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Kritik an Spieleplattform von Valve: Keine Lust auf Verantwortung
Valve

Valve ist eine der mächtigsten Gamesfirmen der Welt. In ihrem Online-Shop Steam gibt es alles, von rassistischen Spielen bis zu Gewalt-Orgien. Problematisch findet die Firma das nicht. Eine unwürdige Position.

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Moridin 07.06.2018, 17:37
1. Erschreckend...

...dass hier das Zeil der möglichst neutralen Plattform als "keine Haltung" diffamiert wird.

Was ist nur aus dem Gedanken des freien Internets geworden? Die Mehrheit der Plattformen zensiert viel zu viele Inhalte und ist nicht neutral genug - der Gedanke der Neutralität scheint gar nichts mehr wert zu sein.
Plattformen haben neutral zu sein und sich nicht um die Inhalte zu kümmern, die sie verbreiten! Das war der Grundgedanke des Internet, mit dem ich groß geworden bin - alles andere wird von mir nicht akzeptiert werden.

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xxzxcuzx me 07.06.2018, 17:39
2. Und Valve macht alles richtig

Wie soll denn heutzutage, in einer Zeit in der Wörter wie "Zigeunersauce offenbar ein rassistische Konnotation haben, ein x-köpfiges Qualitätsmanagement entscheiden wo Rassismus anfängt.

Die Entwickler von Witcher 3 und Kingdom Come sahen sich ja erst kürzlich kruden Rassismus- und Sexismusvorwürfen ausgesetzt.

https://www.derstandard.de/story/2000072362494/kingdom-come-deliverance-moeglichst-realistisches-game-leugnet-fakten

Solange es Menschen gibt, deren Lebenszweck -nennen wir es mal "Twitter" oder "Bento-Autoren"- darin besteht sich über Hypermoral zu profilieren, solange sollte auch in dubio pro reo gelten.

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zweitegabel 07.06.2018, 17:39
3. Ach, womit soll man anfangen?

Dass der Autor allen Ernstes zu glauben scheint, dass "keine Bevormundung" durch ein einflussreiches Unternehmen etwas Schlechtes ist?
Dass er tatsächlich die "Es ist [aktuelle Jahreszahl]!"-Plattitüde allen Ernstes als Argument(versuch) anbringt?
Dass er allen Ernstes anderen unterstellt, "von der modernen Lebenswelt überfordert" zu sein, aber sein ganzer Text darauf basiert, dass er damit überfordert ist, dass in der modernen Lebenswelt fiktive Inhalte existieren, die er nicht mag?
Dass er, um seine argumentative dürre Sicht zu untermauern, allen Ernstes schockreißerisch"Vergewaltigungssimulatoren" herbeifantasiert und in hanebüchenen konstruierten Unterstellungen, die man sonst nur aus Boulevardjournalismus kennt, anbringt?
Dass er augenscheinlich ein fundamentales Problem mit dem Konzept der freiheitlichen Gesellschaft hat und allen Ernstes nach der Zensur missliebiger Inhalte ruft?
Dass er seinen im besten Fall als Satire, im schlimmsten Fall als Kommentar gemeinten Text allen Ernstes "Analyse" nennt?

Textproduktion dieser Güte kenne ich hier sonst nur von Augstein/Fleischhauer/Stokowski/Berg, aber die haben wenigstens den Anstand, das ganze "Kolumne" zu nennen.

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jsavdf 07.06.2018, 17:40
4. Zu kurz gefasst.

Wird jetzt jeder privaten Firma eine Ethik vorgeschrieben? Mir kann man jetzt vorwerfen, warum bei Facebook es verlangen und bei Valve nicht? Nur hat die Spielebranche schon indizierungswellen hinter sich, lange bevor rechte Trolle das Internet besiedelten und sich Filterblasen gebildet haben. Die Ansichten, diesem Kommentar zu Grunde liegen betrachten nicht, dass die Spielebranche schon das alles durchgemacht haben, und die jetzige und damalige Firmenpolitik von Steam sich durchgesetzt hat.

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spätaufsteher 07.06.2018, 17:43
5. willkommen in der Plattform-Ökonomie

Die Kritik des Autors an Valve ist offen gesagt nicht sehr weit gedacht. Ich kann tatsächlich nachvollziehen, dass ein AIDS-Simulator jeden halbwegs aufgeklärten Menschen empört. Aber tatsächlich ist die Forderung nach mehr Kontrolle nicht ganz unproblematisch, denn: Wer hat Valve eigentlich ein demokratisches Mandat erteilt, für uns alle zu entscheiden, was wir nicht sehen dürfen? Richtig, niemand. Und in dem Augenblick bin eigentlich über die (sicherlich bequeme) laissez faire Haltung gar nicht so unglücklich, kann ich doch dann zumindest selbst entscheiden ob ich einen AIDS-Simulator sehen/spielen will oder eben nicht.

Stärkere Eingriffe (ich sage bewusst nicht Zensur) von Valve wären auch gar nicht schlimm, wenn es verschiedene relevante Anbieter mit deutlich unterschiedlichem Werte-Profil gäbe. Tatsächlich zeichnet sich die angeblich so marktwirtschaftliche Plattform-Ökonomie aber durch quasi natürliche Monopole aus. Damit kommt sehr viel Macht (Facebook kann ein Lied davon singen), der kein privatwirtschaftliches, gewinnorientiertes Unternehmen tatsächlich gerecht werden kann. Ganz egal was Valve (nicht) sperrt, wie viele Regeln sie aufstellen, wie gut sie sie begründen, es wird immer irgend jemanden vor den Kopf stoßen. Und demokratisch aushandeln geht auch nicht - private Unternehmen sind ja schließlich keine Demokratien.

Die Frage ist also gar nicht, ob und wie Valve filtern sollte. Die Frage ist, ob wir es uns als Weltgesellschaft eigentlich ernsthaft leisten können wollen, immer größere Teile des öffentlichen Lebens und Miteinander Seins an quasi nicht kontrollierbare private Akteure auszulagern. Die sind qua juristischer Verfasstheit gar nicht in der Lage, angemessen mit komplexen sozialen Problemen umzugehen.

Aber, das hieße natürlich die Heilige Kuh des uneinschränkbaren Primats des Privatbesitzes anzufassen. Da nach wie vor nicht sein kann was nicht sein darf, sind wir vorerst verdammt, weitere fruchtlose Moraldiskussionen zu führen. Welche sachlichen Gründe verhindern eigentlich, dass jeder Nutzer von Valve zugleich Anteilseigner des Unternehmens ist? Was verhindert eigentlich, einen Codex für Spiele zu entwickeln, und zwar von den Nutzern für die Nutzer? Was spräche dagegen, strategische Unternehmensentscheidungen in einem Nutzerrefendum entscheiden zu lassen? Richtig, gar nichts, außer dass Mister Gabe Newell dann Macht, Kontrolle und Gewinne aufgeben müsste. Spannend, was wir uns alle miteinander so ganz selbstverständlich zumuten lassen, nur damit eine einzige Person weiter reich und mächtig sein darf...

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spätaufsteher 07.06.2018, 17:45
6. Ein Königreich für eine Urne

Zitat von Moridin
Plattformen haben neutral zu sein und sich nicht um die Inhalte zu kümmern, die sie verbreiten! Das war der Grundgedanke des Internet, mit dem ich groß geworden bin - alles andere wird von mir nicht akzeptiert werden.
Offen gesagt, es ist nicht so als ob Du, ich oder sonst wer sonderlich viel entscheiden könnte... und da liegt der Hase im Pfeffer.

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hesslicher 07.06.2018, 17:51
7. Where's the f.... problem?

Ich weiß jetzt nicht, wie intensiv der Autor Steam nutzt oder sich damit beschäftigt hat, ich kann dazu nur sagen, dass ich bisher kein Problem mit rassistischen Spielen auf Steam feststellen konnte, etwas mehr an konkreten Beispielen seitens des Autors hätte ich mir schon gewünscht.

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Das dazu 07.06.2018, 17:52
8. Genau richtig, wie Valve es macht

Denn man kann es nie allen recht machen. Das fängt bei der Spielauswahl an und geht bis zur Kommentarfunktion dort. Wer will entscheiden, ob es lustig ist, auf Hühner zu ballern oder ob man Busse simuliert?
Der eine mag dies, der andere das.
Eindeutig illegale Inhalte gehören weg. Aber sonst nichts. Muss jeder für sich befinden.
Und wer Steam nicht mag, muss es nicht installieren.
So einfach ist das.

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hesslicher 07.06.2018, 17:53
9. Where's the f.... problem?

Ich weiß jetzt nicht, wie intensiv der Autor Steam nutzt oder sich damit beschäftigt hat, ich kann dazu nur sagen, dass ich bisher kein Problem mit rassistischen Spielen auf Steam feststellen konnte, etwas mehr an konkreten Beispielen seitens des Autors hätte ich mir schon gewünscht.

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