Forum: Netzwelt
Politcamp in Berlin: Twitterministerin trifft das Netzvolk

Die Netzgemeinde fühlt sich unverstanden von der Politik, bedroht von Regulierung und Bevormundung. Am Wochenende trifft sich die Internetgeneration auf dem Politcamp - und lernt Abgeordnete kennen, die genauso denken.

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carioca 21.03.2010, 13:18
1. Internet überbewertet

Das Internet ist eine tolle Sache, keine Frage, und erleichtert das Leben in allen möglichen Bereichen, von praktischen Dingen wie einkaufen, über Nachrichten, bis hin zu Spaß Anwendungen wie Facebook usw.

Aber: Ein Nachteil ist, das Minderheiten, wie die die Piraten Nerds überproportional viel Beachtung finden. Und die Politik fällt leider darauf hinein. Die Politik soll ihren Job machen, es gib weiß Gott wichtiges zu tun (Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung...).

Da ist es nicht notwendig, dass jeder Politiker ein Facebook und Twitter Profil pflegt, um sich als hip und auf der Höhe der Zeit zu beweisen.

Ein paar Freunde habe ich auch, die jede 10 Minuten Ihres Lebens in Facebook oder Twitter dokumentieren.
Aber wie gesagt, zum Glück sind diese Freaks die Minderheit, und man sollte nicht die Politik zusehr darauf ausrichten.

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simonlange 21.03.2010, 13:31
2. Schröder gibt nur auswendig gelernte Statement Blöcke von sich!

Interessant war vor allem das Ministerin Schröder ihre "Charme-Offensive" nur einstudiert hat. Sicherlich rethorisch geschickter als das andere Politiker machen, weil deutlich unpolitischer formuliert, aber konzeptionell klassisch.

So hat zB ihre Klage auf dem politCamp#10, das die Unterstellungen auf beiden Seiten der Diskussion zum Zugangserschwerungsgesetz "mies" waren, sie bereits vor einem Monat (übrigens mit dem Spiegel!) in einem Interview Wort für Wort ebenfalls so vom Stapel gelassen.

Desweiteren möchte ich keine Charme-Offensive sondern lieber charmante Taten. Das Gesetz existiert immer noch!

Simon Lange
Quelle:
Interview Schröder/Spiegel: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...680088,00.html

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Arne11 21.03.2010, 13:33
3. Unverstanden?

Zitat von sysop
Die Netzgemeinde fühlt sich unverstanden von der Politik, bedroht von Regulierung und Bevormundung. Am Wochenende trifft sich die Internetgeneration auf dem Politcamp - und lernt Abgeordnete kennen, die genauso denken.
Das wird wohl eher eine sehr politisch korrekte Veranstaltung als eine Anhörung der 'Unverstandenen' :P

Grüsse,

Arne

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pulegon 21.03.2010, 13:34
4. Internet?

Zitat von carioca
Aber: Ein Nachteil ist, das Minderheiten, wie die die Piraten Nerds überproportional viel Beachtung finden. Und die Politik fällt leider darauf hinein. Die Politik soll ihren Job machen, es gib weiß Gott wichtiges zu tun (Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung...). Da ist es nicht notwendig, dass jeder Politiker ein Facebook und Twitter Profil pflegt, um sich als hip und auf der Höhe der Zeit zu beweisen.
Verzeihung, aber das klingt, als wäre es nicht schon immer so gewesen, das Minderheiten Politik beeinflusst hätten.
Sei es nun Manager, Religiöse what ever.

Außerdem ist das Internet nur das Medium... Angst haben die Politiker, weil mal ebend 2% der deutschen Wahlberechtigten Piraten gewählt haben.

Das Politiker jetzt anfangen zu twittern und Facebookprofile erstellen ist wohl in erster Linie der Versuch sich anzubiedern.

Nötig ist das nicht.
Die meisten 'Netzbewohner' wissen wieviel leere Worte und Handlungen wert sind.

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Bayerr 21.03.2010, 13:52
5. Nur Show

was unsere Ministerinnendarstellerin Köhler/Schröder hier abliefert. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen ! Und da zeigt ihr Abstimmungsverhalten, nachzuschauen bei Abgeordnetenwatch.de, dass sie eine ganz stramme CDU-Frau ist.

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Knut Olsen 21.03.2010, 13:52
6.

Charme-Offensive, dass ich nicht lache - wer soll darauf hereinfallen? Nur,
weil eine Ministerin twittert, heißt das noch lange nicht, dass sie verstanden
hat, wie wichtig ein unzensiertes Internet ist. Solange die Partei, der sie
angehört, einen derart starken Law-and-Order-Flügel hat, der sich einen
Dreck um Grundrechte schert und zielstrebig in Richtung Überwachungsstaat
marschiert, ist sie unwählbar, schlicht und ergreifend. Ich brauche kein Palaver
mit Politikern, das ja doch nur deren Image dient, ich will nicht beschnüffelt und
als Erwachsener durch "Jugendschutz" gegängelt werden, da gibt es auch keinen
Verhandlungsspielraum. Ein Großteil der Politik hat sich hier bereits auf alle Zeit
disqualifiziert, jetzt ist es zu spät für irgendwelche "Charme-Offensiven".

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politikweb 21.03.2010, 14:58
7. Die komplette Diskussion mit BM Schröder im Web als Aufzeichung

Hallo,

wer die Diskussion noch mal in voller Länge und nicht nur das "nette" Video auf der Minsteriumsseite sehen möchte kann dies unter folgendem Link sehen (via zaplive.tv):

@kristinakoehler jetzt ist das komplette Diskussionspanel vom Politcamp 2010 #pc10 mit Hotspot bei zaplive online unter http://bit.ly/bZohAY

Das Politcamp 10 aus Berlin wurde nämlich als Live Videostream übetragen.

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Tabman 21.03.2010, 15:45
8. Das Internet wurde schon so oft totgeredet...

Zitat von carioca
Das Internet ist eine tolle Sache, keine Frage, und erleichtert das Leben in allen möglichen Bereichen, von praktischen Dingen wie einkaufen, über Nachrichten, bis hin zu Spaß Anwendungen wie Facebook usw. Aber: Ein Nachteil ist, das Minderheiten, wie die die Piraten Nerds überproportional viel Beachtung finden. Und die Politik fällt leider darauf hinein. Die Politik soll ihren Job machen, es gib weiß Gott wichtiges zu tun (Arbeitsmarkt, Staatsverschuldung...). Da ist es nicht notwendig, dass jeder Politiker ein Facebook und Twitter Profil pflegt, um sich als hip und auf der Höhe der Zeit zu beweisen. Ein paar Freunde habe ich auch, die jede 10 Minuten Ihres Lebens in Facebook oder Twitter dokumentieren. Aber wie gesagt, zum Glück sind diese Freaks die Minderheit, und man sollte nicht die Politik zusehr darauf ausrichten.
Schon jetzt ist abzusehen, daß das Internet gerade dabei ist, unsere Gesellschaft in einem nie dagewesenen Maße zu verändern. Wir befinden uns erst am Anfang dieser Entwicklung, deren Ende noch überhaupt nicht abzusehen ist. Ob diese Entwicklung letzten Endes vorwiegend positiver oder negativer Natur sein wird, sei mal dahingestellt - fest steht aber: Die Entwicklung ist in vollem Gange. Da helfen Leugnen, Kleinreden und verbale Angriffe auf die sogenannten "Web-Apologeten" nicht.

Als das Auto eingeführt wurde, konnten sich auch viele Zeitgenossen nicht vorstellen, wieso dieses monströse Gefährt bald zu einem Massenfortbewegungsmittel werden sollte. So viele Erfindungen vergangener Jahrzehnte, die das tägliche Leben maßgeblich verändert haben, wurden von Teilen der Bevölkerung abgelehnt.

Im Falle des Internets gibt es derzeit vier Möglichkeiten:
1) Ignorieren, ablehnen, kleinreden. Wer dies tut, wird von der Entwicklung schneller überrollt als ihm lieb ist.
2) Kontrollieren, zensieren, bekämpfen, auch im Sinne des ersten Punktes. Was unter Kontrolle der Regierung ist, das kann Otto Normalbürger geflissentlich ignorieren. Das ist eine der großen Gefahren.
3) Konstruktiv mitbeeinflussen. Die größte Chance: Beteiligen und darauf hinwirken, daß die Entwicklung in eine positive Richtung - für den Einzelnen wie die Gesellschaft als Ganzes - verläuft. Denn wer dies nicht tut, der riskiert, daß andere dies in ihrem Sinne tun.
4) Bedenkenlos auf der Welle mitreiten. Ist im Grunde dieselbe Grundhaltung wie im Falle der ersten Gruppe, mit dem Unterschied, daß man hier das Internet für selbstverständlich (statt für überflüssig) hält. Hier wie dort besteht die Gefahr, daß andere Interessensgruppen Einfluß auf fie Gestaltung des Webs nehmen, die nicht im Sinne des Individuums handeln.

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zerstörer 21.03.2010, 16:09
9. Quellenmitarbeiter?

Zitat von carioca
Aber wie gesagt, zum Glück sind diese Freaks die Minderheit, und man sollte nicht die Politik zusehr darauf ausrichten.
Sie sind nicht zufällig ein ehemaliger Quellemitarbeiter? Oder ehem. Wahlkämpfer der Republikaner?

Prognosen über IT-Entwicklungen sind jedenfalls ein steter Quell von unterhaltsamen Zitaten.

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