durch Drohnen unerlaubt ist, sollte jedem anständigen Menschen klar sein. Nur leider gibt es unter uns "Naturfotografen" auch "Hirnies", wieso sollte es bei uns auch anderes sein als im Rest der Bevölkerung.

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2cv 14.01.2018, 19:14
2. Schon das erste Foto....

Schon das erste Foto, Wasserfall, ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde überhaupt möglich, und die wird i.d.R. nicht erteilt, oder wenn dann nur unter Auflagen und mit einer Vorlaufzeit von einigen Monaten. Darauf geht der Artikel nicht ein. Noch in dieser Woche hatten wir eine Beinahe-Kollision unserer Seilbahn-Gondel mit einem Multikopter in Südtirol - wo der Pilot sich aufhielt, war nicht auszumachen. Natürlich wäre nicht viel passiert - man kann wohl davon ausgehen, daß der Kopter an der Scheibe zerschellt wäre - aber was bei einem offenen Sessellift passiert wäre, mag man sich nicht ausmalen wollen... Ich bin selber geprüfter und zertifizierter, m.M.n. verantwortungsbewußter UAV-Pilot und bitte daher eindringlich jeden Besitzer, die "five minutes a hero" Philosophie nach hinten zu stellen und so unser Hobby nicht durch weitere "Aktionen" bzw. nachfolgende Regulierungen einzuschränken, dann haben alle mehr davon...! Danke.

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upalatus 15.01.2018, 06:45
3.

Es verhält sich ähnlich wie mit den Metallsuchsonden: Leistbare Technik, fast idiotensicher in der Anwendung, und gäbs davon nicht Tausende in wilden Händen, kein Problem. Probleme gibts bei massenhafter Anwendung, und die negativen Auswirkungen treten hart in den Vordergrund.

Diesen Werdegang haben die Copter noch vor sich. Ob man die Plage dann wieder einfach so von unser aller Backe kriegt?

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gott777 15.01.2018, 09:46
4. Dreimal gefrustete Leute

Dank dieser neuen Technologie entsteht jede Menge Frust:
a) Bei Menschen, denen diese Technik unbekannt ist und/oder diese daher als bedrohlich empfinden (Man könnte ausspioniert werden, dabei sieht man auf den Bildern der Standard-Multikopter Menschen meist nur als Strich in der Landschaft, zumal die Multikopter recht deutlich zu hören sind und daher niemals "heimlich" spionieren können)
b) Bei den Profi-Anwendern, die oft tausende an Euros in ihre Technik gesteckt haben und nun weniger Aufträge bekommen, da für Alltagsanwendungen, wie z.B. die Broschüre fürs Dorffest (nicht Film/Fernsehen/Hochglanzmedien) der Multikopter vom Nachbarsjungen reicht.
c) Bei militanten Naturschützern, die den Bestand ganzer Tierarten gefährdet sehen (dabei ist jedes vorbeifahrende Auto, der Mähdrescher auf dem Feld, der Rasenmäher des Bauhofs etc. lauter und störender und die Kaulquappe und Ringelnatter juckt es mal sowas von garnicht wenn einmal alle paar Monate für 10 Minuten über ihrem Tümpel geflogen wird. Und das man nicht direkt neben Nestern fliegt versteht sich von selbst, das verbietet alleine die Sorge um das teure Fluggerät, das gerne von sich gestört fühlenden Bussarden/Krähen/tauben/Milanen/etc. vom Himmel geholt wird)
d) Beim Hobby-Piloten selber, da er trotz meist (bei sachgemäßer Anwendung) idiotensicherer technischer Ausrüstung durch extrem strenge Vorgaben und Gesetze praktisch nirgends mehr frei fliegen darf außer über dem braunen Acker nebenan (wenn es denn der Bauer erlaubt). Dabei ist jedes Kinderlaufrad gefährlicher und sorgt für mehr Verletzte, Unfälle und Sachschäden als es Multikopter tun könnten. Und das ist im freien Handel ohne Einschränkungen erwerblich und erfordert keinerlei Zugangsvoraussetzungen! Bei Drohnen haftet übrigens die benötigte Haftpflichtversicherung, beim Kind haftet niemand...
Zumal die aktuelle Gesetzgebung in Fachkreisen als Lobbygesetz angesehen wird um den Luftraum für Amazon/DHL freizuräumen.
Meist bleibt dem Hobbypilot nur der Weg den die meisten Autofahrer gehen, die Beschränkungen etwas flexibler in Einklang mit gesundem Menschenverstand und Weitsicht anzusehen.
(Anmerkung: In Fachkreisen spricht man von UAV bzw. Multikopter. "Drohnen" sind die vom Militär eingesetzten Aufklärungs- und Tötungsmaschinen. Im Alltag sagt man aber für gewöhnlich der Einfachkeit halber "Drohne")

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Theya 15.01.2018, 09:54
5. Schön und gut

aber wie soll jemand belangt werden, der seine Drohne unerlaubt über Privatgrundstücken aufsteigen lässt. Ich selbst habe schon einen Drohnenflug über besiedeltem Gebiet (Ortschaft) beobachtet. Dass Name und Anschrift auf dem Gerät angebracht sein müssen, nutzt mir in so einem Fall relativ wenig, vom Boden aus lässt sich dies ja nicht einsehen.

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sikasuu 15.01.2018, 10:03
6. Wenn statt des Apps, für fliegende Kameras die aktuellen VFR Karten &

"Luftfahrerinformationen" über Sperrgebiete usw. genutzt würden, hätte das mMn. Hand und Fuß.
Wer ein paar mal in die Flugvorbereitung eines VFR-Fluges reingeschaut hat, sich wundert, das nicht nur das Wetter sondern die sich fast täglich ändernde "Verbotslage" R-Gebiete usw. einen Kurs beeinflusst, wird das schnell verstehen.
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Nicht nur in DE fast auf der ganzen Welt gibt es reichlich Restriktionen für Fotografie & erst recht für Luftbilder. Vor allen Dingen wenn die Teile kein Spielzeug mehr sind sonder an/über der 2Kg Grenze liegen.
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Fliegt damit, aber fliegt "legal" & safe !

Wohl keiner möchte erleben, dass so ein Teil einen Passagier- oder GA-Flieger vom Himmel holt, in eine Menschenmenge aus 100m Höhe abstürzt...usw.
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In der Turbine/Propeller, mit 300-400Km/h vor der Cockpitscheibe, von oben im freien Fall, sind solche Sachen nicht sehr gesund!
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sikasuu 15.01.2018, 10:24
7. Genau das ist der Ansatz, der mMn. zu unheil führt!

Wie ein Kinderfahrrad usw. ... die wollen doch nur spielen:-(
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Gleich ob im Naturshutzgebiet, beim Dorffest oder im Luftraum,.... da bewegen sich ANDRE auch. Nach ziemlich festen Regeln.
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Das "Kinderfahrrad auf der Autobahn" > 2 Kg. ist bestimmt für alle kein Lacher, vor allen Dinge wenn der Besitzer sicher auf der Böschung steht und der LKW beim Ausweichen müssen einen Unfall hat:-(
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Scheint so wie "Fahrspass" zu sein:-(... Was kümmern mich Regeln&Vorgaben.... Ich will mein Spielzeug nutzen. IMMER!!!!
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Mit solcher "Denke" sind Pannen, Unfälle & Verbote vorprogrammiert!
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Fliegt die Teile, aber verantwortungvoll &sicher. UND bevor die jemand los lässt, schaut nach, macht euch klug, das es da noch andere gibt, die diesen Luftraum nutzen & gefährdet werden können. Das sind KEINE Kinderfahrräder oder Luftballone!
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Ein Ziegelstein/Dachziegel aus 20 m Höhe ist für den, den er trifft kein "Witz" mehr! So ein 1-3Kg Teil auch nicht.
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Wenn ich höre "Massenunfall auf der A yxz, Rettungshubschrauber konnte nicht landen weil Drohen von "Gaffern/TV" krieg ich einen "Hals" :-(

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2cv 15.01.2018, 13:33
8. Noch ein Nachtrag...

...natürlich muss man auch sagen, daß der Medienhype gegen Multicopter, UAVs und "Drohnen" enorm ist. Wie viele Leute hören im Verkehrsfunk über "Reifenteile auf der Fahrbahn", "Palette auf der Autobahn", Leiter, neulich wars sogar ein Kühlschrank der irgendwo nahe des Mittelstreifens lag und in der Radio-Verkehrs-durchsage "landete". Diese Objekte sind deutlich gefährlicher einzustufen als der versehentlich notlandende Kopter - die meisten haben eh ein Fluggewicht um die 250-750 Gramm, sind auf Leichtbau getrimmt und zersplittern schnell bei Absturz oder Kollision mit einem Fahrzeug - jedenfalls deutlich einfacher als ein Kühlschrank, eine Bohle oder eine Leiter auf der Fahrbahn....!

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gott777 16.01.2018, 11:42
9. @Nr. 5

Da haben Sie recht, einer fliegenden Drohne sieht man nicht an, wem sie gehört. Sollten sie sich allerdings massiv durch das Fluggerät gestört fühlen, folgender Hinweis: Kopter dürfen nach Gesetzlage nur auf Sicht geflogen werden. Zudem funktionieren Kopter für gewöhnlich auch nur auf Sicht! Verschwindet das Fluggerät hinter einem Haus/Mauer/etc. ist auch meist die Funkverbindung unterbrochen (bis natürlich auf autonome vorpgrogrammierte Flüge) und das Fluggerät fliegt für gewöhnlich vollautomatisch zum Nutzer zurück. Zumal die meisten Akkus nur 10 - 15 Minuten halten, sollte sich der Pilot ausfindig machen lassen. aber andererseits, ja, da fliegt eine Drohne vielleicht(!) unerlaubt über Wohngebäude(!) (Straßen, sofern nicht Bundesstraßen und Autobahnen sind erlaubt), stört oder gefährdet aber ansonsten nicht... stehen sie auch am Straßenrand und schreiben das Nummernschild von jedem Falschparker oder über 50-Fahrer auf und melden den oder sprechen den an, was dieser Regelverstoß soll?

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