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Funk-Rauchmelder: Der Feind an meiner Decke
BRUNATA-METRONA

In vielen Bundesländern werden Rauchmelder in Wohnungen Pflicht. Geräte, die nach draußen funken, sorgen für Misstrauen: Welche Daten sammeln sie, entstehen Bewegungsprofile? Der Streit beschäftigt nun das Verfassungsgericht.

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bristolbay 02.12.2015, 19:33
240. Ist so

Zitat von hman2
"Nur wenige Euro pro Monat". Das ist klar Wucher, da die Geräte nur wenige Euro EINMALIG kosten. Jeden Monat "nur wenige Euro abzurechnen" ist also klar rechtswidrig. Mehr als ein paar Cent (!) darf das nicht kosten...
Warum soll der Vermieter etwas aufkommen, was dem Schutz der Mieter dient?

Sie sollten sich mal mit den Mietgesetzen beschäftigen und den Möglichkeiten der Umlagekosten ansehen.
Entweder als "Verbesserung der Wohnung" über Mieterhöhung oder als Betriebskosten.

Der Vermieter ist doch nicht das Sozialamt.

Udn alles dieses Gedöns für ein paar lumpige Cent im Monat. So ein blöder Warnmelder sollte doch jedem mehr Wert sein als ein paar Zigaretten, ne Flatrate oder nem Tattoo.

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suurbier 02.12.2015, 19:36
241. Abhören frei Haus

Zu dem Artikel ist folgendes anzumerken.
Die Arroganz der deutschen Richter wird nur noch durch deren Dummheit übertroffen. Ich habe diese Geräte vor ein paar Monaten eingebaut bekommen.
Durch die Paranoia eines anderen Hausbewohners habe ich dann einmal im Netz recherchiert.
Ergebnis: Jedem Hobbyelektroniker ist es durch durch Lötarbeit möglich, eine perfekte Abhöranlage (mit Kamera) zu konstruieren. Auch die meistenLaien können mittels eines USB-Sticks (77,?? €)oder entsprechenden Kleinstplatine mit zukaufbaren Chips die entsprechenden Daten, nicht nur die eigenen,
auslesen. Wer es noch ein bischen billiger will, SDR wäre ein Mittel der Wahl.
Eine Hürde stellt allenfalls eine Verschlüsselung der Daten dar.
Nun ist nicht anzunehmen, dass die Firma Brunata (über das System können auch Heizungszähler ausgelesen werden) sich seine eigene Geschäftsgrundlage
zerstört, trägt allerdings dazu bei, dass die entsprechenden Wohnungen abhörfertig
gemacht werden. Jedem professionellem Datenschnüffler zur Freude. Mit Lockpickerwerkzeug, Klappleiter und entsprechend präparierten Geräten ist der Austausch in wenigen Minuten vollzogen. Wer ist sich sicher, dass
das Gerät, welches beim Verlassen der Wohnung an der Decke hing, dass gleiche Gerät ist, wenn man abends die Wohnung betritt. Ähnlich wäre es, wenn man Dieben in der Nähe eines Objektes ein Auswahl an Nachschlüsseln bereitstellt mit der Begründung, dass die Schäden für gewaltsam geöffnete Türen doch dann
erheblich nachlassen.

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Isfet 02.12.2015, 20:00
242.

Zitat von bristolbay
das der Elektriker unserer Mietshäuser aus den 60er - Jahren schon FI-Schalter eingebaut hat, obwohl es nach Ihrer Aussage keine Pflicht ist.
Ist bei unseren alten Gebäuden auch so - wenn keiner eingebaut ist, dann macht der Elektriker nichts mehr an den Leitungen - komisch, wenn es keine Pflicht ist...

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bill_dauterive 02.12.2015, 20:20
243.

Zitat von hman2
Das gilt nur für Neubauten. In den Millionen Installationen mit klassischer Nullung ist es technisch unmöglich, RCDs einzubauen. Und noch bis in die Sechzigerjahre war das allgemeiner Standard in Deutschland...
Das ist falsch. Da gibt es keinen Bestandsschutz. Ein RCD ist Pflicht seit vielen Jahren schon. Wenn etwas an der Anlage gemacht wird muss zwingend ein RCD nachgerüstet werden. Wenn man da sämtliche Leitungen dafür erneuern muss dann ist das halt so. Die Bestimmungen haben da keinerlei Spielraum.

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japped 03.12.2015, 12:40
244. Information und Recherche ist wichtig!

Das Lager um Rauchwarnmelder mit und ohne Datenspeicher und Ferninspektion ist gespalten. Der Markt um die RWM-Montage ist arg umkämpft, da noch millionenschwere Marktanteile nicht vergeben sind. Hier gibt es auf der einen Seite z.B. die Firmen Hekatron und EI-Electronics, Bosch und Siemens, die eine herkömmliche jährliche Sichtinspektion unterstützen. Auf der anderen Seite stehen z.B. die Firmen Techem (Brunata) und Minol, die ihr neues Produkt, den RWM mit Datenspeicher und Fernisnspektion, als neueste Technik anbieten.

Das Thema ist höchst komplex, und es geht hier auch nicht allein um Datenschutz. Hier geht es auch um die DIN 14676, es geht um die Umlegung der Kosten, es geht um TÜV-Gutachten und Landesbauordnung usw., usw.

Grundsätzlich ist natürlich eine Manipulation der Geräte mit Sensoren und Datenspeicher möglich, aber nicht wirklich wahrscheinlich. Sicher ist im Moment nur, dass die sensorische Umfeldüberwachung datenschutzrelevant ist. Alles andere ist noch nicht endgültig ausdiskutiert. Z.B. ob die Gerätemiete umlagefähig ist (DMB gegen Saga in Hamburg).

Es gibt im Internet gute Quellen, die zur Information dienen können. So ist z.B. die Seite www.ferninspektion.de zu nennen, aber auch Publikationen der Firma Hekatron. Die Firmen Minol und Techem stellen für ihre Produkte auch umfangreiche Informationen bereit, die es lohnt zu lesen. Hier findet man zumindest die Betriebsanleitungen und die wichtigsten Informationen zur Datenübertragung.

Interessant zu wissen ist auch:

Für dieses Modell gibt es ein TÜV-Gutachten des TÜVRheinland. Dort ist als Vorgabe für die Durchführung der Inspektion der Rauchwarnmelder aus der Ferne zu lesen, dass die Intervalle für die Auslesung der Melder mehr als einmal im Jahr durchzuführen sind. Techem wirbt bei automatischer Auslesung sogar mit wöchentlicher Auslesung.
Aber:
Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Niedersachsen beanstandet die Nutzung eines gleichartigen Melders mit Ferninspektion nicht, wenn die Auslesung des Speichers – also die Ferninspektion – nur ein einziges Mal im Jahr durchgeführt wird. Weiterhin bestätigt sie, dass die über solche Rauchwarnmelder mit Umfeldüberwachung und Datenspeicher erhobenen Daten teilweise Auskunft über räumliche Zustände bzw. Veränderungen im Umfeld des Rauchwarnmelders geben und damit insbesondere sachliche Verhältnisse i.S.d. § 3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) betreffen und somit personenbeziehbar i.S.d. § 3 Abs. 1 BDSG sein können. Die Nutzung dieser Geräte ist daher datenschutzrelevant.

Und:

Die Melder senden alle 3 bis 5 Minuten ein Datenpaket.
Aber:
In einem Gutachten der Datenschützer in Schleswig-Holstein über Smart Meter steht u.a., dass eine standartmäßige Abfrage der Geräte alle 15 Minuten gegen das Gebot der Datensparsamkeit und Datenvermeidung verstoße

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GyrosPita 03.12.2015, 19:47
245.

Zitat von hman2
"Nur wenige Euro pro Monat". Das ist klar Wucher, da die Geräte nur wenige Euro EINMALIG kosten. Jeden Monat "nur wenige Euro abzurechnen" ist also klar rechtswidrig. Mehr als ein paar Cent (!) darf das nicht kosten...
Das ist nicht korrekt. Man kann die Geräte bei Brunata entweder kaufen oder gegen eine monatliche Gebühr mieten. Bei einem Kauf wird den Mietern natürlich trotzdem ein monatlicher Euro-Betrag per Nebenkosten in Rechnung gestellt. Die Sat-Anlage habe ich ja seinerzeit auch komplett gekauft und berechne dafür eine monatliche Gebühr. Bei den Rauchmeldern schleuse ich die tatsächlich entstanden Kosten 1:1 als durchlaufenden Posten. Belegbar durch eine Rechnung des Dienstleisters, in diesem Falle Brunata.

Mit "klar rechtswidrig" würde ich mich also mal etwas zurückhalten...

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von kraehenburg 03.12.2015, 20:50
246. ...

Zitat von NewYork76
, aber kann mit bitte jemand ein konkretes, reales Beispiel nennen bei dem jemandem durch ein Bewegunsprofil ein Schaden entstanden ist? (keine rhetorische Frage)
lesen sie mal http://www.ingenieur.de/Themen/Intelligentes-Haus/Diebe-koennen-Smart-Home-belauschen und dann erzählen sie mir nochmal, Bewegungsprofile in der eigenen Wohnung würden keinen interessieren.

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japped 04.12.2015, 07:12
247. Aussage der LfD zu RWM

Auf besondere Nachfrage bezgl. Rauchwarnmelder mit Datenspeicher und Umfeldüberwachung und Ferninspektionsverfahren liegt mir folgende Antwort der Landesbeauftragten für Datenschutz vor:
+++
Bezüglich der weiteren offenen Fragen, habe ich Ihnen bereits mit E-Mail vom XXX mitgeteilt, dass ich nur die festgelegten Nutzungsbedingungen prüfe und dass eine technische Möglichkeit für andere als festgelegte Einsatzmöglichkeiten nicht automatisch einen missbräuchlichen Einsatz zur Folge hat. Ebenfalls habe ich Ihnen mitgeteilt, dass die bloße Möglichkeit eines Missbrauchs keinen Handlungsbedarf durch die Aufsichtsbehörde begründet.
Da für den datenschutzkonformen Einsatz des Verfahrens allein die ***Vermieter*** verantwortlich und somit meine Ansprechpartnerin ist, sind weitergehende Fragen oder Vorgaben an die ***Hersteller des RWM*** nicht erfolgt.
+++
Das bedeutet, dass die LfD nur das prüft, was die Vermieter und Hersteller mit dem RWM BEABSICHTIGEN zu machen. Nicht das, was die RWM tatsächlich technisch können.
+++ Das ist natürlich keine große Hilfe, wenn man Bedenken hat.

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Dengar 04.12.2015, 09:47
248. Mal ne Frage

Könnte mir denn irgendein Gesetz verbieten regelmäßig meine Räucherstäbchen unter den Dingern abzubrennen? Ich meine, wie ich meine Wohnung einrichte ist doch wohl meine Sache, oder darf der Gesetzgeber mich dahingehend drangsalieren? - Denn mal weitergedacht: Mietwohnungen und Häuser sind ja wohl erst der Anfang, irgendwann sind auch die Eigenheime und der letzte popelige Wohnwagen dran. Und wer sich dem dann trotzdem noch widersetzt - Achtung! VT! - bei dem wird eben mit Warmabbruch nachgeholfen. Einem Staat, der seine eigenen Bürger als größte Bedrohung ansieht (welch Paradoxon!), ist alles zuzutrauen. Diese Einschätzung haben sich die Politiker in den letzten Jahrzehnten aufrichtig verdient.

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japped 04.12.2015, 10:26
249. Räucherstäbchen...

Zitat von Dengar
Könnte mir denn irgendein Gesetz verbieten regelmäßig meine Räucherstäbchen unter den Dingern abzubrennen? [...]
Auszug aus der Bedienungsanleitung des Minoprotect 3 radio:

"Faktoren wie Nikotin oder Insektenverschmutzungen können einen Täuschungsalarm auslösen. Rauchwarnmelder können keinen Schutz bieten, wenn z.B. im Bett geraucht wird, Kinder mit offenem Feuer spielen oder bei Explosionen wegen austretendem Gas."

Räucherstäbchen sind ja bekannterweise in der Rauchentwicklung nicht weniger intensiv als Zigaretten. ;-)

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