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Soziale Medien: Warum ich nach Terroranschlägen offline gehe
AP

Jeder ist beeinflussbar: Diese Selbsterkenntnis bewegte unseren Kolumnisten zu einer radikalen Entscheidung. Um der Bewältigungsmaschinerie im Netz zu entkommen, übt er sich nach Terroranschlägen in Medienabstinenz.

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Rassek 23.08.2017, 14:21
1. Guter Ansatz

Ich mache das auch so. Es ist gut, daß wir beeinflussbar und damit empathisch sind, nicht aber gleich, sofort und in alle Richtungen.
Manches muss sich erst mal ohne Aussensteuerung setzen. Die Nachricht ist ja schon schlimm genug, ohne Interpretationsgedudel.

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zynik 23.08.2017, 14:35
2. Offline.

Nachdem ich in einem Tweet neulich ungewollt mit Memes von verstümmelten Leichen junger Menschen aus dem Konzertsaal in Paris konfrontiert wurde - natürlich instrumentalisiert von einem rechten Troll inklusive menschenfeindlicher Kommentare - hat sich das Thema unmoderierte Social Media eh für mich erledigt. Da ist zuviel Dreck unterwegs.

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orangeovl 23.08.2017, 14:38
3. Ein schöner Artikel

Ich selbst habe vor ca. 3 Jahren alle meine sozialen Medien aus ziemlich genau diesen Gründen komplett auf Eis gelegt. Auch mit redaktionellen Medien bin ich vorsichtiger geworden. Artikel über Terror alla: Was geschah wann? - Flüchtling wird zum Axtmörder - Wir sind ... lese ich gar nicht mehr erst. Deren Inhalt lässt sich meist auf einen Blick im Titel erfassen und wenn ich das nächste mal die Zeitung öffne oder das Handy anschaue, gibt es schon 30 inhaltlich identisch leere Artikel.

Den einzigen Zweck den ich in dieser Art der Berichterstattung erkennen kann, ist die Alarmbereitschaft in die der Leser versetzt wird. Die eigentlich niemandem dienlich ist, schon gar nicht den Opfern. Nur für die Leute die diese Artikel im gefühlten 30min Takt in die Weiten der diversen Medienlandschaften blasen, scheint die erhöhte Aufmerksamkeit einen Nutzen zu haben.

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tschoe 23.08.2017, 14:41
4. Es gibt noch einen besseren Weg!

Nutzen sie keine üblichen sozialen Medien mehr. Die sozialen Medien und ihre Automatismen (ver)führen leider zu Passivität. Melden sie sich ab. Nutzen sie nur noch Dienste, bei denen sie AKTIV werden müssen, um an Informationen zu kommen. Alles andere ist Pseudo Enthaltsamkeit.

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joerg1305 23.08.2017, 14:42
5. Das ist aber nur Kopf in den Sand stecken

Wenn Sie sich aus den Nachrichten und den sozialen Netzwerken ausklinken machen sie die Tatsachen nicht ungeschehen.

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marzattak 23.08.2017, 14:50
6. Gute Einsichten

ich stimme dem Autor vollumfänglich zu. Allerdings mit dem Hinweis, dass dieses Abschalten nur vorübergehend, sozusagen in der "ersten Hitze" des Ereignisses sinnvoll ist. Für manche(n) besteht ansonsten womöglich die Versuchung, sich mit schlimmen Dingen in der Welt gar nicht mehr auseinander zu setzen. Es gibt ja nicht umsonst den Spruch "Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß". Das wäre dann wiederum Realitätsverleugnung.

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der_seher59 23.08.2017, 14:56
7. Das kann man machen

nur ist es unsagbar dumm.
Menschen, die den Kopf in den Sand stecken, bringen uns als Menschheit nicht unbedingt weiter.
Resignation und cocooning sind eben KEIN Konzept.

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Leser161 23.08.2017, 15:00
8. Kann man machen

Kann man machen. Wobei ich vorschlagen würde die Medien normal weiter zu nutzen und nur die Artikel zum Geschehenen zu ignorieren. Ich für meinen Teil habe keinen Spanienterrorartikel gelesen, dass ändert sich eh noch alles. Es gab da halt Terror. Wo wer wieviele und warum ist meines Erachtens nicht wichtig. Auch die ganzen überhitzten Sofortmaßnahmenvorschläge von Leuten die sich profilieren wollen interessieren mich nicht.

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TLB 23.08.2017, 15:03
9.

Zitat von der_seher59
nur ist es unsagbar dumm. Menschen, die den Kopf in den Sand stecken, bringen uns als Menschheit nicht unbedingt weiter. Resignation und cocooning sind eben KEIN Konzept.
Die Frage ist, wie es die Menscheit weiter bringt, wenn ich in quasi Echtzeit alle Vermutungen, Verleumdungen, Halbwahrheiten und Wahrheiten, die ich wiederum in Echtzeit nicht bewerten kann, über so genannte soziale Medien konsumiere.
Ich würde Lobo sogar empfehlen, die sozialen Medien ganz zu meiden. Man kann trotzdem alle Freunde, Bekannte, Verwandte etc erreichen

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