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Plädoyer für einen digitalen Marshallplan: Es ist Zeit für das ganz große Daten-Paket
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Es wird teuer, sehr teuer. Aber wenn wir unsere digitale Infrastruktur nicht auf Stand bringen, entsteht unbezahlbarer Schaden. 13 Punkte, wie ein staatlicher Förder- und Forderungsplan konkret aussehen könnte.

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joG 27.09.2017, 16:48
1. Meines Wissens...

....ist das in den USA privatwirtschaftlich organisiert worden. Dort scheint es ganz ordentlich zu funktionieren. Bei uns sind es ja eher schlechte Gesetze, wie die Haftung für WiFi, die den Ausbau ja offenbar stoppte. Es ist der falsche Ansatz nach Staat zu rufen.

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genugistgenug 27.09.2017, 16:59
2. 2 Grundprobleme: Neuland & sofort/schnell

Leider ist das Internet weiter völliges Neuland und wird es auch bleiben (auf Politikerebene). Hinzu kommt das die Worte 'schnell/sofort' da unbekannt sind, bzw. automatisch eine Allergie asugelöst wird.
Als Sahnehäubchen gegen den Ausbau kommt auch die fehlende Profilierung. Denn man sieht ja nicht viel - ein Politiker kann ja nicht mal ein Glasfaserkabel zerschneiden um das Netz freizugeben. Oder eine Netzkarte einschieben. Wenn ein Politiker eine Straße eröffnet, dann sieht man halt was, während die Kabel (Geld) verbuddelt=unsichtbar sind.
Wir können es gerne vergleichen mit dem EIsenbahntunnel in der Schweiz - die Schweizer waren 1 Jahr vor der Zeit fertig, genau im Kostenplan. Während die deustceh Seite dei Vereinbarungen (Ausbau des Schienennetzes auf unserer Seite) nicht einhielt und bis 2030 (zweitausenddreißig) die Planung aber abgeschlossen haben will. Allerdings kam nun der Tunneleinsturz in Offenburg dazwischen und das ist sicher nicht das einzige Problem.
Und so wird in D. überall gewurstelt.

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bishop_mobil 27.09.2017, 17:04
3. Sehr guter Plan...

...aber zu Punkt 3: Recht auf Zugang. Das sollte sowohl für Bewohner als auch ISPs gelten. Die Bauherren entscheiden aktuell und exklusiv, welcher Provider ein Gebäude anbinden darf. Das bedeutet nicht automatisch, daß dann der beste, schnellste & günstigste Provider ins Haus kommt. Daran im Nachgang etwas zu ändern, ist aus ökonomischen Gründen fast unmöglich. Gigabit symmetrisch wäre z.B. in Frankfurt technisch meist kein Problem...

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marthaimschnee 27.09.2017, 17:05
4. das Problem

um gleich beim ersten Punkt hängen zu bleiben: 100 Milliarden, auf einen Schlag! 100 Milliarden, die man sich in Summe einfach über die Jahre gespart hat, zu investieren. Und diese 100 Milliarden sind nicht alles, die drohen bei der übrigen Infrastruktur ja auch noch, in ähnlichen, wenn nicht sogar größeren Dimensionen. Die Schwarze Null unseres integren Herrn Finanzministers ist eine einzige Bilanzfälschung, ein Fahren auf Verschleiß, denn irgendwann muß das Geld ausgegeben werden, oder es fehlt dann eben an Leistungen, die gleichbedeutend mit Wohlstand sind, den man auf diese hinterhältige Weise vernichtet hat. Die anderen leben über ihre Verhältnisse? Dafür leben sie! Wir sparen uns weg und sind auch noch stolz drauf.

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moritz B. 27.09.2017, 17:07
5. viel Hype

Die Vorschläge klingen größtenteils vernünftig. Allerdings wird m.E. z.T. auch etwas übertrieben. Als ob die Digitalisierung erst gestern begonnen hätte. Ich bin gar nicht gegen einzelne Vorschläge, aber sie müssen in ein Gesamtkonzept eingebunden sein. Bei der Wohn- bzw. Standortwahl spielt das Internet natürlich eine Rolle, aber vermutlich nicht einmal eine der Hauptrollen. Was nützt mir schnelles Internet, wenn kein Arzt, keine Schule oder sonst was vor Ort ist. Ein Unternhemen wird nicht in die Provinz ziehen, wenn es dort keine Fachkräfte gibt oder die Verkehrsanbindung schlecht ist. Internetausbau muss also Hand in Hand mit weiteren Investitionen im ländlichen Raum sein. Allgemein müssen ländliche Regionen und kleine Städte außerhalb der Metrolpolregionen wieder attraktiver werden.

Auch eine stärkere Behandlung der Digitalisiserung in der Schule halte ich nicht für falsch. Allerdings ist das keineswegs neu. Schon vor 25 Jahren diskutierte man über eine Pflichtfach Informatik. Man muss aber bedenken, dass sich die Technik immer weiter entwickelt und man somit bei der Ausbildung immer hinterherhinken wird. Ich glaube auch nicht, dass der Umgang mit digitalen Inhalten immer rein digital ablaufen muss, daher muss vielleicht auch gar nicht so viel in Hard- und Software investieren, wie immer behauptet. Die Grundlagen der Informatik kann man wunderbar analog lernen. Hier gilt es Theorie und Praxis zusammenzubringen. Es liegt dabei m.E. weniger an der Ausstattung, denn an der Ausbildung der Lehrer.
Nicht zu vergessen sind auch die öffentlichen Verwaltungen. Man sollte vielmehr online machen können. Dabei müsste es ein Pendant zum Onlinebanking geben, mit dem ich alle behördlichen Vorgänge bequem über das Internet steuern kann.

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thd1958 27.09.2017, 17:08
6. ... Was für tolle ...

... Zukunftsidee, lieber Sascha Lobo ... Internet für alle, alle bereits bezahlten Inhalte auch im Netz, dazu noch ewiglich. Das ist wirklich eine gute Sache, wenn sie denn funktionieren würde. Die Regulierungswut der deutsche und besonders der europäischen "Behörden" hat bestimmt schon 'ne Menge Fallstricke eingebaut, damit das alles nicht so schnell passieren kann. Datenschutz, Urheberrechte usw. Und: Sie haben Recht: Das wird teuer, sehr teuer. Weil alle dran verdienen wollen: Telekom, Hedgefonds, nicht zuletzt die Regierung höchstselbst. Es wird ein langer Weg. Lasst uns anfangen!

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mostly_harmless 27.09.2017, 17:14
7.

Ganz im Gegenteil. Jede staatliche Unterstützung für diese Art Regionen ist ASAP abzustellen.

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renewallich 27.09.2017, 17:15
8. Wiedervorlage

Ein sehr guter Beitrag! Den bitte auf Wiedervorlage legen und in vier Jahren mal schauen, was daraus geworden ist. Ich befürchte, nicht viel.

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friedi234 27.09.2017, 17:16
9. Digitale Diktatur

Die digitalen Gebote . Immer und überall sollst du erreichbar sein. Zu jeder Zeit und überall sollen dir deine Daten zur Verfügung stehen. Du sollst auch in der Lage sein, die TEehnik zu benutzen, die dir dein digitaler GOTT anbietet. Kostenfrei natürlich.
Und jeder der dazu nicht in der Lage ist, muss digital geschult werden. Der muss halt seine Zeit für die digitale Revolution investieren.
Morgen bekommst du dann deinen Strafzettel auf deinen Bundes Account. Wenn du ihn nicht abrufst, wirds halt immer teurer. Weil Nichtwissen schützt nicht vor Strafe.
Und wenn die Behörde schludert, dann liegen meine digital aufbereiteten Daten offen - für jeden. Na Danke Sascha.
Digitale Versorgung bedeutet auch nicht, dass der Staat hunderte Milliarden in den märkischen Sand verbuddelt muss.
Vom Breitband profitieren vor allem die Amazoms und Googles dieser Welt. Information benötigt grundsätzlich kein Breitband.

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