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FerrisBueller 20.03.2017, 16:49
0. Verkehr

Als Hannoveraner finde ich die Entwicklung bei der CeBIT positiv. Ob da jetzt Messe ist oder nicht, merkt man praktisch gar nicht mehr. Der Verkehr auf dem Weg von und zur Arbeit ist wie immer. Bei der Hannovermesse oder der Hausfrauenmesse (weiß gerade nicht, wie die heißt) sieht das ganz anders aus.

Als Informatiker finde ich das schade. Nicht weil ich unbedingt die riesigen Ankündigungen sehen müsste, sondern weil ich da früher die Chance hatte, die Dinge aus den News wirklich mal in die Hand zu nehmen. Außerdem gab es überall sehr sehr viele kleine aber spannende Sachen zu entdecken, die uns wieder auf neue Ideen brachten. Als ich aber das letzte mal vor drei Jahren auf der CeBIT war, gab es da nur noch eine riesige und dröge Counter-Wüste, wo irgendwelche Powerpoint-Folienschubbser Visitenkarten-Memory gespielt haben. Wenn es hoch kam, dann stand da mal ein einfacher 3D-Drucker, der Werbemittel druckte (egal, ob die Firma etwas mit 3D-Druck zu tun hatte oder nicht). Die einzige Halle, wo es für mich interessante Sachen gab, war gesperrt für den gemeinen Pöbel ohne Sondererlaubnis - also auch für mich. Daher nie wieder, auch bzw gerade als Fachbesucher.

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kritischerleser50 20.03.2017, 20:50
1. Cebit-Entwicklung

Ich denke, die Entwicklung der CEBIT ist etwas differenzierter als es der Autor des Artikels schreibt. Auch ich habe die "Halle 1" in Erinnerung, die nannte man damals CEBIT-Halle und sie war ein Bestandteil der "normalen" Hannover Messe. Mit zunehmender Bedeutung der Informationstechnologie machte man dann eine eigene Messe "CEBIT". Und dann hatte man offensichtlich Mühe, ein passendes Konzept zu finden. Irgendwie sollte es eine Messe für Fachbesucher sein, dann aber auch wieder nicht. Ein Mischmasch. Und eines liebte man bei den Veranstaltern besonders: Den Gigantismus. Jedes Jahr war man stolz, noch mehr Aussteller, noch mehr Fläche. Unter uns Fachbesuchern wurde die Messe zunehmend unbeliebter. In diesem Trubel war es nicht mehr möglich, Fachgespräche zu führen, zwischen kreischenden Teenies, die auf der Jagd nach Spielen und Prospekten waren. Die Eltern wollten lieber Kugelschreiber und ähnliches...Große Aussteller zogen sich zurück. Dem versuchte man mit "Fachbesuchertagen" entgegen zu wirken. Aber die Fachbesucher zogen dann eher die SYSTEMS in München vor, da gings viel ruhiger und fachlicher zu. Fazit: Ich finde es richtig, den Privatanwendern andere Foren zu bieten (CEBIT-Home) und die CEBIT gesund zu schrumpfen zur Fachmesse. Es ist wie bei Supermärkten für Lebensmittel: Irgendwann erkennt man, dass der Kunde den Gigantismus nicht will - es darf eine Nummer kleiner und übersichtlicher sein. Erdbeerjoghurt von 8 Anbietern tun es auch...

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Referendumm 20.03.2017, 22:17
2. CeBIT und Super Mario ?

Habe ich etwa was verpasst? Die alte CeBIT mit der tollen Action ist seit rund einem Jahrzehnt tot. Und zwar mausetot.

Was ist denn die CeBIT heute, das wäre mal ein Frage, die es absolut kritisch zu beantworten gilt.

Noch vor kurzem wurden mal öfters in den Hallen 17 / 18 die halbe VW-Produktionswelt aufgebaut. Überhaupt hatte man in manchen Jahren eher den Eindruck einer VW-Hausmesse anstatt einer CeBIT = Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation.
Da wurde ich immer sofort dran erinnert, wer bei VW eigentlich das Sagen hat: Das Land Niedersachsen und schlussendlich die Regierung in Hannover.

Heute spielt sich das irgendwo zwischen IT-Security und ein bissl Bürokommunikation sowie Farbrikautomation ab. Von mir aus können die den Laden CeBIT dichtmachen - ist inzwischen komplett überflüssig und total langweilig. Eine der schlimmsten Fachmessen ever - nur getoppt noch von stinklangweiligen Sensormessen.

@FerrisBueller Heute, 16:49 - 0. Verkehr
;) da passt sogar die Nummerierung

Ja, das waren teils grausame Zeiten (vor allem in den Bahnen) als die CeBIT noch rund 500.000 Besucher hatte. Aber, es waren auch sehr spannende und schöne Zeiten. CeBIT = RIP

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Referendumm 20.03.2017, 22:25
3.

Zitat von kritischerleser50
Unter uns Fachbesuchern wurde die Messe zunehmend unbeliebter. In diesem Trubel war es nicht mehr möglich, Fachgespräche zu führen, zwischen kreischenden Teenies, die auf der Jagd nach Spielen und Prospekten waren.
Das ist Quark. Selbstverständlich ließen sich auch damals gute Fachgespärche führen. In den Besprechungsräumen oder -etagen z.B. kamen die Teenies überhaupt nicht rein. Selbst auf den Ständen ging das. Da suchte man sich halt abseits der Hauptwege ne ruhige Zone.

Mein erstes Fachgespräch in der alten Halle 1 war aufm Dach - bei IBM. Und alle IBMler trugen die selben Anzüge; einfach irre. Tja, da war Big Blue wirklich noch Big Blue - arrogant bis zum Abwinken, die hatten damals aber auch noch was drauf.

Nun ja. nette alte Zeiten.

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danreinhardt 20.03.2017, 23:24
4. Danke :)

Der Tipp mit Outloud war echt super :D
Nun kann ich entspannt meinen Geburtstag feiern, früher war das echt immer anstrengend alle Musikwünsche unter einen Hut zu bekommen. ??

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gummiball2 21.03.2017, 08:40
5. Früher war mehr Lametta

Früher gab es auf allen Anfahrtswegen Stau. Als Fußgänger kam man nicht über die Straße. Die Straßenbahnen waren verstopft. Die Polizei regelte den Verkehr an allen Kreuzzungen. An den Umsteigeorten der Bahn standen Üstra-Mitarbeiter und haben den Horden von Besuchern und Ausstellern den Weg gezeigt. Hubschrauber und Zeppeline flogen über's Gelände. Werbung überall mit "Besuchen Sie uns auf der CeBIT in Halle ...."

Und heute morgen?

Da war in der U-Bahn noch weniger los als sonst. Sind gerade Ferien?
Läuft die CeBIT überhaupt?

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UlrichLamprecht 21.03.2017, 13:01
6. Digitale Welt und analoge Messe

Als Softwarehersteller für die Masse war und ist eine Messe nicht interessant. Interessante und heutzutage oft sehr komplexe Software kann ich dort nicht vermitteln. Von interessanten Projekten höre ich in der Regel vor der Cebit, interessante Hardware habe ich mehr als ich brauche. Die digitale Welt hat keine Geheimnisse, jedenfalls keine käuflichen, die sinnvoll analog präsentiert werden können. Der einzige Zweck wäre journalistisches Interesse, allerdings findet man das kaum, falls man dröge Bürosoftware herstellt und keine wirklich wichtige wie Mario für Android. Früher stürmten Leute den Aldi wenn es ein Medionprodukt gab, heute.... Das Interesse ist erlahmt, leider auch hinsichtlich des Schutzes eigener Daten oder wenigstens hinsichtlich des nicht völlig sorglosen Umgangs damit. Interessant werden jetzt digitale Kommunikation und -kultur, gesellschaftlich sinnvoller Umgang mit einer unverstandenen Technik, die sich durchgesetzt hat. Nein, Cebit und Ifa sind nicht mehr interessant, auch die systems bald nicht mehr.

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