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Rundfunk- und Breitbandtechnik: Neue Chance für Internet-TV

Ein neuer Standard namens HbbTV kombiniert Rundfunk- und Breitbandtechnik. Nach etlichen Versuchen, Internet und Fernsehen zu verschmelzen, könnte damit endlich der Weg zum interaktiven TV frei werden.

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Navitrolla 26.09.2010, 09:53
1. Bitte erst gegebene Versprechen einlösen !

Ich nutze das Internet geschäftlich, habe ein Home-Office, schaue so gut wie nie fern und wohne im östlichen Rhein-Main-Gebiet auf dem Land - angeschlossen mit DSL-388, darf aber für DSL-6000 zahlen.

Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich sehe, was für Anstrengungen unternommen werden damit aus DSL-6000 Nutzern VDSL-Nutzer gemacht werden und sie jetzt noch TV über internet bekommen sollen. Zeitgleich verspricht uns die Politik (Breitbandstrategie) einen zügigen Ausbau auf dem Land. Leider völlig ohne Auswirkungen ...

Dabei würde es als Investitionsanreiz vielleicht schon reichen, dass die Provider anteilig nur das berechnen dürften, was die Leitung tatsächlich leistet - also bei DSL 384 nur ein sechzehntel des DSL-6000 Preises...

Und nebenbei halte ich es für volkswirschaftlich fragwürdig, wenn das Internet mit Fernsehdaten vollgestopft wird, während via Satellit, DVBT & parallel teilweise auch Kabel bereits eine flächendeckende Versorgung zu 100% gegeben ist.

Also meine Meinung: Ich will kein TV via Internet

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mleile 26.09.2010, 10:08
2. Britische Sender versuchen eigenen Standard durchzusetzen

Im Artikel vermisse ich einen Hinweis auf "youview" der britischen Sender.

http://www.heise.de/ct/meldung/Neue-...n-1081003.html

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Rinnsal 26.09.2010, 10:15
3. Schlecht Informiert

"Die IPTV-Angebote seien so etwas wie eine Videothek auf Abruf. Zusatzangebote oder Interaktion mit dem laufenden Fernsehprogramm wie bei HbbTV gebe es bei IPTV bisher nicht."

Der Mann ist schlicht und ergreifend schlecht informiert. Es gibt bereits Anbieter z.B. mit Facebook integration, Wetterkarten, etc. und alles über IPTV. Siehe z.B. "Verte! Quickline" in der Schweiz (ja, in DE gibts sowas natürlich noch nicht...).

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Bravofox 26.09.2010, 10:31
4. Einfache Bedienung ??

Wenn ich die Fernsteuerung schon sehe. Habe ich da meinen großen Zweifel !

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Rubeanus 26.09.2010, 10:47
5. Interaktives Fernsehen

Die Vision des "interaktiven Fernsehens" ist alt. Das ging Ende der 70er Jahre mit Bildschirmtext und Videotext los.

Mit diesen Technologien war es technisch prinzipiell denkbar, vom Fernsehzuschauer eine Rückmeldung zu erhalten.

Geworden ist daraus nie etwas, und daran wird sich auch nichts ändern:

Der Fernsehzuschauer schaltet die Flimmerkiste ein, um selbst abzuschalten, er will nicht interaktiv sein, er nimmt das Recht für sich in Anspruch, das Gehirn auch mal eine Zeitlang in einen Dämmerzustand zu versetzen.

Wer interaktiv sein möchte, setzt sich vor den PC.

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Phino 26.09.2010, 11:34
6. Schade

Viele Menschen werden das Angebot nicht nutzen können. Die Politik verspricht seit Jahren einen flächendeckenden Ausbau des Breitbands aber auf dem Land ists eben noch immer ein Flickenteppich.
Dorf, 300 Einwohner, viele davon alt und ohne großes Interesse am Breitband -man kann einem Konzern nicht vorwerfen das er dort keinen Ausbau anstrebt.
Es scheint auch so als hätte der Staat kein großes Interesse. Man hört seit Jahren Versprechen aber es scheint wichtiger zu sein das man in München 2 Minuten eher am Flughafen ist oder vieles andere. Nun, seis drum.

Die Privaten Sender versuchen sich an einem neuen Angebot und es ist spannendes Angebot und man wird sehen wie sich die Medien in Zukunft entwickeln.
Die öffentlich rechtlichen haben auf diesem Gebiet nichts zu suchen. So lange bis der Breitband Ausbau tatsächlich Flächendeckend ist. Alternativ haben sie haben ihre Gebühren regional anzupassen. Schon jetzt ist es für weite Teile der Landbevölkerung unmöglich die Internet Angebote der öffentlich rechtlichen zu nutzen. Tagesschau noch mal anschauen? Ja geht natürlich. Ich lass mal laden und morgen früh um 4 kann ich vielleicht die ersten zehn Minuten anschauen.

Es ist kaum verständlich zu machen warum ich als Landei kostspielige Projekte für die Städter finanzieren soll ohne selbst davon einen nutzen zu haben.
So. Ich werd jetz am schwarzen Brett bei uns im Dorf ne Gruppe aufmachen und per Buschtrommel meinen bekannten bescheid sagen. Auf diese Weise bekomm ich bestimmt drei Leute für ne Demo zusammen. Wenn der Wind günstig steht vielleicht auch fünf.

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seine_unermesslichkeit 26.09.2010, 11:36
7. ...

Unter interaktivem Fernsehen verstehe ich, dass beim Fussball der Fernsehzuschauer einen Joystick in der Hand hält, mit dem er die Fernsehkamera steuert. Dann müssten aber Millionen Fersehkameras über so ein Fussballstadion währen des Spiels kreisen. Wie bitteschön soll das funktionieren?

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SpieFo 26.09.2010, 12:57
8. Ein wenig mehr Hintergrundinformation wäre angebracht,

lieber SPON.
Was wird denn das "Internet über Fernsehen" anbieten?

1.) Die Geschäftsidee wird immer dieselbe bleiben:
Wissen, was der User will/besucht/kauft etc.
2.) Mit diesen Daten Geld zu verdienen

Und daraus folgt:
Der User wird kein "normales" Internet am Fernsehen machen können,
als 100%igen Ersatz des PC (obwohl es technisch möglich wäre,
einen MiniPC in den Fernseher zu integrieren,
drahtlose Maus/Tastatur gibt es ja schon lange,
und eine externe Festplatte am USB-Port ist auch kein Hexenwerk.

Nein, das Internet wird über einen sogenannten "Walled Garden" laufen,
das sich, wie der Name sagt, hinter einer Mauer/Wand befindet.
In diesen Garten pflanzt nur der Sender seine eigenen, aufbereiteten
Internetangebote ein, die er "anpassen" muß.

Und dieser ganze Bockmist soll nun den Fern-Sehenden
als "Internet im Fernsehen" verkauft werden.

Man braucht sich doch nur die Homepage von http://www.hbbtv-infos.de/ ansehen,
um su lernen, daß das Ganze nur ein aufgemotzter Videotext ist,
und kein "Internet über TV".


PS: Habe dieses Verfahren (mit alter DLS-Technik schon vor Jahren für einen
großen Provider installiert.

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Crom 26.09.2010, 13:40
9. ...

Zitat von Navitrolla
Dabei würde es als Investitionsanreiz vielleicht schon reichen, dass die Provider anteilig nur das berechnen dürften, was die Leitung tatsächlich leistet - also bei DSL 384 nur ein sechzehntel des DSL-6000 Preises...
Und ein Paket, dass ich in einen Ort, der 100 km entfernt liegt schicke, soll auch nur ein fünftel kosten wie ein Paket in einem Ort 500 km entfernt? Für den Endkunden wird bei beiden Sendungen allerdings das identische Porto berechnet. Denken Sie mal darüber nach, warum das so ist und warum 6000-DSL eben deshalb nicht sechzehnmal so teuer ist wie 384-DSL.

Zitat von
Und nebenbei halte ich es für volkswirschaftlich fragwürdig, wenn das Internet mit Fernsehdaten vollgestopft wird, während via Satellit, DVBT & parallel teilweise auch Kabel bereits eine flächendeckende Versorgung zu 100% gegeben ist.
Mit der selben Logik könnten Sie fragen, warum es neben Benzin auch noch Diesel und andere Kraftstoffe zu tanken gibt. Der eine Kunde möchte eben Kabel, der nächste Sat und andere eben TV übers Internet.

Zitat von
Also meine Meinung: Ich will kein TV via Internet
Dann brauchen Sie ja auch nicht so eine dicke Leitung, wo liegt also Ihr Problem? Sie werden ja schließlich nicht dazu gezwungen. Wenn Sie etwas nicht brauchen, dann nutzen Sie es doch einfach nicht. Wenn das andere nutzen, kann Ihnen das ja egal sein.

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