Forum: Netzwelt Informationelle Selbstbestimmung: Das "Recht auf Vergessen" und die Netzfreiheit
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dapd Soll das Internet auf Wunsch vergessen müssen, was es über uns weiß? Ganz so einfach ist die Sache nicht: Wer einen Liebesbrief verschickt hat, kann ihn später nicht einfach zurückfordern - und allzu rigide gesetzliche Regelungen könnten die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit einschränken. zum Artikel Antworten
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#1 29.02.2012, 15:31 von Kalleblom

Differenzieren!

Zitat von sysop
Soll das Internet auf Wunsch vergessen müssen, was es über uns weiß? Ganz so einfach ist die Sache nicht: Wer einen Liebesbrief verschickt hat, kann ihn später nicht einfach zurückfordern - und allzu rigide gesetzliche Regelungen könnten die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit einschränken.
Aus meiner Sicht besteht da der Unterschied, wer denn meine Daten hochgeladen hat. Wenn ich es selber bin, dann finde ich das Beispiel mit dem Liebesbrief sehr treffend.
Macht es aber ein anderer, dann wird die Sache kompliziert!

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#2 29.02.2012, 16:17 von n8nebel

Unnötig

Zitat von sysop
Soll das Internet auf Wunsch vergessen müssen, was es über uns weiß? Ganz so einfach ist die Sache nicht: Wer einen Liebesbrief verschickt hat, kann ihn später nicht einfach zurückfordern - und allzu rigide gesetzliche Regelungen könnten die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit einschränken.
MMn brauchen wir kein "Recht auf Vergessen", stattdessen sollte man besser die Medienkompetzen in der Bevölkerung fördern, am besten schon ab der ersten Klasse.
Die Unfähgikeit des Internets, etwas zu vergessen, ist eine seiner Stärken. Nichts was einmal veröffentlicht wurde, kann so einfach wieder verschwinden, das Netz ist der beste Zeitzeuge den man sich vorstellen kann.

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#3 29.02.2012, 16:28 von MadDoubleF

Ja ja, die Datenflut

An für sich ist die Idee, dass das Netz "vergessen" soll nicht schlecht. Nur funktioniert das nicht. Selbst Bilder, die ich vor über 10 Jahren mal auf meiner eigenen Webseite als Hintergrund hatte, sind heute noch teilweise zu finden. Das hat nichts mit den Suchmaschinen oder sammelwütigen SocialNetworks zu tun. Es ist das Konstrukt des Internet. Die vielen Server, die direkt im WAN stehen, haben einen riesigen Cache, in dem Informationen vorgehalten und untereinander ausgetauscht werden, nach dem Motto: "Kennst du DAS Bild schon? Ich geb dir das mal, falls einer nachfragt.". Das Netz vergisst also nicht. Da kann man gesetzlich Provider, Suchmaschinen oder irgendwelche Dienste dazu verpflichten die Daten nach x Jahren zu löschen wie man will. Es nutzt nichts.

Von daher ist schon jeder selber dafür verantwortlich, welche Informationen er/sie über sich Preis gibt. Wenn z.B. Facebook unbedingt sein muss, dann doch mit gefakten Namen und Daten. Wenn ich mich irgendwo bewerbe, dann soll mein evtl. zukünftiger Chef mich nicht als zugekifften 18-jährigen sehen können. (is nur ein fiktives Beispiel).

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#4 29.02.2012, 16:28 von antabakaet

Ich wette, Caligula würde auch gerne nicht mehr daran erinnert werden, dass er ein Pferd zum Konsul gemacht hat.

Zeitungsarchive vergessen übrigens auch nichts. Jeder (blöde?) Leserbrief bleibt der Nachwelt erhalten.

Medienkompetenz ist ein gutes Stichwort.

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#5 29.02.2012, 16:30 von christian_hahn23

Spaß in Tüten

Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein. Andererseits ist heute nicht der erste April, daher scheint es doch ernst gemeint zu sein. Da erzählt ein Bundesinnenminister, der gerade wegen Handy-Spionage, versagenden Verfassungsschützern und marodierenden V-Männern durch die Schlagzeilen geistert etwas von Recht auf Vergessen im Internet. Mit Verlaub: Der hat doch den Knall nicht gehört. Und der Spiegel, das "Sturmgeschütz der Demokratie", gibt dem Mann auch noch eine Plattform, um seine platten Vergleiche auch noch zu verbreiten. Wenn ein Liebesbrief nach abkühlen der heißen Liebe veröffentlicht wird... dass ich nicht Lache. Ist es denn nicht das Innenministerium, dass Millionen Handydaten auswertet, einen völlig indiskutablen und dilettantisch programmierten Bundestrojaner in die Weltgeschichte schickt, und die so gesammelten Daten jedem Depp zur Verfügung stellt. Da ist ein vielleicht etwas peinlicher Liebesbrief im Netz das geringere Übel. Wenn ich die Wahl hätte, ich würde freiwillig alle Liebesbriefe, die ich jemals schrieb veröffentlichen, wenn ich im Gegenzug versichert bekäme, dass meine, vom Innenministerium (illegal?) gesammelten, Daten zumindest vor unbefugter Verwendung Dritter in Sicherheit sind. Bei der geballten Netz- und Computerkompetenz der deutschen Regierung sehe ich aber eher Schwarz

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#6 29.02.2012, 16:49 von Atomkrafteimer

Nunja

Zitat von n8nebel
MMn brauchen wir kein "Recht auf Vergessen", stattdessen sollte man besser die Medienkompetzen in der Bevölkerung fördern, am besten schon ab der ersten Klasse. Die Unfähgikeit des Internets, etwas zu vergessen, ist eine seiner Stärken. Nichts was einmal veröffentlicht wurde, kann so einfach wieder verschwinden, das Netz ist der beste Zeitzeuge den man sich vorstellen kann.
Wenn es um allgemeine Informationen, Wissen und Daten geht, ist das Internet sicherlich wunderbar. Aber hier geht es um persönliche Daten. Will ich, dass in 30 Jahren die Dokumente (Bilder, Videos etc.) meiner Jugendsünden immer noch frei verfügbar im Netz umherschwirren?

Facebook z.B. ist mittlerweile sowas wie Erich Mielkes wahrgewordener Traum. Private Anbieter schaffen in weniger Jahren das, was ganze Staatsapparate in Jahrzehnten nicht fertig gebracht haben. Wir wissen z.B., dass wenn ich auf FB etwas lösche, es nicht wirklich gelöscht ist. Es ist dann nur nicht mehr "verfügbar". Ich halte das nicht für eine der stärken des Netzes, sondern für eines der gravierensten Probleme.

In sofern ist ein Recht auf Vergessen durchaus sinnvoll, solange aus dem Recht keine Pflicht wird.

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#7 29.02.2012, 16:49 von Thyphon

Zu Spät

Zitat von sysop
Im Hinblick auf die Umsetzbarkeit dieser Forderungen stößt unser aktuelles Datenschutzrecht im Internetzeitalter an seine Grenzen. Es bedarf dringend der Reform. [..] Vom Grundsatz her brauchen wir ein Datenschutzrecht, bei dem die Freiheitsrechte des Einzelnen, seine Eigenverantwortung und der Schutz seiner Privatsphäre im Vordergrund stehen. An der Architektur eines solchen effektiven Persönlichkeitsschutzrechtes werden wir jetzt gemeinsam in Europa arbeiten.
Was Herr Friedrich in diesem Artikel so schön beschreibt, hätte schon vor Jahren passieren sollen. Selbiges gilt für eine Überarbeitung des Urheberrechts.

Inzwischen ist es zu spät. Und während sich die Politik noch den Schlaf aus den Augen reibt untergraben Konzerne wie Google (die neue "Datenschutzrichtlinie" tritt morgen degen den Willen der EU-Datenschützer in Kraft) und Facebook weiterhin fröhlich unser aller Persönlichkeitsrechte.

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#8 29.02.2012, 16:56 von n8nebel

Teilweise

Zitat von Atomkrafteimer
Wenn es um allgemeine Informationen, Wissen und Daten geht, ist das Internet sicherlich wunderbar. Aber hier geht es um persönliche Daten. Will ich, dass in 30 Jahren die Dokumente (Bilder, Videos etc.) meiner Jugendsünden immer noch frei verfügbar im Netz umherschwirren? Facebook z.B. ist mittlerweile .....
Wenn es um Inhalte geht, die jemand gegen den Willen des Betroffenen einstellt, dann gebe ich dir recht, hier haben wir ein Problem. Andernfalls greift mMn der "Selber schuld"-Grundsatz, wer meint sein peinliches Saufgelage in ein Social Network einstellen zu müssen, hat es eben auch nicht anders verdient, als bis an sein Lebensende damit konfrontiert zu werden.

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#9 29.02.2012, 16:56 von Jay's

Das Internet und die Verantwortung

die der Gebrauch mit sich bringt, ist meiner Meinung nach ein neues Schulthema. Die Konsequenzen, die falsche Handlungen mit sich bringen, sollten im Schulunterricht durchgespielt werden ebenso wie ethische Richtlinien, die Mobbing verurteilen. All dies gehoert heutzutage zur Ausbildung der Schueler. Ich weiss nicht, inwieweit das gemacht wird.

Damit will ich sagen, dass Gesetze zwar einiges bestimmen koennen, wie sich der Einzelne verhaelt aber Teil der Erziehung ist.

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