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Leserkommentare im Netz: Latrine oder Goldgrube?
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Nirgendwo sind Kommentare von Lesern so wichtig wie auf Medienseiten, schrieb Kolumnist Sascha Lobo. Es sei beschämend, dass selbst die Deutsche Welle davor kapituliert. Im Podcast antwortet Lobo auf - Leserkommentare.

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dweik01 19.08.2018, 16:34
1. Sascha Lobo ertrage ich nicht...

... Zu einseitig, zu spaltend zu polarisierend und vor allem viel zu links und undifferenziert sind seine Ansichten.
Gleichwohl zum Thema halte ich Leseforen, auch wenn sie bis weilen sehr anstrengend sind, durchaus für eine Goldgrube, wenn man sie richtig benutzt. Sowohl auf linke wie auch auf rechte Kommentare. Wir haben eine gespaltene Gesellschaft, weil viele Dinge komplex, die meisten Vorschläge undifferenziert und nicht zu Ende gedacht sind (insbesondere von linker Seite), und wir bekommen den Streit nicht befriedet. Aber gerade dies wäre so notwendig! Und vielfach sind die Leser Foren reinste Echoräume für eine der polarisierten Parteien. Da wäre es insbesondere für Politiker oder aber auch im Thema Engagierte eine Goldgrube mehr über die Argumente der jeweils anderen Seite zu erfahren und damit eine Möglichkeit Schwerpunkte herauszufiltern, auf eben diese einzugehen, diese gegebenenfalls mit Lösungen zu berücksichtigen und dadurch Spaltung zu überwinden. Vor allem gilt diese Goldgrube für Journalisten, insbesondere von SPON, ihre bisweilen recht einseitig oder manipulierenden Darstellungen besser zu differenzieren und sich damit selbst mehr Akzeptanz und Gehör auf der jeweils anderen Seite zu schaffen, die sie ja eigentlich erreichen wollen! Zumindest könnten die Journalisten in den Foren selbst lesen, warum sie die andere Seite nicht erreichen und damit selbst dem Echoraum in ihren Beiträgen Vorschub leisten.

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Datenscheich 19.08.2018, 17:41
2. Lob dem Lobo

Ja, es ist eine feige Methode, sich Konflikten zu entziehen, indem man einfach das Forum schließt. Schon in der Vor-Internet-Zeit gab es auf Compuserve diverse Foren, in denen die unterschiedlichsten Meinungen gepostet wurden... auch sehr kontroverse. Ohne große Probleme, allerdings verbunden mit hohem Zeitaufwand, galt es jeden einzelnen Eintrag zu kommentieren und ggf. in die Schranken zu weisen... aber nicht mit Eskalation, sondern mit etwas, das ich gerne 'britische Höflichkeit' nannte. Im Laufe mehrerer Jahre war es dadurch nur ein einziges mal erforderlich, ein renitentes Forenmitglied auszuschließen, während alle anderen (sanft-)gezwungenermaßen den Schritt zu einem umgänglichen Miteinander gingen. Abert versuchen Sie mal Ihre Redaktion davon zu überzeugen, die hierfür erforderlichen Arbeitsstunden zu investieren...

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longtawan 19.08.2018, 18:02
3. nahezu unerträglich

Habe heute Lobo zum ersten Mal gehört.
Überheblichkeit Unterton, einschläfernd belehrend...
Und als er dann tatsächlich zu feiern begann, dass irgendwer so optimistisch sei, nur zwei Drittel der Menschheit seien Deppen, war der Podcast für mich vorüber.
In einem hat Lobo recht: Blocken ist ein Recht, das jeder hat und nicht hören von Lobo Podcast ist mein Blocken.

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rstevens 19.08.2018, 20:10
4. Den Podcast tu' ich mir nicht an...

... viel zu viel Zeitaufwand, um die Information zu konsumieren. Allerdings frage ich mich, warum im Bild die Deutsche Welle zu sehen ist. Bei SPON geht auch nur jeder dritte Kommentar durch, manchmal gibt es gar keine Foren und viel zu häufig werden die Foren ziemlich früh geschlossen.

Auf die technische Umsetzung gehe ich gar nicht mal groß ein. Die ist auch fast überall besser als bei SPON.

Wie's richtig geht, zeigt z.B. Heise. Also SPON, erst mal selbst Hausaufgaben machen, dann gerne auf andere mit dem Finger zeigen.

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wrkffm 19.08.2018, 22:03
5. Lobo oder wer auch immer....

Foren sind für´n Eimer, denn sie suggerieren den Foristen die Möglichkeit eines wohlwollenden Mitspracherechts, aber ohne jegliche Einflussnahme. Meinung machen dürfen nur die Redakteure der einschlägigen Medien. Die Pseudodemokratie braucht solche Möglichkeiten der kontrollierten Meinungsäußerung, um den Anschein der freien Meinungsäußerung zu waren. Geschenkt !

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fatherted98 20.08.2018, 08:04
6. Stimmt....

Zitat von wrkffm
Foren sind für´n Eimer, denn sie suggerieren den Foristen die Möglichkeit eines wohlwollenden Mitspracherechts, aber ohne jegliche Einflussnahme. Meinung machen dürfen nur die Redakteure der einschlägigen Medien. Die Pseudodemokratie braucht solche Möglichkeiten der kontrollierten Meinungsäußerung, um den Anschein der freien Meinungsäußerung zu waren. Geschenkt !
....aber immerhin kann man sich zu Wort melden...auch wenn das meist hier wohl zensiert wird. Sinn macht das im Prinzip keinen....denn die Journalisten sind...wie auch die Politik....nicht fähig oder in der Lage ihre eigene Meinung gegenüber anderen zu reflektieren.....sehen diese bestenfalls als unwissende Stammtischbrüder...oder aber als "Pack" das man eh nicht beachten muss.
Das Erwachen kommt dann beim Wahlergebnis, wo man sich entsetzt die Augen reibt...und das "nicht vorhersehbare" dann lautstark kritisiert. Im Prinzip wären Foren für Journalisten und Politiker wichtig....da sie aber so ignorant gegenüber den konträren Meinungen ihrer Leser/Wähler sind....ist es eigentlich für die Füße sich hier zu äußern und trägt eigentlich nur dazu bei den eigenen Frust abzubauen....was natürlich bei wachsender Überwachung durch Dienst und "Andere" irgendwann auch mal nach hinten los gehen kann. Deshalb ist auch Vorsicht bei Meinungsäußerungen in Foren angebracht....(und ich spreche hier nicht von Beleidigungen oder Hetze....die sind ganz klar strafrechtlich zu verfolgen).

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werner123 20.08.2018, 10:58
7. Wichtig

Die Kommentare sind WIR, die Leser.
Man sollte sich nicht über Fake News und Lügenpresse beschweren, wenn die Kommentare niveaulos sind.
Viele Kommentare enthalten aber Denkanstöße oder Links zu durchaus interessanten Ergänzungen des kommentierten Mediums. Manchmal sind die Kommentare informativer als der Artikel.

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bdroege 20.08.2018, 11:14
8.

Für Archäologen sind Latrinen aus der Vergangenheit eine Goldgrube. So werden die heutigen Kommentare in einigen Jahrhunderten helfen zu verstehen wie die Kultur damals war.

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claus7447 20.08.2018, 12:04
9.

Zitat von wrkffm
Foren sind für´n Eimer, denn sie suggerieren den Foristen die Möglichkeit eines wohlwollenden Mitspracherechts, aber ohne jegliche Einflussnahme. Meinung machen dürfen nur die Redakteure der einschlägigen Medien. Die Pseudodemokratie braucht solche Möglichkeiten der kontrollierten Meinungsäußerung, um den Anschein der freien Meinungsäußerung zu waren. Geschenkt !
Nun - ich frage mich - warum Sie dann 152 für den Eimer schreiben.

Für mich ist das Forum ein Spiegel unserer Gesellschaft - erstaunt bin ich, welcher Hass aus manchen Kommentaren spricht - wäre ja auch mal nett, wenn man sich unter Klarnamen anmelden müsste - für mich kein Problem, aber als Anonymus lasst sich eben leichter ausserhalb der Wertegesellschaft leben. Ja, ich kann mich an Neo-Nazis (oder solche die es werden) aufregen und verstehe diese Engstirnigkeit nicht - nur - wir leben in einer Demokratie - und dann muss ich das aushalten ... auch wenn es schmerzt.

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