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Nach dem Tod des Gründers: Krypto-Börse QuadrigaCX versucht ihren Millionentresor zu
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Rund 166 Millionen Euro sollen im digitalen Tresor der Krypto-Börse QuadrigaCX feststecken. Das Passwort kannte angeblich nur der verstorbene Firmengründer. Ein Gericht hat dem Unternehmen nun Zeit verschafft.

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Theophanus 07.02.2019, 15:54
1. Cryptowährungen...

...sind eine feine Sache. Da liegen irgendwelche Dateien auf Festplatten, die morgen kaputtgehen, gelöscht oder gestohlen werden oder wie hier mal verschlüsselt sind und keiner kennt das Passwort.

Da lobe ich mir doch Geld 1.0. Barren und Münzen kann man in der Regel immer wieder rekonstruieren, selbst nach einem Feuer verliert Edelmetall nicht an Wert. Ich weiß, warum ich keine Cryptowährung habe...

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gammoncrack 07.02.2019, 17:15
2. Wenn man die letzte Zeit liest, was alles gehackt wurde,

dann wundere ich mich schon, dass man das hier (bisher) nicht geschafft hat.

Sowieso alles etwas dubios. Würde mich nicht wundern, wenn darüber irgendwann mal ein Thriller gedreht wird.

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aersun 07.02.2019, 17:53
3.

Zitat von Theophanus
...sind eine feine Sache. Da liegen irgendwelche Dateien auf Festplatten, die morgen kaputtgehen, gelöscht oder gestohlen werden oder wie hier mal verschlüsselt sind und keiner kennt das Passwort. Da lobe ich mir doch Geld 1.0. Barren und Münzen kann man in der Regel immer wieder rekonstruieren, selbst nach einem Feuer verliert Edelmetall nicht an Wert. Ich weiß, warum ich keine Cryptowährung habe...
Dafür sind die Barren aber bei einem Diebstahl oder einer Zwangsvollstreckung weg. Mit der verschlüsselten Wallet kann der Dieb jedoch nichts anfangen und für den Brandfall sollte man mit verschlüsselten Backups vorsorgen - die kann man auch mehrfach redundant weltweit verteilen.

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Das Grauen 07.02.2019, 18:02
4. Was gibt's da zu verkaufen?

Den Laptop kriegen sowieso die Anwälte der Gläubiger, ein Büro gibt es nicht, auch kein Bankkonto, also wohl auch keine weiteren Aktiva, der Markenname ist ruiniert. Falls brauchbare Daten über die Anleger vorhanden sind, dürften die Betroffenen sicher etwas gegen deren Verkauf an Dritte haben. Und angesichts des Buchhaltungsdesasters, das der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter von Ernst & Young vorgefunden hat, muß sogar fraglich sein, ob die Firma nicht schon seit langem pleite war:
"The unique circumstances, lack of financial reporting resources and absence of historical accounting information has caused this to be a challenging process".

Unglaublich, wie so eine Cryptobörse agieren kann - kein Guthabenschutz, keine staatliche Kontrolle, und eine Buchführung, bei der jeder Kiosk Ärger mit dem Finanzamt kriegen würde. Selbst Kriminelle, für die Cryptogeld ja angeblich attraktiv sein soll, sollten sich fragen, ob sie so ein Risiko eingehen sollten. Vielleicht dachte man ja, man könnte sich bei Problemen den Börsenbetreiber vorknöpfen. Das mag auch Herrn Cotten bewußt gewesen sein. An seinem angeblichen Tod in Indien kann man daher durchaus Zweifel haben, solange keine glaubwürdige Untersuchung der Umstände vorliegt. So mancher Gläubiger wird die Leiche sehen wollen, schätze ich...

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wiseacre 07.02.2019, 21:53
5. Datensicherheit

Geht doch nichts über ein gutes Passwort. Am Besten für das BIOS. Dürfte ziemlich schwer zu knacken sein. Nun gut, man könnte die Festplatte ausbauen. Aber auch diese lässt sich relativ sicher verschlüsseln. Und der beste Schutz gegen Hacker besteht nun mal darin, die wichtigen Daten auf einem Offline-Rechner zu speichern. Komisch, dass das kaum empfohlen wird wenn es um Datensicherheit geht.

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zila 08.02.2019, 00:14
6. Blockchain

Es gibt da ein, zwei Leute welche die QuadrigaFX Accounts seziert haben. Es gibt extreme Zweifel, dass das Vermögen jemals vorhanden war. Niemand würde 170 Mio. auf einer Festplatte ohne Backup liegen lassen, so ein Laptop ist nicht gerade unkaputtbar und die Zugangscode sind sehr geringe Datenmengen, die kann man sogar ausdrucken. Wer die derzeitige Darstellung glaubt ist schon sehr naiv. Gerade bei der Wertentwicklung von Cryptos letztes Jahr.

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outofgermany 08.02.2019, 01:37
7. und tschüsss

So eine Strebeurkunde kann man in Indien für kleines Geld kaufen. Vermutlich ist der Leichnam nach indischer Tradition sofort verbrannt worden. Ob der noch lebt oder nicht wird sich wohl nicht mehr klären lassen.

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newbie99 08.02.2019, 13:17
8. Unfassbar!

Das wäre ja ungefähr so, als würde ein Bankdirektor 166 Mio. € in Bar zu hause verwahren, damit sie besonders sicher sind. Unfassbar!
Das sind halt die Folgen eines wilden, freien und völlig unreglementierten Marktes. Da kann jemand - wohlmöglich ohne gesicherte Qualifikation - mal schnell einfach so eine Crypto-Bank aufmachen und sich Vermögen im Wert von 166 Mio. € anvertrauen lassen, ohne dass irgend jemand mal schaut, ob das wohl mit rechten Dingen zugeht.

Ein ordnungsgemäßer und angemessener Geschäftsbetrieb hätte eine "Offline-Speicherung" ja nicht perse ausgeschlossen. Nur hätte es halt seriöse Absicherungsmaßnahmen geben müssen, wie Backups, Regelung einer vernünftigen und vertretungssicheren Verwahrung von Zugangsschlüsseln und er hätte sein Laptop auch nicht zuhause in der Küche aufbewahren dürfen.
Technisch ist das jetzt nicht unbedingt ein Argument gegen Crypto-Währung. Es ist aber insgesamt sehr typisch für sie Szene. Es ist ja nicht die erste Crypto-Börse/Bank, bei der es solche oder ähnliche Unregelmäßigkeiten gibt.

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SchraegerVogel 08.02.2019, 13:58
9. Wer will da noch Währung lagern?

Wenn sie es nicht entschlüsselt kriegen, dann ist das Geld eh weg. Aber wenn sie es entschlüsseln, wer würde denn dann noch sein Geld da lagern? Das kriegen doch Kriminelle mit ausreichend Energie ebenfalls hin...

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