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Online-Spiel "Star Citizen": Auf der Suche nach der 150-Millionen-Dollar-Formel
Star Citizen

Fans spendeten für die Entwicklung von "Star Citizen" mehr als 150 Millionen Dollar. Drei Deutsche erforschen nun, wieso so viele Menschen Geld ausgeben für ein Spiel, das sich noch gar nicht richtig spielen lässt.

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KlausF20 10.09.2017, 13:33
1. Feature Creep

Die Verzögerungen lassen sich zumindest teilweise durch Chris Roberts' Persönlichkeit erklären. Schon bei seinen früheren Spieleprojekten sind während der Entwicklungsphase die Kosten und Hardwareanforderungen stetig gestiegen, weil er dazu neigt die Latte für das, was er als "perfekt" ansieht, immer höher zu legen. Mehr Features, mehr Möglichkeiten, mehr Kosten, längere Wartezeit.

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Msc 10.09.2017, 13:48
2.

"Irgendwann ist Etwas, das man sagt, wenn man Niemals meint." Das Spiel wird nicht rauskommen, solange die Spenden fließen. Warum sollte es auch? Wenn man mehr Geld machen kann, wenn man nichts veröffentlicht, warum sollte man noch etwas veröffentlichen?

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thelix 10.09.2017, 14:23
3.

Zitat von Msc
"Irgendwann ist Etwas, das man sagt, wenn man Niemals meint." Das Spiel wird nicht rauskommen, solange die Spenden fließen. Warum sollte es auch? Wenn man mehr Geld machen kann, wenn man nichts veröffentlicht, warum sollte man noch etwas veröffentlichen?
Schließen Sie bitte nicht von sich auf andere Menschen.

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xibo 10.09.2017, 14:39
4. Vier Gründe

Ich bin auch ein Star Citizen, ziemlich früh eingestiegen, noch in der ersten Crowdfunding-Runde.

Meines Erachtens gibt es vier Gründe für den grossen Erfolg: >1. Es ist ein PC-Spiel2. Die Teaser Videos zeigten früh die Qualität< Man konnte sehr früh erahnen, welch hochklassige Optik Star Citizen haben würde und die Vision, wohin die Reise hingehen soll, wurde früh anschaulich aufgezeigt.. >3. Der Gründer hat seine Klasse bereits früher bewiesen< Chris Roberts hat bereits in den Neunzigern Top Games entwickelt und seine Ambitionen sind plausibel und unterstützenswert. >4. Es fehlt(e) eine Top-Weltraum-Simulation am Markt< Star Citizen hat gezeigt, dass es einen Markt für Weltraum-Simulationen gibt, welcher lange Zeit wegen geringer Erfolgsaussichten nicht bedient wurde. Ausserdem gibt es beim "Look and Feel" zwangsläufig auch Parallelen zu Star Wars und Star Trek. Dazu fehlt es mWn nach an zeitgemäßen Top-Games, so dass auch deshalb viele Fans der Filme angesprochen und zu Star Citizen gelockt wurden.

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winterwoods 10.09.2017, 14:40
5. Negatives Menschenbild?

"Wenn man mehr Geld machen kann, wenn man nichts veröffentlicht, warum sollte man noch etwas veröffentlichen?" - Es verhält sich hier wie mit dem bedingungslosen Grundeinkommen: Die Mehrzahl der Menschen WÜRDE arbeiten (liefern) - einfach weil es erfüllt. Denn, Überraschung, nicht allen Menschen geht es primär um Faulheit und Geld - sondern eher um Sinn. Dies gilt sogar für die überwiegende Mehrzahl aller Menschen dieses Planeten. Warum hatte der Schöpfer von Minecraft noch jahrelang an seinem Spiel weitergearbeitet - obwohl er schon längst Millionär war? Warum labert Gronkh immer noch seine Lets-Plays - obwohl auch er schon längst Millionär ist? Also: Manche sollten vielleicht ihr eigenes Menschenbild überarbeiten ;)

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Celegorm 10.09.2017, 14:42
6.

Zitat von Msc
Das Spiel wird nicht rauskommen, solange die Spenden fließen. Warum sollte es auch? Wenn man mehr Geld machen kann, wenn man nichts veröffentlicht, warum sollte man noch etwas veröffentlichen?
Das scheint effektiv ein cleveres Geschäftsmodell zu sein, ob bewusst oder unbewusst sein dahingestellt. Aber solange man sich über Jahre auf diese Weise finanzieren kann und sich mit der Veröffentlichung von ein paar Häppchen die Stunde der Wahrheit, sprich den eigentlichen Release, vom Leib halten kann, ist das für einen Entwickler eine nahezu optimale Situation. Rumtüfteln und perfektionieren bis in alle Ewigkeit. Und kein lästiger Produzent im Rücken, der Resultate sehen will.

Lustigeweise dürfte es den zahlenden Kunden da nicht einmal viel anders gehen, denn wie sagt man doch so schön: Vorfreude ist die schönste Freude. Angesichts der Erwartungen und Fantasien, die sich meist um solch ein Projekt ranken, kann das Ergebnis nur enttäuschen. Da ist es doch schöner, wenn man über Jahre in vollmundigen Ankündigungen und wilden Hoffnungen schwelgen kann..

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vitalik 10.09.2017, 14:45
7.

Aus meiner Sicht spielt es gar keine Rolle, ob das Spiel irgendwann mal fertig wird. Ich hatte mir schon Vollpreisspiele gekauft, die ich dann nach 2-3 Stunden aufgegeben haben. Ich habe mir early-access Spiele gekauft, die noch mitten in der Entwicklung waren, ich aber trotzdem hunderte Stunde Spielspaß hatte. Ich denke so geht es den SC Backern. Nicht der Fertigstellungsgrad entscheidet darüber, ob sich ein Kauf gelohnt hat, sondern allein der Spielspaß und jede Person für sich.

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lwet 10.09.2017, 14:46
8. Keine Spenden

Das sind keine "Spenden". Das sind Umsätze im In-Game-Shop.
Das Spiel läuft letztlich nach der gleiche Masche wie Homöopathie. "Die Großen sind furchbar böse und überteuert, kauft unsere nutzlosen Placebo, die noch teurer sind."

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Celegorm 10.09.2017, 15:01
9.

Zitat von winterwoods
Es verhält sich hier wie mit dem bedingungslosen Grundeinkommen: Die Mehrzahl der Menschen WÜRDE arbeiten (liefern) - einfach weil es erfüllt. Denn, Überraschung, nicht allen Menschen geht es primär um Faulheit und Geld - sondern eher um Sinn.
Aber gerade das würde die These eher bestätigen als widerlegen. Denn ein leidenschaftlicher Spieleentwickler geht gerade darin auf, sein "Baby" immer schöner und grossartiger zu machen. Was logischerweise zu einer endlosen Angelegenheit werden kann. Dass solche Projekte im Normalfall überhaupt mal erscheinen, liegt schlicht daran, dass das vom Geldgeber oder anderen finanziellen Restriktionen quasi erzwungen wird. Wobei das Resultat dann meist natürlich imperfekt und oft ziemlich profan ist, manchmal sogar ein total verbuggtes Desaster. So oder so aber weit weg von den feuchten Träumen sowohl der Entwickler wie der Fans. Solange die Entwicklung eines Projektes finanziert wird, gibt es darum für manche Entwickler wohl wirklich keinen dringenden Grund, sich des Sinns und Zwecks ihres Lebens zu berauben und sich der Realität zu stellen..

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