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Kanadisches Gerichtsurteil: Google muss bestimmte Suchergebnisse weltweit sperren
REUTERS

Wenn Google nach einer richterlichen Entscheidung bestimmte Suchergebnisse ausblenden muss, gilt das nicht nur im jeweiligen Land, sondern auf der ganzen Welt. Das hat in Kanada nun auch der Supreme Court entschieden.

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zerr-spiegel 29.06.2017, 11:48
1. Kanada?

Kanada jetzt genauso größenwähnsinnig wie USA.
Dachte eigentlich, dass die normal ticken würden.

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Leser161 29.06.2017, 11:51
2. Äh...

Und wenn man da als Land mal anderer Meinung ist? Also die Kanadier sind ja ganz nett. Aber es gibt andere Länder. Wenn jetzt z.B. der Trump Webseiten mit Trumpwitzen sperren lässt? Gut wird abgeschmettert wie sein Einreiseban. Aber was ist mit Erdogan, der darf ja sehr viel in der Türkei. Oder haben nur Gerichte aus Nordamerika diese Befugnis? Wäre irgendwie nicht korrekt, vielleicht wollen wir Deutschen ja z.B. Naziseiten sperren lässen und wir sind da empfindlicher als andere.

Kurz: Ich sehe das problematisch.

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grabenkaempfer 29.06.2017, 12:02
3.

Warum wird über die Webseiten debattiert und nicht dem Fälscher das Handwerk gelegt? Das klingt sehr nach "Symptome behandeln und die Ursache ignorieren"

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susuki 29.06.2017, 12:09
4.

Oh weh. Zensur auf höchster Ebene.

Ich hoffe meine Suchmaschine DuckDuckGo muss das nicht umsetzen.

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jaduk 29.06.2017, 12:12
5. Na dann warten wir mal auf die Türkei und China

Da können die Regime dort ja nun alles von Google löschen lassen, was ihnen dort nicht gefällt. Weltweit.

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berndscherdel 29.06.2017, 12:20
6. Jetzt wird es spannend

Wenn man diese Entscheidung zu Ende denkt, dann kann jedes Land argumentieren, dass es weltweit kein Recht auf illegale Inhalte gibt.
Also wird Saudi-Arabien alle Nacktheit verbieten, die Türkei alle Artikel über Gülen und die Armenienproblematik im 20 Jhr., Kuba über Kapitalismus und der Iran Artikel über das Christentum (willkürliche Beispiele!).
Auf der anderen Seite existiert natürlich ein Schutzrecht was auch keiner anzweifelt!

Tja unser Rechtssystem ist immer noch mit Landes- und Hochheitsrechtsgrenzen verbunden. Das Internet ist insofern wirklich (rechtiliches) Neuland!

Und nein - ich habe auch keine Lösung. Bei KiPo reichte ja schon das reine Ansehen für eine Anklage. Wenn ich jetzt FB nutze und dort auch nach deutschem Recht rechtswidrige Inhalte zu sehen sind (oder in Google), könnte man ja ähnliches verlangen.

Wie gesagt - sehr spannend!

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iffelsine 29.06.2017, 12:23
7. Nun, GOOGLE ist zwar die größte, nicht aber die einzige Suchmaschine !

Und die chinesischen Suchmaschinen lassen sich von Kanada nix vorschreiben. Also eigentlich schadet Kanada nur GOOGLE und stärkt andere. Allerdings sind auch nicht alle Inhalte bei den Chinesen zu finden...

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hansgustor 29.06.2017, 12:35
8. Gutes Urteil

Wenn sowohl Täter als Opfer im selben Land bzw. im selben Rechtssystem leben, sehe ich keinen Grund warum man der Täter seine Straftat außerhalb des Landes vorsetzen darf. Genauso beim Recht auf Vergessen: wenn jemand in Deutschland etwas über einen Deutschen schreibt, dass hier als illegal geahndet wird, z.B. Verleumdung, warum sollte man das außerhalb Deutschlands vorsetzten dürfen? Diese Fälle sind eindeutig.

Google kann sich gerne die Mühe machen, die Inhalte nur in den Ländern zu sperren in denen die Rechtslage dieselbe ist, z.B. ist der genannte Fall auch in Deutschland illegal, aber vermutlich gibt es dann wieder andere Gründe warum das nicht machbar sein soll.

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Hans Neumann 29.06.2017, 13:00
9.

Angenommen, ein saudiarabisches Gericht verbietet Internetverkäufe von Bibeln? Dann würde das auch für Kanada gelten?
Da stellt sich die Frage, was die Schnittmenge aller Verbote ist. Wahrscheinlich das Nichts.
Schon seltsam, so viel Dummheit traue ich dam kanadischen Supreme Court eigentlich nicht zu. Fehlt da eine wichtige Information?

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