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Künstliche Intelligenz von Microsoft: Tausend Mal Gesicht erkennen - 1,26 Euro
AFP

Microsoft-Chef Nadella warnt vor Zukunftsvisionen à la George Orwell. Doch dann präsentiert sein Unternehmen Software, die den Herrschenden aus dem Science-Fiction-Klassiker "1984" gefallen würde.

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statistic-man 11.05.2017, 10:53
1. Zwei Gedanken

Zwei Gedanken kamen mir hierzu:

1. Hier hat eine Technologie mit einem extremen Potential endgültig das Entwicklungsstadium verlassen. Hier sprechen nicht mehr Wissenschaftler über theoretische Umsetzbarkeit, das ist ein fertiges Produkt. (Wahrscheinlich bin ich mit der Erkenntnis sogar spät dran).

2. Wird sich in einer Gesellschaft mit einem so hohen Sicherheitsbedürfnis wie dem der westlichen Welt überhaupt dauerhaft verhindern lassen, dass öffentliche Räume dauerhaft überwacht und die Beobachtungen algorithmisch ausgewertet werden. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen.

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Bürger Icks 11.05.2017, 12:10
2. Fragt sich nur wer...

Zitat von statistic-man
Wird sich in einer Gesellschaft mit einem so hohen Sicherheitsbedürfnis wie dem der westlichen Welt überhaupt dauerhaft verhindern lassen, dass öffentliche Räume dauerhaft überwacht und die Beobachtungen algorithmisch ausgewertet werden. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen.
...dieses "Sicherheitsbedürfnis" hat!
Aus persönlicher Erfahrung heraus weiss ich, das die Bürger, Menschen, Steuerzahler gar nicht so verängstigt(vor allem wegen Terrorismus) sind, wie immer getan wird. Und das diese sich nicht mehr Totalüberwachung wünschen, sondern höchstens ein paar sichtbare, kompetente Polizeibeamte auf der Straße.

Spätestens wenn die Menschheit irgendwann einmal begreift das diese Totalüberwachung nicht zum Schutz der (gesamten!) Bevölkerung gedacht ist und installiert wurde, werden die Menschen beginnen sich zu widersetzen und diese Überwachungstechnik zum Teufel schicken. Vielleicht ähnlich wie im Film "They Live" und den TV Antennen/Sendern dort!

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abwinken 11.05.2017, 12:34
3. weiter arbeiten

Der Translator ist noch verbesserungswürdig. Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht.

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etlamu 11.05.2017, 12:46
4. Für mich sind schon die jetzigen Videokameras zu viel!

Das Problem ist, das die Bevölkerung nicht merkt, dass wir in einen Überwachungsstaat hinein rutschen. Die meisten denken immer noch, wenn mich korrekt verhalte, passiert mir nichts und die Bösen Buben werden schneller erwischt. Das sich die Gesetze aber - wenn die volle Bewachung da ist - sich ändern können, daran denkt niemand. Dann ist es aber zu spät zum Auflehnen. Jetzt kommt noch die automatische Sprach- und Gesichtserkennung hinzu. Ich finde die Entwicklung furchtbar, aber es wehrt sich kaum jemand dagegen!!
Zu Glauben, dass das zu mehr Sicherheit führt ist naiv. Spontane Taten können zwar besser aufgeklärt aber nicht verhindert werden. Selbstmordattentäter werden die Kameras sogar begrüßen, denn sie sind ja sofort in dem Medien.

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chk23 11.05.2017, 12:53
5.

Zitat von Bürger Icks
Spätestens wenn die Menschheit irgendwann einmal begreift das diese Totalüberwachung nicht zum Schutz der (gesamten!) Bevölkerung gedacht ist und installiert wurde, werden die Menschen beginnen sich zu widersetzen und diese Überwachungstechnik zum Teufel schicken. Vielleicht ähnlich wie im Film "They Live" und den TV Antennen/Sendern dort!
Also derzeit ist die Menschheit eher damit beschäftigt, freiwillig sämtliche Daten an Google und facebook und neuerdings amazon zu geben, sich freiwillig Mikrofone und Kameras (Amazon Echo, Cortana, Google home...) in die Wohnung stellen und sich über dubiose Smartphone-Apps ausspionieren zu lassen, und zwar weil's so schön praktisch und bequem ist, von "Widerstand" der Bevölkerung ist im Moment nichts zu sehen, selbst die Geheimdienste können ihr Glück noch gar nicht fassen, dass alle freiwillig ihre privatesten Räume mit Wanzen ausstatten...

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manfredkaese 11.05.2017, 13:23
6. Das dürfte in Deutschland schlicht illegal sein;

Wir haben ja grundsätzlich das Recht am eigenen Bild; Das ein amerikanischer Konzern damit ungefragt geld verdient, dürfte damit nicht vereinbar sein. Aber der Öttinger knickt bestimmt noch ein.

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chk23 11.05.2017, 13:32
7.

Zitat von manfredkaese
Wir haben ja grundsätzlich das Recht am eigenen Bild; Das ein amerikanischer Konzern damit ungefragt geld verdient, dürfte damit nicht vereinbar sein. Aber der Öttinger knickt bestimmt noch ein.
Das "Recht am eigenen Bild" beschränkt sich aber afaik auf Veröffentlichungen, nicht auf eine interne Datenauswertung.
Zumal, überall dort, wo ohnehin schon (legal) Überwachungskameras installiert sind, dieses System keinerlei zusätzliche gesetzliche Hürden schaffen würde.

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statistic-man 11.05.2017, 13:39
8. @ Bürger Hicks & etlamu

Zitat von Bürger Icks
Spätestens wenn die Menschheit irgendwann einmal begreift das diese Totalüberwachung nicht zum Schutz der (gesamten!) Bevölkerung gedacht ist und installiert wurde, werden die Menschen beginnen sich zu widersetzen und diese Überwachungstechnik zum Teufel schicken. Vielleicht ähnlich wie im Film "They Live" und den TV Antennen/Sendern dort!
Vielleicht sind Einzelpersonen nicht so vorsichtig, aber wenn man irgendein Projekt plant, dann weiß man, dass ein Unfall recht teuer werden kann. Wenn die Kosten, ihn zu vermeiden niedrig sind, wird das gemacht. Das ist genau das Beispiel aus dem Artikel mit der Bohrmaschine und der für sie berechtigten Person.

Solche Beispiele, wie die des Selbstmordattentäters, helfen auch nicht gerade in der Sache. Hier kann gerade mit Gesichtserkennung und Algorithmen, die die Bewegungen des Menschen analysieren, tatsächlich algorithmisch erkannt werden, ob jemand möglicherweise einen Anschlag begehen möchte (=> http://www.faception.com/). Sobald ein Anschlag auf die Art und Weise erfolgreich verhindert wurde (und man kann so etwas sogar stagen), hat ein Überwachungsbefürworter sofort alle Argumente auf seiner Seite.

Dystopien, wie ihr sie schildert, wo die gesamte Bevölkerung leidet, in ihrer Freiheit beschränkt oder ausgebeutet wird wären vermutlich sogar noch der bessere Fall. Sie würden zumindest, wie Bürger Icks sagt, dann noch aufbegehren.
Aber was ist, wenn es insgesamt der Bevölkerung so geht wie früher, vielleicht sogar besser weil weniger Unfälle & Verbrechen. Und irgendwo im Keller einer Bundesanstalt laufen Server mit Algorithmen, die analysieren auf Basis der umfangreichen Daten, welche 800 Menschen für das System gerade am gefährlichsten sind. Und die haben zufällig Unfälle oder einen Zusammenbruch mit Selbstmordfolge? Deutlich weniger als heutige jährliche Quote.

Und jetzt sagt mir - was kann man da noch tun?

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touri 11.05.2017, 14:35
9.

Zitat von etlamu
Zu Glauben, dass das zu mehr Sicherheit führt ist naiv. Spontane Taten können zwar besser aufgeklärt aber nicht verhindert werden. Selbstmordattentäter werden die Kameras sogar begrüßen, denn sie sind ja sofort in dem Medien.
Das mag jetzt noch so sein, aber der nächste logische Schritt wäre dann, dass eine KI die Kameras live überwacht und einschätzt, ob eine Straftat begangen wird, um dann ggf. direkt die Polizei zu verständigen. Gleichzeitig liefert sie dann noch dank Gesichtserkennung die Idenditäten von Tätern und Opfern und natürlich Ort und ggf. Fluchtrichtung mit Liveverfolgung. So ein System hätte die Übergriffe in Köln z.B. verhindern können, den es mangelte erwiesenermaßen ja nicht an zur Verfügung stehenden Polizeikräften, sondern an einer Fehleinschätzung der Situation. Wenn ein intelligentes Überwachungssystem (am Kölner Beispiel) plötzlich hunderte von Straftaten meldet dann haben innerhalb von Minuten eine hunderschaft Polizisten vor Ort zu sein.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass man damit leben müsste, zumindest im öffentlichen Raum, 24/7 überwacht zu werden, wenn auch "nur" von einer KI. Es wäre kein Problem mehr von jedem Menschen Bewegungsprofile zu erstellen, was allerdings auch heute, dank handy, nicht allzu schwer ist in der Regel.

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