Forum: Netzwelt
Generation Offline: Mutter lernt Surfen
Frank Patalong

Für mindestens 15,4 Millionen Deutsche über 60 ist das Internet tatsächlich Neuland. Sie verbinden es eher mit Angst und Sorge. Bis vor kurzem gehörte meine Mutter dazu - jetzt wird sie digitalisiert.

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mol1969 03.02.2016, 16:16
50.

Zitat von christianwoelk
Da gebe ich Ihnen recht - da sind Menschen recht verschieden. Wir haben meinem Vater zum 69. Geburtstag vor 10 Jahren ein Mobiltelefon geschenkt - ein schönes NOKIA mit langem Standby und wenig Funktionen. Telefonbuch hatte ich schon mal eingerichtet, waren wohl nicht mehr als 20 Kontakte. Dann lang erklärt und geübt... Fazit : Er weiß wie man es einschaltet. (gut) Er weiß wie man es auflädt. (gut) Er nimmt sein Notizbuch aus der Tasche, schlägt eine Nummer nach und wählt die Nummer die er möchte und telefoniert.(auch gut) Er bittet mich bei Besuchen diese komischen Briefumschläge im Anzeigefenster zu löschen. (mach ich dann auch) Er käme nie auf die Idee eine SM zu verschicken (kriegt er eh nicht hin) und weiß auch nicht (s. oben) wie man eine SM liest. Und Gevatter Patalong meint allen Ernstes ich könnte in meinem Papa einen zweiten Bill Gates erwecken?? Menschen sind verschieden - und gerade in der älteren Generation geht dieser Internetkram an vielen vorbei. Es gibt Dinge - die sollte man akzeptieren!
Da erkenne ich meinen Vater auch wieder. Kann Wort für Wort bestätigen.

Er weiß zwar, was eine SMS ist. Mehr aber nicht. Er kann weder eine verschicken noch eine lesen. Das macht aber nichts, weil sich ihm der Sinn von SMS, E-Mail & Co gar nicht erschließt und er diese Nachrichtenwege auch dann nicht nutzen würde, wenn er sie beherrschen würde.

Seine Kommunikationsstrategie ist schnell erzählt:
Im Ort, also innerhalb eines Radius von ca. 3 KM, geht er zu Fuß hin und redet persönlich mit den Leuten.
Darüber hinaus ruft er an.
Mehr ist nicht erforderlich.

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mol1969 03.02.2016, 16:26
51.

Ohne grundlegende Kenntnisse tut man sich heute schon schwer. Bei uns wurden in den vergangenen Jahren mehrfach die Kanäle im Kabelfernsehen geändert, so dass über Nacht eine komplett andere Senderreihenfolge da war, manche Sender fehlten auch ganz.

Meine Eltern hätten keine Chance, dies selber wieder in den Griff zu bekommen. Wenn ich nicht die beiden TV-Geräte neu eingestellt hätte (und dafür habe ich dann aufgrund umständlicher Suchlauf- und Einstellmöglichkeiten auch 1-2 Stunden gebraucht), dann hätten sie einen TV-Fachhändler antanzen lassen müssen. Möchte gar nicht darüber nachdenken, was eine Anfahrt von 10 bis 15 KM plus mind. 1 Stunde Arbeitszeit gekostet hätte.

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SirTurbo 04.02.2016, 22:38
52.

Zitat von troy_mcclure
Hier bei uns im Büro haben wir eine Mitarbeiterin (ca. 50), die erzählte, sie könnte nur zuhause ins Internet und was bei t-omline suchen. Auf meinen Hinweis, dass man auch mit den Rechnern bei der Arbeit ins Internet kann, antwortete sie: "aber hier kommt Google, wenn man ins Internet geht". Ich will damit sagen, es gibt auch jüngere Menschen, die Probleme mit dem technischen Fortschritt haben.
Naja, viele in meinem Alter (Mitte 40) sind geistig aber Steinzeit. Als ich jung war musste man schon etwas nerdig sein um sich intensiver mit Technik zu beschäftigen.

Dabei fällt mir gerade eine Freundin ein (Anfang 40) die ich im letzten Jahr erfolgreich auf Internet, Laptop, Smartphone getrimmt habe - die aber immer noch vieles nicht anfasst. Nicht weil Fratzenbuch so hohl ist;p - sondern weil in Machwerken wie der BLÖD mal was stand wie gefährlich das alles ist. Ich glaub wenn die wüsste was ihr Sohn so alles nutzt... Der ist 10 und aufgeweckt - der sieht ja gar nicht ein in der Steinzeit zu bleiben nur weil seine Mutter das so möchte;)

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7eggert 07.02.2016, 06:46
53.

Zitat von HaraldKönig
Gut wenn man so flexible Eltern hat. Meine haben nicht nur den Videorecorder nicht kapiert, selbst am (Röhren) Fernseher finden sie nur die ersten 9 Sender analog zu den Zahlen 1-9 auf der Fernbedienung. Verschachtelte Menüs sind außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.
Meine Oma hat Probleme, den DVD-Player zu nutzen, wenn sie dazu umschalten muß (Knopf "DVD" bzw. "Fernseher"). Und ich soll ihr erklären, wie sie im Internet die gestellten Fallen vermeidet.

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7eggert 07.02.2016, 07:01
54.

Zitat von turbomix
Bankgeschäfte würde ich niemals online tätigen. Das finde ich naiv und verantwortungslos.
Mit ChipTAN ist es hinreichend sicher. Allerdings würde ich das trotzdem den meisten Windows-Nutzern nicht raten, sondern nur denen, die sich noch nie eine Toolbar auf einem wichtigen Rechner eingefangen haben.

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