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Prism-Skandal: Apple nennt Zahl der Datenabfragen durch US-Behörden
REUTERS

Nach Microsoft und Facebook hat auch Apple nun die Zahl der Nutzerdaten-Anfragen durch US-Behörden veröffentlicht. Geheime Abfragen werden nicht einzeln aufgeführt, sollen sich aber in den Zahlen wiederfinden. Es geht um Tausende Kundenkonten.

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capote 17.06.2013, 11:27
1. Wer geglaubt hat, dass es anders sei ist Naiv, sonst nichts.

Nachdem ich mal vor mehr als 30 Jahren gelesen habe, wie viele Anträge zum Abhören bei den Aliierten in Berlin nur für Berlin gestellt wurden rede ich über nichts mehr Sensibles am Telefon. Das waren ja nur die begründbaren Abhöraktionen, wenn die begründungspflicht wegfällt, kann ich mir an den 5-Fingern abzählen was los ist oder anders jede von uns muss laut Statistik inmal im Leben damit rechnen abgehört zu werden. Telefon ist noch viel öffentlicher als das Gespräch in einem Autobus, da weiss keiner wer die beiden Personen sind, beim Telefon oder Internet ist auch das bekannt.

Wie unsere Justizministerin bekennt, Sie macht kein Internetbanking, ich auch nicht!

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perspective 17.06.2013, 11:42
2. Wie?

Zitat: "Apple betonte, bei dem Großteil der Behörden-Anfragen gehe es um Polizeiarbeit, wenn etwa nach verschwundenen Kindern gesucht werde oder es gelte, einen Selbstmordversuch zu verhindern. [...] So seien alle Nachrichten in dem hauseigenen Messaging-Dienst iMessage verschlüsselt und auch Apple habe keinen Zugriff auf die Inhalte. Das gleiche gelte für den Videochat-Service FaceTime. Außerdem speichere Apple nicht in "identifizierbarer Form" Daten zu Aufenthaltsorten von Kunden" => Was also genau gibt Apple da raus? Wie helfen sie bei vermissten Kindern/Selbstmordversuchen ohne diese Infos? Bei Facebook kann ich das mit Zugriff auf die Nachrichten ja noch verstehen, aber wenn Apple hier sagt, dass Inhalt der Nachrichten und Position nicht möglich ist, was wird dann hier angefragt?!?!

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GSchelhase 17.06.2013, 11:44
3. So ist es

Speichert man weiter alles schön in der Datenwolke ihr braucht nicht mal eine Kopie an Prism schicken die lesen gleich mit.

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notty 17.06.2013, 12:11
4.

Zitat von sysop
Nach Microsoft und Facebook hat auch Apple nun die Zahl der Nutzerdaten-Anfragen durch US-Behörden veröffentlicht. Geheime Abfragen werden nicht einzeln aufgeführt, sollen sich aber in den Zahlen wiederfinden. Es geht um Tausende Kundenkonten.
Ich gehe mal davon aus, dass auch die Statements von Apple und Konsorten mit den Geheimdiensten abgestimmt oder von diesen sogar formuliert wurden. Dabei kann man davon ausgehen, dass wiederum gelogen und alles "nach unten" redigiert wurde...
Wer diesen Statements noch irgendeine Wahrheit zumisst, sollte fuer weitere Fragen den Osterhasen um Rat bitten...

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fraber 17.06.2013, 12:17
5. Ein paar tausend Abfragen sind gar nix...

Bitte einordnen, da übertreiben jetzt die Medien. Na, wenn so ein Leteraturwissenschafter jetzt auch mal 'was verstanden hat...

Interessanter wäre mal nachzuforschen, warum die Amis so viel Speicherplatz in Utah bauen (http://www.wired.com/threatlevel/2012/03/ff_nsadatacenter/). Das sind Terrabytes für jeden Erdenbewohner...

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eule_neu 17.06.2013, 12:17
6. Mr. Snowden sei Dank

Aus den Schlapphüten sind Orwell-Masken entstanden. Man hat es geahnt, aber bisher fehlten die Beweise, wie verkommen die Geheimdienste arbeiten, sie haben überzogen. Geheimdienstarbeit ist nötig, aber solche Arbeit macht die Geheimdienstler moralisch zu Kriminellen! Dazu dann die Sprüche des Innenministers. Anstatt erst einmal zu eruieren, was Sachlage ist, heizt dieser Mann unnötig die Debatte an. In den Geheimdiensten muss aufgeräumt werden, weitgehende Transparenz ist angesagt. Je geheimnisvoller ein Projekt gemacht wird, umso gesetzesloser agieren diese Leute. Wer kontrolliert diese Leute wirklich noch? Das Vertrauen ist nun gänzlich hinüber. Wie hieß es doch immer "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", Lenin hat wohl in dieser Hinsicht recht gehabt ...

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anmeldung 17.06.2013, 12:20
7.

Zitat von perspective
Zitat: "Apple betonte, bei dem Großteil der Behörden-Anfragen gehe es um Polizeiarbeit, wenn etwa nach verschwundenen Kindern gesucht werde oder es gelte, einen Selbstmordversuch zu verhindern. [...] So seien alle Nachrichten in dem hauseigenen .....
Das ist das Gleiche wie auf deren Website... dort werden auch nur "anonyme" Daten gespeichert um dem Nutzer ein besseres "Nutzungserlebnis" zu gewähren.
Da merkt doch jeder Depp, das man belogen wird.

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Konstruktor 17.06.2013, 13:03
8.

Zitat von anmeldung
Das ist das Gleiche wie auf deren Website... dort werden auch nur "anonyme" Daten gespeichert um dem Nutzer ein besseres "Nutzungserlebnis" zu gewähren. Da merkt doch jeder Depp, das man belogen wird.
Warum genau?
Man kann sowohl die objektive Interessenlage als auch bei entsprechendem Hintergrund die technischen Datenübermittlungen einschätzen.
Apple lebt vom Verkauf von Hardware und erzielt genau da seine erheblichen Gewinne. Alles ander (Apps, Musik, Software, Werbung) füllt gerade mal kleinere Ritzen in Apples Bilanz und dient effektiv nur der Verkaufsförderung für die Hardware.

Wie plausibel ist es da anzunehmen, daß Apple riskiert, pro Nutzer(!) Hunderte, wenn nicht Tausende von Euro an insgesamt zukünftigen Gewinnen aufs Spiel zu setzen, indem sie das für Peanuts (die Werbung und Weitergabe von Nutzerdaten effektiv nur einbringen) auf's Spiel setzen würden?

Ich halte das objektiv für zwar theoretisch denkbar, aber sehr unwahrscheinlich – schon aus Apples materiellem Eigeninteresse, mal ganz abgesehen von der massiven Klagewelle, die das zur Folge haben könnte, wenn es herauskäme. Und wie wir gesehen haben, kommt fast alles irgendwann heraus.

Und nach allem, was bisher bekannt ist (und diverse Experten haben sich die Mechanismen in der Tat im Detail mit entsprechenden Loggern und Debuggern vorgeknöpft), erfolgt die Übermittlung von Daten offenbar bisher in der Tat so wie von Apple angegeben.

Apple hätte hier enorm viel zu verlieren und fast nichts zu gewinnen, indem sie hier Schindluder trieben. Kleinere Schlampereien gab es schon mal, aber bisher noch keine Hinweise auf tatsächliche Vertrauensbrüche.

Google hat da objektiv letztlich die exakt gegensätzliche Motivation: Die leben nur von der Werbung, die sie an andere verkaufen. Die Daten der Nutzer (die nicht Googles Kunden sind!) dafür zu verwursten, ist gerade ihr Hauptgeschäft.

Das ist eine fundamental unterschiedliche Motivationslage.

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olaf_olafson 17.06.2013, 15:30
9. Es gint ja auch andere Informationen

Zitat von perspective
Zitat: "Apple betonte, bei dem Großteil der Behörden-Anfragen gehe es um Polizeiarbeit, wenn etwa nach verschwundenen Kindern gesucht werde oder es gelte, einen Selbstmordversuch zu verhindern. [...] So seien alle Nachrichten in dem hauseigenen Messaging-Dienst iMessage verschlüsselt und auch Apple habe keinen Zugriff auf die Inhalte. Das gleiche gelte für den Videochat-Service FaceTime. Außerdem speichere Apple nicht in "identifizierbarer Form" Daten zu Aufenthaltsorten von Kunden" => Was also genau gibt Apple da raus? Wie helfen sie bei vermissten Kindern/Selbstmordversuchen ohne diese Infos? Bei Facebook kann ich das mit Zugriff auf die Nachrichten ja noch verstehen, aber wenn Apple hier sagt, dass Inhalt der Nachrichten und Position nicht möglich ist, was wird dann hier angefragt?!?!
Auch wenn der Inhalt verschlüsselt ist, kann ja zugeordnet werden, wer wem wie oft geschrieben (iMessage) hat oder angerufen (Facetime) hat.
Bei normalen Anrufen oder SMS wenden sich die Behörden lieber gleich an die Provider, da wird nämlich nichts verschlüsselt. Und mit dem Speichern von personenbezogenen Daten haben die ja auch kein Problem.
Insgesamt aber wieder vorbildlich von Apple. Da sind die Daten um einiges sicherer als bei der Konkurrenz. Am direkten Zugang der Behörden zu irgendwelchen Servern ist auch nichts dran. Insgesamt ist die ganze Prism-Geschichte gar nicht so skandalös, sondern eher genau das was ich von amerikanischen Behörden erwartet habe.

Wer das Statement nochmal im Original lesen will (obwohl der Artikel es recht gut wiedergibt):

Apple - Apple

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