Forum: Netzwelt
Mobilfunk: Niederländisches Parlament stimmt für freien Datenverkehr

Mobilfunkprovider sollen Dienste wie Skype nicht blockieren oder nur gegen Extra-Kosten anbieten dürfen: Ein entsprechendes Gesetz hat das niederländische Parlament verabschiedet. Es ist die erste Entscheidung für Netzneutralität in Europa - trotz massiver Gegenwehr.

messtechnik 23.06.2011, 12:27
1. Es liegt doch alles offen auf der Hand

Zitat von sysop
Mobilfunkprovider sollen Dienste wie Skype nicht blockieren oder nur gegen Extra-Kosten anbieten dürfen: Ein entsprechendes Gesetz hat das niederländische Parlament verabschiedet. Es ist die erste Entscheidung für Netzneutralität in Europa - trotz massiver Gegenwehr.
Die Verbraucher werden so offensichtlich gegängelt, dass die Untätigkeit das Verbraucherministerium zu Himmel schreit. Um dem Endkunden auf unseriöse Art um sein Geld zu bringen ist jedes Mittel recht. Das obige Beispiel ist nur ein kleines Beispiel für die unzähligen Machenschaften, Otto-Normalverbraucher auszuplündern. Sich verändernde Verpackungsgrößen, kaum lesbare Inhaltsangaben, die Formulierungen des Kleingedruckten usw............

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lezel 23.06.2011, 13:15
2. Freiheit ist auch Vertragsfreiheit

Für mein Empfinden schränkt dies Gesetz die Freiheit ein, einen Vertrag abzuschließen, dessen Inhalt beide Seiten aushandeln.

Ich habe gar nichts dagegen, wenn ein Provider die Möglichkeit hat, mir einen Vertrag anzubieten, der mir nicht gefällt. Dann nehme ich den Vertrag eben nicht an. Irgendwann profiliert sich jemand damit, keine solchen Dienste zu sperren, in Deutschland, wenn ich mich recht erinnere, e-Plus und auch vodafone.

Dem Provider aber vorzuschreiben, welche Bedürfnisse des Kunden er zu erfüllen hat, ist schon fast Planwirtschaft.

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Nonvaio01 23.06.2011, 14:48
3. Liberal

Hallo,

die Hollaender waren schon immer liberaler, und haben sich nach dem orientiert was der Buerger will, und nicht was die Politiker wollen oder die Konzerne.

Ich haette doch in Holland beliben sollen..;-)

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lezel 23.06.2011, 15:42
4. liberal

Zitat von Nonvaio01
die Hollaender waren schon immer liberaler, und haben sich nach dem orientiert was der Buerger will, und nicht was die Politiker wollen oder die Konzerne.
Und nun sind sie nicht mehr so liberal. Sie erlauben beispielsweise ihren Bürgern nicht, einen Vertrag mit einem Mobilfunkprovider abzuschließen, der IP-Verkehr zuläßt, nicht aber skype.

Von Politikern erwarte ich übrigens, daß sie das durchsetzen, was sie selbst wollen. Dafür wähle ich ja diejenigen, die das wollen, was ich auch will.

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MarkusB 23.06.2011, 16:19
5. .

Zitat von lezel
Für mein Empfinden schränkt dies Gesetz die Freiheit ein, einen Vertrag abzuschließen, dessen Inhalt beide Seiten aushandeln. ...
So, Sie handeln Verträge mit ihrem Mobilfunk Anbieter aus???
Ich persönlich bin sehr verärgert das mir jemand vorschreiben will welche Dienste ich mit meinem mobilen Internet nutzen darf und welche nicht.

Wenn ich schon extra zu meinem DSL-Anschluss für mobiles Internet zahle, will ich auch Internet, mit all seinen Möglichkeiten.

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lezel 23.06.2011, 16:32
6. vorschreiben

Zitat von MarkusB
So, Sie handeln Verträge mit ihrem Mobilfunk Anbieter aus?
Ja.

Zitat von
Wie schon gesagt: Ja.

Zitat von
Ich schrieb Ihnen schon wiederholt: Ja.


Zitat von MarkusB
Genau dies schreibt den Niederländern das Gesetz vor: Was sie nutzen dürfen und was nicht.

In Deutschland dagegen haben Sie und der Provider die Wahl. Er kann sich aussuchen, was die Tarife bieten, die er anbietet. Sie können sich aussuchen, mit ihm einen Vertrag abzuschließen oder auch nicht oder aber über die Bedingungen verhandeln.

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micky2 24.06.2011, 08:49
7. .

Zitat von lezel
Ja. Wie schon gesagt: Ja. Ich schrieb Ihnen schon wiederholt: Ja. Genau dies schreibt den Niederländern das Gesetz vor: Was sie nutzen dürfen und was nicht. In Deutschland dagegen haben Sie und der Provider die Wahl. Er kann sich aussuchen, was die Tarife bieten, die er anbietet. Sie können sich aussuchen, mit ihm einen Vertrag abzuschließen oder auch nicht oder aber über die Bedingungen verhandeln.
Na Sie sind mir ja ein Spaßvogel. Ich konnte noch nie den Vertrag mit meinem Provider aushandeln. Es gibt viel Kleingedrucktes, welches vorgegeben ist. Darüber lässt sich nicht verhandeln. Wie auch. Stellen Sie sich vor, die Telekom müsste mit 15 Millionen Kunden einen Vertrag aushandeln ;) Das macht dann mal schlappe 100€ im Monat Grundgebühr, um sich die Angestellten für das Verhandeln zu halten.

Und falls Sie es nicht verstanden haben, in dem Gesetz geht es um die Freiheit mit seinem Internetanschluss das anzustellen, was man will. Ohne Gängelung der Leute. Was daran ist denn einschränkend?

Der Clou: SIE SIND VON DER KPN ;) Eine andere Erklärung finde ich nicht für diese Äußerungen....

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lezel 25.06.2011, 12:09
8. verhandeln

Zitat von micky2
Na Sie sind mir ja ein Spaßvogel. ... Und falls Sie es nicht verstanden haben...
Sie sollten sich aufs Thema beschränken. Ich lasse mich hier ja auch nicht über Ihre persönlichen Eigenschaften aus. Ich antworte lieber zur Sache. Ich fände es gut, wenn Sie das auch täten.

Zitat von
Das ist nicht mein Problem, wenn Sie das nicht können. Ich kann das immer. Im einfachsten Fall sind die Verhandlungen recht einfach: "Können Sie mir den Tarif auch ohne Einschränkung bieten?" "Nein." "Wiedersehen." - in anderen Fällen gestaltet sich das durchaus fruchtbarer.

Zitat von
Daran ist sehr viel einschränkend. Sowohl Sie wie auch die Internetprovider werden in der Freiheit eingeschränkt, in gegenseitigem Einverständnis Verträge abzuschließen. Vorher hatten Sie und Ihr Internetprovider sowohl die Möglichkeit, sich auf einen Vertrag zu einigen, der einen Port blockiert, wie auch die Möglichkeit, sich auf einen Vertrag zu einigen, der keinen Port blockiert. Nach dem Gesetz fällt die erste Möglichkeit weg. Einen solchen Vertrag können Sie nicht mehr aushandeln. Vielleicht wollen Sie das auch gar nicht, aber das hier hier nicht das entscheidende. Sondern es geht darum, daß der Gesetzgeber Ihnen und dem Provider diese Freiheit wegnimmt.

Das ist eine gesetzliche Einschränkung der Freiheit, und das hat eine ganz andere Qualität als die Tatsache, daß ein Kunde nicht zufrieden ist, wenn niemand ihm einen Vertrag nach seien Wünschen anbietet. Das geht mir auch oft so, daß ich etwas bekommen will und es mir keiner anbietet. Das bedeutet aber nicht, daß ich nach einem Gesetz rufe, das jemanden verpflichtet, mir genau das anzubieten, was ich will. Sondern ich respektiere die Freiheit aller anderen Menschen, und wenn jeder einzelne davon sich dafür entscheidet, mir eine bestimmte Sache nicht anzubieten, dann bekomme ich sie eben nicht.

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