Forum: Netzwelt
Musikerkennung: EU-Kommission prüft Apples Shazam-Übernahme
DPA

Ende 2017 hat Apple den Musikerkennungsdienst Shazam übernommen. Jetzt meldet die EU-Kommission Bedenken an dem Deal an. Der Konzern könnte eine marktbeherrschende Position bekommen.

mahrud 07.02.2018, 12:19
1. Überraschung?

Soso, Apple´s Zukauf "könnte" sich also negativ auf den Wettbewerb innerhalb der EU auswirken, weshalb die Wettbewerbshüter das "unter die Lupe" nehmen wollen.
Komisch. Könnte man nicht sowieso längst zu dem Schluss kommen, dass im Bereich der digitalen Mobilität Alphabet und Apple ein bereits fast perfektes Duopol bilden, indem sie sich bereits seit Langem über Zukäufe systematisch jegliche (potenzielle) Konkurrenz einfach einverleiben und dies auch weiterhin tun, solange man sie lässt?
Gibt es nicht eine zunehmende Anzahl ernst zu nehmender Firmennchefs, die immer unverhohlener die Vorteile von Monopolen anpreisen und sich diesbezüglich für eine "marktkonforme " Gesetzgebung einsetzen?
Warum kommen nicht mal Wirtschaftswissenschaftler zu Wort, die eine Zerschlagung dieser Konzerne fordern oder sich zumindest für ein Verbot weiterer Zukäufe oder die Zwangsfreigabe von Patenten aussprechen, damit hier tatsächlicher Wettbewerb endlich wieder stattfinden kann?
Man hätte mehr aus dem Thema machen können, als im Focus-Stil eher unhinterfragt und unkritisch darüber zu berichten. Andrerseits kann ich mich sowieso an keinen Artikel im SPIEGEL erinnern, der sich kritisch mit dem Apple-Konzern auseinandergesetzt hätte. Lasst mich raten:
Die Betriebssoftware ist IOS-basiert? Tja Pech, unsere leider auch...
Leider, wegen des aggressiven Vorgehens von Apple, sich mittels einer permanenten Shopping-Tour unter Anbietern von Technologie oder Software Zukunft zu kaufen und für seine Nutzer unentbehrlich zu machen.
Das an sich wäre nicht so problematisch, wenn die eigene Finanzkraft dabei noch ein natürlicher, limitierender Faktor wäre. Ist er aber nicht.
Apple und Alphabet sind als Quasi-Duopol-Konzerne mittlerweile so breit aufgestellt, daß sie in Gänze zu groß zum Scheitern geworden sind und jeglicher potenzieller Konkurrenz jedes unwiderstehliche Angebot machen können. Dazu kommen die unfassbaren Forschungs-Etats, die diese Firmen mobilisieren, um auch zukünftig einen State-of-the-Art-Entwicklungsstand weit vor jeder Konkurrenz zu garantieren. Und alles Andere wird wie gesagt aus der Porto-Kasse gekauft. Ist das gut?
Nein, ohne Zukauf-Verbote und Verkaufs-Sperren von Patenten an diese Konzerne verkaufen und verlieren wir die digitale Zukunft an diese US-dominierten Oligopol-Gesellschaften, Microsoft eingeschlossen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ElkeOspert 07.02.2018, 13:19
2.

Mich wundert das Apple 400 Millionen USD für eine Technik ausgibt die man mit vergleichsweise wenig Aufwand selbst entwickeln könnte.
Songs zu erkennen ist verglichen mit Spracherkennung geradezu trivial - und einmal den Apple-eigenen Musikbestand durchzuscannen um für jeden Song entsprechende Signaturen zu generieren ist auch kein Hexenwerk.
Und zumindest auf Apple-Geräten wäre es auch kein Problem die eigene Software gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Andererseits - was sind schon 400 Millionen USD für Apple....

Beitrag melden Antworten / Zitieren