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Reaktionäre Revolte: Sie jammern über "Hexenjagd" - und holen zum Gegenschlag aus
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Die Umkehr von Täter und Opfer hat im Netz eine neue Dimension erreicht. Diejenigen, die keine Kritik ertragen, schaffen sich verbogene Schutzbegriffe. Und das ist erst der Anfang.

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HeisseLuft 29.11.2017, 16:49
1. Wie immer...

... gut getroffen.

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blumenstrauss 29.11.2017, 17:01
2. Sehr gut analysiert...

... und geschrieben.

Weiter so.

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sikasuu 29.11.2017, 17:03
3. Eine Messerattacke auf eine unbewaffnete, unschuldige Person ...

... in Selbstverteidigung umzudeuten,...
#
Und das schlimme ist, viele glauben diesem Humbug auch noch!
.
Denken, kritisches Denken, unterlegt mit Fakten, Daten & Logik
ist keine erstebenswerte Standardqualifikation mit hohem
Stellenwert mehr in einer Zeit, in der machen "Shit-stroms"
im Netz an wenigstens virtuelle Pogrome im Mittelalter
erinnern können:-(
.
Die Täter/Opfer Umkehr ist aber so alt wie öffentliche Medien
überhaupt. Nur der Nutzerkreis, die Zugangshürde hat sich geändert.
.
Die Gruppe, die sich vor ein paar Jahren noch U...chmmm
Fernsehen berieseln lies hat die Tastatur, die Foren& das
Netz entdeckt.
.
Wie war, ging doch mal der TRAUM vor x Jahren:
Das Internet ist das DEMOKRATISCHE Medium der Neuzeit.
Wir sind frei von der Bevormundung der Medienmogule. usw
.
Haben wir jetzt. Den ziemlichen 1zu1 Abdruck unserer
Gesellschaft & der Mitmenschen im Netz.
.
Wenn man/Frau sich überhaupt noch darin bewegt
die Foren liest & äußert!
(Incl eines Qualitätstrends wie zur Einführung des
Privat-Fernsehens beim öfftl re. TV!)
.
Haben wir aber nicht vielleicht das Netz, den Diskurs,
das/den wir verdienen?
.
Nachdenkliche Grüsse
Sikasuu

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peterpeterweise 29.11.2017, 17:14
4. Hexen und Opfer Stalins sind also manchmal schuld gewesen?

Zitat: ... Die Klage "Hexenjagd" lässt sich - in einigen Fällen - sogar als eine verbogene Form des Schuld-Eingeständnis betrachten, nach dem Muster: Ich habe das zwar getan, aber niemand soll deshalb über mich reden...
Ist das nicht etwas zu einfach? Nach dieser Logik waren in einigen Fällen die Opfer der mittelalterlichen Hexenjagden und der stalinistischen Säuberungen schon irgendwie schuldig. Und was ist mit der "Hexenjagd" auf Kommunisten unter McCharthy?
Wenn man über öffentlich geduldetes oder sogar staatlich sanktioniertes Mobbing von Menschen spricht, dann ist Hexenjagd oft der passende Begriff. In der Geschichte hat es meist fortschrittliche Menschen getroffen. Aber gegenwärtig kommen die "HexenjägerInnen" häufig aus dem Lager, welches sich selbst als progressiv bezeichnet. Macht das staatlich geduldetes Mobbing besser?

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yast2000 29.11.2017, 17:15
5. Gut analysiert, aber etwas zu einfach geschlussfolgert...

Psychologisch, (also nicht politisch), betrachtet, sieht es so aus:
1. Hexenjagden finden immer auf Menschen statt, gegen die man sich nicht anders zu wehren weiß. Da spielen moralische Aspekte leider keine Rolle, sonst wäre es ja auch keine Hexenjagd.
2. Politische Angriffe sollten immer den Charakter der Politik wahren, und keine privaten Verfolgungsjadgen unter dem Deckmantel einer politischen Absicht werden.
3. Es sind schwere, persönliche Fehler unter dem Deckmantel einer Politik gemacht worden. Es stünde der Verantwortlichen gerade auch als Christin gut zu Gesicht, die Verantwortung für die Situation in Deutschland zu übernehmen und einfach zurückzutreten. Dann gäbe es auch keine Hexenjadgen mehr.
4. Das Internet an sich ist nicht schuld, sondern es ist nur das Medium, über das Menschen sich austauschen.

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guido_lux 29.11.2017, 17:18
6. Die reaktionäre Revolte...

ist ein Begriff den ich als schmeichelhaft für Leute wie mich empfinde. Er drückt revolutionären Elan aus und verheißt am Ende eine neue konservativ geprägte Gesellschaft, in der ich mich wieder wohl fühlen kann.

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toliphe 29.11.2017, 17:23
7. Korrekt

aber natürlich viel zu intellektuell, als dass es bei Trumpisten oder anderen vermeintlichen "Opfern moderner Hexenjagden" verfangen würde.
Trotzdem oder gerade wegen des Umkehreffektes wünsche ich mir auf Seiten der "Verfolger" mehr Sachlichkeit und weniger gespielte Empörung. Einfach nur entlarven und blosstellen, aber nicht geifern.

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D. Brock 29.11.2017, 17:28
8. Hervorragend ...

... analysiert! Zustimmung!
Dem ist fast nichts hinzuzufügen.
Allerdings wird die Rolle der Medien hierbei ausgeblendet und ich meine damit Mainstream-Medien.
Die haben in der Tat die Aufgabe neutral zu berichten. Wenn man aber mal durchzählt wie viele Beiträge in der Wahlkampfzeit sich mit irgendwelchen Äußerungen von AfD-"Politikern" beschäftigt haben, so wird tatsächlich dieser Täter-Opfer-Umkehr Vorschub geleistet.
JETZT nach dem Wahlkampf hört man erfreulicherweise fast nichts mehr aus AfD-Reihen und - peng - geht auch die Zustimmungsrate zurück.
Könnte man daraus nicht etwas lernen?

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salomon17 29.11.2017, 17:29
9. Sehr gute Analyse,

das Verbiegen unserer Sprache verbiegt auch unsere Kultur. Allerdings sind Täter und Opfer auch nicht immer so klar zu erkennen wie in Ihrem Beispiel aus der "Welt" (Beispiel Herr Kachelmann).

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