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Games und psychische Probleme: "Das Spiel hat mir geholfen, morgens aufzustehen"
Chucklefish Limited

Lange standen Videospiele im schlechtesten Ruf - angeblich hätten sie negativen Einfluss auf die Psyche. Inzwischen ist das Bild differenzierter: Games, auch Shooter, können für Menschen eine wichtige Stütze in schwierigen Lebensphasen sein.

wunderfrage 08.02.2019, 22:18
1.

Ein schmaler Grat zwischen Skill und Vermeidung. Klar hilft mir gaming bei negativen Gefühlen ganz unmittelbar und ohne großen Aufwand. Aber kann ich durch Battlefield lernen, mit negativen Gedanken, Erinnerungen und damit verbundenen Gefühlen langfristig umzugehen?

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gaovi 09.02.2019, 09:30
2. Mit geht es ähnlich

Spiele wie z.B. Dragon Age haben mir sehr geholfen. In depressiven Phasen, in denen alles aussichtslos und nicht zu bewältigen schien, konnte ich in eine Welt abtauchen, in der ein Chaos herrscht, das ich bewältigen kann mit meinen Entscheidungen, in dem ich wichtig bin, um Dinge richtig zu stellen, in denen ich Kontrolle habe.
Es ist sicherlich nicht für jeden das richtige, mit hat es aber auf jeden Fall schon unglaublich geholfen.

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touri 09.02.2019, 09:44
3.

Zitat von wunderfrage
Ein schmaler Grat zwischen Skill und Vermeidung. Klar hilft mir gaming bei negativen Gefühlen ganz unmittelbar und ohne großen Aufwand. Aber kann ich durch Battlefield lernen, mit negativen Gedanken, Erinnerungen und damit verbundenen Gefühlen langfristig umzugehen?
Ich glaube den Anspruch dürfte BF nicht haben :p

Ich spiele ganz unterschiedliche Spiele, von Brettspielen, Tabletops, Rollenspielen (analog und digital) und natürlich auch verschiedenste Videospiele, von Aufbausimulationen bis hin zu shootern. Spiele sind ein Hobby und wie jedes Hobby und wie jedes Hobby helfen sie beim Stressabbau. Bei ruhigeren spielen z.B. kann ich super entspannen nach einem Arbeitstag. Shooter (ich hab in BF2 z.B. knapp 1.000 Stunden investiert) können gut ablenken und sind perfekt zum Frustabbau geeignet. Einen Lerneffekt mit Emotionen umzugehen bieten die meisten Spiele sicherlich nicht, genausowenig wie die meisten Hobbys. Aber als Werkzeug zum entspannen und dampf ablassen, oder auch einfach um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, die vielleicht überall im Land oder auf der Welt verstreut sind und auch neue zu finden, dafür dienen sie alle mal. Ich kenne durchaus auch Beispiele von Leuten, die ihre Partner über Computerspiele kennengelernt haben :-)

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Reg Schuh 09.02.2019, 09:58
4. Ein bißchen Wirklichkeitsflucht ab und zu

Ein bißchen Wirklichkeitsflucht betreibt auch jeder Mensch ab und zu. Lesen kann auch die Wirkung entfalten, die Gedanken auf etwas völlig anderes zu fokussieren. Diese Dinge beschäftigen im Gegensatz zu sportlicher Betätigung den Geist direkt und oft auch vollständig. Und als Wirklichkeitsflucht ist das viel besser als des landläufig verbreitete Saufengehen.

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whgreiner 09.02.2019, 10:41
5.

Computerspiele als Therapie? Ich denke da überschätzt man die Sache. In einer extrem schwierigen Lebensphase als Folge meiner ersten Ehe habe ich auch exzessiv Computerspiele gezockt. Irgendwelche Probleme gelöst hat das nicht, ich habe mich damit halt zeitweise aus der unerträglichen Realität gestohlen. Immerhin war es weniger schädlich, als wenn ich gesoffen hätte: es war "nur" verplemperte Lebenszeit.

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touri 09.02.2019, 10:58
6.

Zitat von whgreiner
Computerspiele als Therapie? Ich denke da überschätzt man die Sache. In einer extrem schwierigen Lebensphase als Folge meiner ersten Ehe habe ich auch exzessiv Computerspiele gezockt. Irgendwelche Probleme gelöst hat das nicht, ich habe mich damit halt zeitweise aus der unerträglichen Realität gestohlen. Immerhin war es weniger schädlich, als wenn ich gesoffen hätte: es war "nur" verplemperte Lebenszeit.
Die Zeit hat sie von ihren Schmerzen abgelenkt, insofern würde ich die Zeit nicht als verschwendet bezeichnen. Viele Computerspiele lehren auch Fähigkeiten, sei es Mathe bei Wirtschaftssimulationen, Reflexe und Taktik bei shootern, Kreativität bei Sandboxspielen wie Minecraft etc.

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Newspeak 10.02.2019, 01:27
7. ....

Wenn ein Computerspiel jemandem Freude im Leben bereitet, und Zufriedenheit bringt, ist das ohne Frage gut. Das gilt ja für jedes Hobby und jede Wirklichkeitsflucht. Aber muss man es deshalb gleich wieder theoretisieren und überhöhen? Muss man jeden Bereich menschlichen Tuns auf seinen Nutzen abfragen? Ich denke, dass ein Grossteil der Neurosen darauf beruht, dass es kaum noch Lebensbereiche gibt, in denen nicht nach Nutzen gefragt und optimiert wird. Schlimmer, und sehr deutsch, ist dann nur noch, einen Verein zu gründen, unnötige Regulierungen zu schaffen, und, zugespitzt, einen Wettbewerb auszurufen, wer sich durch Zocken am besten entspannt.

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ZhuBaJie1 14.02.2019, 11:49
8. Multiplayer-Shooter machen mich eher depressiv...

...da ich ununterbrochen von irgendwelchen 14jährigen mit jugendlichen Reflexen und zu viel Zeit niedergeballert werde. Aber immerhin lehrt mich das Bescheidenheit, Frustrationstoleranz sowie das Erkennen der Grenzen des eigenen Alters. ;)

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