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Google - verletzen die Häuserfotos bei Street View die Privatsphäre?

Der Streit über das neue Google-Angebot Street View wird in Deutschland intensiv geführt. Verletzen nun die Fotos der Häuserfassaden im Internet die Privatsphäre der Bewohner?

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medienquadrat 21.08.2010, 11:02
1. natürlich ist das ein Rechtsbruch,...

...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte.

Sich dem autistischen Kartographiewahn und den egomanischen Wirtschaftsinteressen eines amerikanischen Multis zu unterwerfen, bedeutet lediglich, den Voyeurismus einiger weniger zu bedienen, die ihre latente Abartigkeit damit befriedigen können, hinter jedem herzustalken.

Das digitale Gaffen, als Grundrecht, dass ich nicht lache!
Von solchen feigen Monstern bewahrt zu bleiben, das ist ein Grundrecht!
Und wenn es dazu noch keine rechtssprechung gibt, dann wird es aber verdammt-noch-mal-an höchste Zeit.

Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner scheint momentan die einzige zu sein, die das begriffen hat.

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A_Friend 21.08.2010, 11:13
2.

Zitat von medienquadrat
...im Kontext mit anderen multiverfügbaren digitalen Daten wird eine völlig neue Qualität geschaffen, die der Gesetzgeber, als es das World Wide Web noch nicht gegeben hat, überhaupt noch nicht bedacht hatte.
Na dann bennenen sie doch mal, welches Recht hier von Google gebrochen wurde!
Alternativ können sie gerne auch mal einen Vorschlag machen, wie ein Gesetz aussehen soll, daß zum einen Google in die Schranken weist, zum anderen aber die Rechte "normaler" Fotografen nicht unangemessen einschränkt.
Oder sie beantworten lieber folgende Frage: Wenn Google so wie in Japan die Kameras auf Grund von Protesten auf 2,05 m runterschraubt und dafür keine Einsprüche mehr annimmt - wären sie dann zufrieden?
All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!

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medienquadrat 21.08.2010, 11:38
3. ...

Zitat von A_Friend
All diese Fragen wurden in anderen Freds mehrmals gestellt - aber von SV-Gegnern bisher nicht beantwortet!


weil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten.

Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?

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mondhütchen 21.08.2010, 11:45
4.

Was Google macht ist nichts weiter als das, was man wohl als "mainstream" bezeichnen kann....es hat schon auch was von einer gehörigen "Gaffermentalität", die den Leuts damit weiter "anerzogen" wird...für die Kinder von heute wird es somit später "völlig normal" sein, alles und jeden in einer gewissen Weise zu beobachten und zu kontrollieren...und die wirklich wichtigen Dinge des Lebens...z.B. "sich um Bedürftige im realen Umfeld zu kümern" wird damit schlicht "aberzogen"...

Ein tatsächlicher "Wichtigkeitsgrad" für diese "bildliche Ent-Privatisierung" liegt sicherlich nicht vor..und was die Einspruchsfrist von acht Wochen betrifft, so halte ich diese für nicht rechtens..es kann nicht sein, dass es eine Frist gibt, für das "eigene Recht", das immer gelten muss....

Irgendwie erinnert das Ganze an "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury...

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A_Friend 21.08.2010, 12:13
5.

Zitat von medienquadrat
weil es nicht die Aufgabe eines Opfers ist, dem Täter Alternativen zu bieten. Wofür lebe ich in einem durchorganisierten und angeblich politisch verwalteten Rechtsstaat, wenn ich mir neben meiner Arbeit auch noch Gedanken machen müsste, was ich einem Taschendieb - nur als Beispiel- denn alternativ anbieten könnte, wenn ich ihm mein Portemonai verweigere?
Zumindest eines haben sie richtig gesagt: Wir leben in einem Rechtsstaat. Das heiß aber auch, das sie ihr Recht auf Privatsphäre nicht plötzlich auf Räume ausdehen können, die öffentlich einsehbar sind.

Aber wie ich es mir bereits dachte: Sie wissen weder, welches Recht angeblich verletzt wurde, noch wie man es anders machen könnte.

Noch eine Frage an sie: Haben Sie denn zumindest bei den staatlichen Beschneidungen der Privatsphäre der letzten Jahre (VDS, ELENA, BKA-Gesetz, Geldwäschegesetz, Online-Durchsuchung u.s.w.) auch protestiert? Ich wage mal die Vermutung, daß sie damals als braver, obrigkeitshöriger Bürger ganz still waren.

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A_Friend 21.08.2010, 12:21
6.

Zitat von mondhütchen
Ein tatsächlicher "Wichtigkeitsgrad" für diese "bildliche Ent-Privatisierung" liegt sicherlich nicht vor
Seit wann ist ein öffentlich einsehbarer Raum privat?

Zitat von mondhütchen
..und was die Einspruchsfrist von acht Wochen betrifft, so halte ich diese für nicht rechtens..es kann nicht sein, dass es eine Frist gibt, für das "eigene Recht", das immer gelten muss....
Bitte lesen sie doch die entsprechenden Artikel mal genau, bevor sich hier Falschinformationen verbreiten. Widerspruch können sie immer einlegen, auch in 100 Jahren noch. Die Acht-Wochen-Frist bezieht sich nur auf die Zusicherung von Google, dann ihr Haus noch VOR dem Start von SV Ende 2010 zu verpixeln.

Ach ja, und ein "eigenes Recht" auf diesen Widerspruch gibt es nicht. Das bietet Google freiwillig an - weil sie ja so furchtbar böse sind...

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medienquadrat 21.08.2010, 12:35
7.

Zitat von A_Friend
Noch eine Frage an sie: Haben Sie denn zumindest bei den staatlichen Beschneidungen der Privatsphäre der letzten Jahre (VDS, ELENA, BKA-Gesetz, Geldwäschegesetz, Online-Durchsuchung u.s.w.) auch protestiert? Ich wage mal die Vermutung, daß sie damals als braver, obrigkeitshöriger Bürger ganz still waren.
das können Sie bestimmt in einiger Zeit selbst rausfinden, wenn Google so weiterschnüffelt.

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dent42 21.08.2010, 13:37
8. Re

Warum denn noch ein Thread zu dem Thema, der wievielte ist das? der 5. mindestens.

Ich bin es leid zu argumentieren. Die Rechtslage ist eindeutig

http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_a..._eigenen_Sache
http://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit
http://de.wikisource.org/wiki/Bundes..._-_Friesenhaus
http://www.juraforum.de/gesetze/urhg...ichen-plaetzen
http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html

usw.

Überflüssige Fragestellung SPON

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MarkH 21.08.2010, 13:47
9. ooo

Zitat von A_Friend
Zumindest eines haben sie richtig gesagt: Wir leben in einem Rechtsstaat. Das heiß aber auch, das sie ihr Recht auf Privatsphäre nicht plötzlich auf Räume ausdehen können, die öffentlich einsehbar sind.
Ich lese diese eher schwachsinnige Argumentation schon einige male hier bei Spiegel.de

"öffentlich" heißt in diesem Zusammenhang natürlich "öffentlich/rechtlich" im Kontext der BRD-Gesetze.
Inwieweit dann ein US-Konzern, der seine Rechengeschwindig in erster Linie in China produziert darunter fällt, ist wiederum eine andere Frage

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