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Proteste nach Snapchat-Update: "Ich fand etwas Entsetzliches vor"
REUTERS

Die Snapchat-Nutzer umweht ein Hauch der Coolness. Nach einem Umbau zeigt sich: Auch die hippen App-Fans hängt an Altbewährtem. Für unsere Redakteurin Angela Gruber hat diese Erkenntnis etwas Versöhnliches.

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santoku03 12.02.2018, 17:34
1.

"Das zeigt im Kern: Das Digitale zu verstehen und sich darauf einzulassen, ist eine Kulturleistung, die nur mittelbar etwas mit dem Alter zu tun hat."
Was für eine Erkenntnis! "Das Digitale" gibt es seit rund 60 Jahren, das Internet seit 40 Jahren, das World Wide Web seit 30 Jahren, Apps seit über 10 Jahren: Warum sollten also "Ältere" ein Problem damit haben?

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widower+2 12.02.2018, 17:40
2. Danke!

Jetzt verstehe ich die Konversation meiner Tochter (16) und meines Sohnes (14) heute nach der Schule (zumindest ein wenig). Sohn meinte auf die Frage seiner Schwester, warum er nicht mehr bei Snapchat sei, dass dieses Update einfach voll K*cke wäre.

Die Kernaussage der Autorin, dass auch jüngere Menschen strikte Traditionalisten sein können, trifft auf meine Kinder auf jeden Fall voll zu. Zu Weihnachten und Silvester muss es zum Beispiel immer das gleiche Essen um dieselbe Uhrzeit geben. Ich alter Sack wäre da gerne flexibler, werde aber immer von den Beiden überstimmt.

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widower+2 12.02.2018, 18:46
3. Ist das Ihr Ernst?

Zitat von santoku03
"Das zeigt im Kern: Das Digitale zu verstehen und sich darauf einzulassen, ist eine Kulturleistung, die nur mittelbar etwas mit dem Alter zu tun hat." Was für eine Erkenntnis! "Das Digitale" gibt es seit rund 60 Jahren, das Internet seit 40 Jahren, das World Wide Web seit 30 Jahren, Apps seit über 10 Jahren: Warum sollten also "Ältere" ein Problem damit haben?
Ihre Zahlenangaben mögen ja stimmen, was den jeweiligen Ursprung angeht, haben mit der gelebten Realität aber herzlich wenig zu tun. Wieviel Prozent der Bevölkerung waren denn vor 30 Jahren (oder auch nur vor 20 Jahren) im World Wide Web unterwegs und wieviel Prozent der Bevölkerung verfügen heute über ein Smartphone und/oder andere Geräte mit Zugang zum Internet?

Noch vor 20 Jahren lag der Prozentanteil der Internetnutzer in Deutschland im einstelligen Bereich.

Das Automobil gibt es seit mehr als 130 Jahren. Zum Alltag der Bevölkerung gehörte es aber weder vor 130 Jahren, noch vor 120 und nicht einmal vor 100 Jahren.

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cosmose 12.02.2018, 18:54
4.

Wer sich die GUI von Snapchat ausgedacht hat, gehört geteert und gefedert. Das gilt sowohl für vor als auch nach dem Update.
Ich wollte mir Snapchat auch mal ansehen, weil meine Azubinen meinten, ich müsste das unbedingt haben.
Auch ich, als jemand der mit Smartphones aufgewachsen ist (ok, beim ersten iPhone war ich schon Mitte 20...) und in der IT-Branche arbeitet, hatte Probleme mit der Bedienung.
Nachdem ich auch sonst keinen Nutzen in der App gesehen habe, hatte ich auch keine Lust mehr, mich mit dem unfassbar schlechten Bedienkonzept auseinander zu setzen und habe Snapchat wieder deinstalliert...

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Mehrleser 12.02.2018, 19:00
5.

Eine App soll schwierig zu bedienen sein? Mag sein, dass dies für die Generation der Fingerwischer gilt. Die alten Säcke aus der PC-Steinzeit sind da ganz andere Herausforderungen gewohnt. Die Digital Natives sind doch nur digital Naive, deren IT-Verständnis gerade mal bis zum Selfie-Button reicht.

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TaramTaram 12.02.2018, 20:07
6. Apps seit zehn Jahren?

Zitat von santoku03
"Das zeigt im Kern: Das Digitale zu verstehen und sich darauf einzulassen, ist eine Kulturleistung, die nur mittelbar etwas mit dem Alter zu tun hat." Was für eine Erkenntnis! "Das Digitale" gibt es seit rund 60 Jahren, das Internet seit 40 Jahren, das World Wide Web seit 30 Jahren, Apps seit über 10 Jahren: Warum sollten also "Ältere" ein Problem damit haben?
Auf solch eine Erkenntnis habe ich seit einigen Jahren gewartet.
Apps gibt es seit mehreren Jahrzehnten. Der Name kommt von Applikationen, also Programme.
Vor zwanzig Jahren hatte, zumindest in Deutschland der Begriff Appz noch etwas anrüchiges an sich, da damit meistens Programme auf nicht legalem Herkunftsweg gemeint waren. Aber im Grunde waren es auch nur Applikationen und Programme. Der Begriff Apps ist keine Erfindung der Smartphonegesellschaft - obgleich ich andererseits bis heute nicht verstehe, warum man nicht einfach beim Begriff "Programm" geblieben ist.

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widower+2 12.02.2018, 20:32
7. Apps

Zitat von TaramTaram
Auf solch eine Erkenntnis habe ich seit einigen Jahren gewartet. Apps gibt es seit mehreren Jahrzehnten. Der Name kommt von Applikationen, also Programme. Vor zwanzig Jahren hatte, zumindest in Deutschland der Begriff Appz noch etwas anrüchiges an sich, da damit meistens Programme auf nicht legalem Herkunftsweg gemeint waren. Aber im Grunde waren es auch nur Applikationen und Programme. Der Begriff Apps ist keine Erfindung der Smartphonegesellschaft - obgleich ich andererseits bis heute nicht verstehe, warum man nicht einfach beim Begriff "Programm" geblieben ist.
"Apps" in dieser Kurzform ist doch eher der Smartphonegesellschaft zuzuordnen. Zuvor gab es diese Abkürzung nicht im allgemeinen Sprachgebrauch. Aber Sie haben natürlich recht damit, dass sich dieser Begriff aus Applications bzw. Applikationen entwickelt hat.

Programme sind natürlich alle, aber bei Microsoft wurde zum Beispiel vor ca. 15 Jahren mehr oder weniger deutlich zwischen Programmen und Applikationen unterschieden. Letztere waren eher kleine Programme für ganz spezielle Zwecke, die "echte" Programme ergänzten. Wirklich trennen konnte man aber nie zwischen Software, Programmen und Applikationen (die teilweise auch als "Anwendungen" bezeichnet wurden).

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multi_io 13.02.2018, 01:59
8.

Zitat von santoku03
"Das zeigt im Kern: Das Digitale zu verstehen und sich darauf einzulassen, ist eine Kulturleistung, die nur mittelbar etwas mit dem Alter zu tun hat." Was für eine Erkenntnis! "Das Digitale" gibt es seit rund 60 Jahren, das Internet seit 40 Jahren, das World Wide Web seit 30 Jahren, Apps seit über 10 Jahren: Warum sollten also "Ältere" ein Problem damit haben?
Was sich hinter irgendwelchem Kram technisch verbirgt und wie lange es das schon gibt, ist in diesem Zusammenhang herzlich irrelevant. Die meisten 70jährigen, die erstmalig mit einem Smartphone konfrontiert werden, haben damit größere Eingewöhnungsprobleme als die meisten 17jährigen in derselbe Situation, selbst wenn die betreffenden 70jährigen schon vor 40 Jahren irgendwelche damals aktuellen Computerprogramme benutzt haben.

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sven2016 13.02.2018, 05:46
9.

Snapchat ist für die "Digital Natives" :)

Schon richtig: für die Displaywischer, die am Notebook dann Programme als zu kompliziert ansehen.

Ein Großteil ist schon weiter, bei wechat, eine App für "Alles", zumindest für Alles in der mobilen Nutzung.

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