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Netzwelt-Ticker: Buchautoren klagen gegen Google Books

Darf ein Unternehmen Buchbestände ohne Rücksprache mit den Autoren digitalisieren? Eine neue Klage rückt die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Google Books wieder in den Fokus. Außerdem im Überblick: Facebooks Anti-Spam-Maßnahmen und Hilfe beim Googlen in China.

Celestine Trueheart 01.06.2012, 16:28
1.

Zitat von sysop
Darf ein Unternehmen Buchbestände ohne Rücksprache mit den Autoren digitalisieren? Eine neue Klage rückt die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Google Books wieder in den Fokus.
Der Autor eines Buches, das nicht mehr gedruckt wird, besitzt die vollen Urheberrechte. Daher ist jede Veröffentlichung, auch Kopieren aus den Bibliotheksbeständen, ohne Zustimmung des Autors widerrechtlich.
Das Buch wird z.B. nachher überarbeitet oder aktualisiert und hat nach einer Veröffentlichung durch google keine Chance am Markt mehr. Auch können alte, in Vergessenheit geratene Bücher theoretisch [wieder] Bestseller werden, wobei der Autor beim wirtschaftlichen Erfolg leer ausgehen könnte.

Google versucht, eine Lücke auszunutzen, die aber zumindest in Deutschland urheberrechtlich geschützt ist. Buchautoren verdienen gewöhnlich eh nicht allzu viel pro Buchexemplar und dürfen es nicht kampflos hinnehmen, dass ein Gigant wie google mit diesem seltsamen Versuch durchkommt.

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Tostan 01.06.2012, 22:32
2.

Zitat von
Laut Blog-Eintrag führen ganz alltägliche chinesische Zeichen, die in einem bestimmten Kontext eine andere Bedeutung haben können, zu den Fehlermeldungen.
Ein übliches Problem unfähiger Zensursoftware. Gibts auch im Englischen Kontext. Zum Beispiel Internet-Foren die übereifrig anstößige Begriffe löschen und meinen zum Beispiel Cockpit löschen zu müssen.

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Tostan 02.06.2012, 23:27
3.

Entschuldigung, aber sie schreiben da völligen Blödsinn in meinen Augen....

Zitat von Celestine Trueheart
Der Autor eines Buches, das nicht mehr gedruckt wird, besitzt die vollen Urheberrechte. Daher ist jede Veröffentlichung, auch Kopieren aus den Bibliotheksbeständen, ohne Zustimmung des Autors widerrechtlich.
Falsch. Das Private Kopieren aus Bibliotheksbeständen ist durchaus erlaubt. Nur das kommerzielle(also eine Neuveröffentlichung) nicht.

Zitat von Celestine Trueheart
Das Buch wird z.B. nachher überarbeitet oder aktualisiert und hat nach einer Veröffentlichung durch google keine Chance am Markt mehr.
Falsch. Google bearbeitet keine Bücher. Diese werden gescannt und im Suchindex verfügbar gemacht. Bei kopiergeschützten Werken sind häufig nur Fragmente online Verfügbar, man muss das Exemplar also trotzdem kaufen bzw. in einer Bibliothek ausleihen. Aber man findet durch Google Books zumindest heraus, dass in dem Werk etwas relevantes stehen könnte!


Zitat von Celestine Trueheart
Buchautoren verdienen gewöhnlich eh nicht allzu viel pro Buchexemplar und dürfen es nicht kampflos hinnehmen, dass ein Gigant wie google mit diesem seltsamen Versuch durchkommt.
Blödsinn, Googles Vorhaben, "das Wissen der Welt zu digitalisieren" ist durchaus begrüßenswert und sehr hilfreich. Einer Indizierung seines Werkes zu Recherchezwecken sollte kein Buchautor wiedersprechen dürfen. Einer Veröffentlichung relevanter Teile schon.

Ein Autor sollte für seine Rechte auch arbeiten müssen. Es fehlt nur leider eine Institution analog zum Patentamt welches die geschützten Marken verwaltet, bei der jeder Autor zwangsweise seine Rechte anmelden muss um geschützt zu sein. Da muss er auch erklären, wo sein Werk erwerbbar ist(analog zu Marken, welche benutzt werden müssen damit sie geschützt sind) bzw. dass er einer neuen Veröffentlichung innerhalb der gesamten Schutzfrist unwiderruflich widerspricht(z.B. im Fall von "Mein Kampf"). Dann könnten google und andere auch viel freier agieren, weil sie sofort einen Ansprechpartner für jedes Werk hätten.

In Zeiten von eBooks und Book on Demand kann jeder Autor ohne großen Kostenaufwand seine Werke verfügbar halten, es muss kein Bestseller sein, aber Kleinvieh macht auch Mist!

Aber wer Werke durch nichtachtung "verwaisen" lässt, verdient meiner Meinung nach auch keinen Schutz, da soll google ruhig veröffentlichen können wie es will.

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ostseesegler 02.06.2012, 09:08
4.

Das amerikanische Urheberrecht ist anders als das deutsche. Hier hat häfig der Verlag die kompletten Rechte, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Copyright_law_(Vereinigte_Staaten)
Davon abgesehen geht nach deutschem Recht auch viel Kulturgut verloren. Das Urheberrecht erlischt ja erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Da müßte man also im Zweifel mit Erbengemeinschaften von Erbengemeinschaften über die Rechte verhandeln. Aussichtslos und bei vielen Büchern auch das Geld nicht wert. Also sind diese Werke für das Internet erst einmal verloren...

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Ha.Maulwurf 02.06.2012, 09:15
5. widerrechtlich?!

Zitat von Celestine Trueheart
Der Autor eines Buches, das nicht mehr gedruckt wird, besitzt die vollen Urheberrechte. Daher ist jede Veröffentlichung, auch Kopieren aus den Bibliotheksbeständen, ohne Zustimmung des Autors widerrechtlich.
So lange diese Autoren per Urheberrechtsabgabe dem unschuldigen Bürger ungeniert und ungefragt in die Geldbörse greifen, sollten sie mit hochrotem Kopf in der Ecke stehen und sich schämen.

Glücklicherweise gibts die Piraten-Partei. Beim neuen und fairen Urheberrecht wird der demokratische Souverän ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

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