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Streit um Datenweitergabe und Klarnamenpflicht: Gericht rüffelt Facebook-Voreinstellu
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Darf man Facebook auch mit einem Pseudonym nutzen? Ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Berlin drehte sich auch um diese Frage. Das Urteil wird jedoch nicht das letzte Wort in der Angelegenheit sein.

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ugroeschel 12.02.2018, 13:17
1. Klarnamen

Die Aufhebung der Pflicht seinen Klarnamen zu nennen verstehe ich nicht. Wer bei Facebook oder woanders über mich oder mir etwas postet sollte auch seinen Namen (Vor- und Nachname) nennen.

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hausfeen 12.02.2018, 13:29
2. Natürlich sollte es auch mit Pseudonym gehen.

Facebook will die Klarnamen, weil diese viel wertvoller sind für ihre Goldader aus Adressen. Theoretisch dürfen sie auch Klarnamen verlangen, dann müsste es aber für alle gelten und man müsste ein Post-Ident-Verfahren zur Anmeldung durchführen. Damit würden sie aber über 90% der User verlieren und ihre Vormacht. Da ist eben die Krux.

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J. Ricke 12.02.2018, 13:37
3. Sind Klarnamen denn überhaupt sinnvoll?

Zitat von ugroeschel
Die Aufhebung der Pflicht seinen Klarnamen zu nennen verstehe ich nicht. Wer bei Facebook oder woanders über mich oder mir etwas postet sollte auch seinen Namen (Vor- und Nachname) nennen.
Und Sie sind sich sicher, dass die Pflicht zur Nennung des Klarnamens sicherstellt, dass Peter Lustig, Thomas Meier und Liese Müller auch ganz, ganz ehrlich so heißen? Oder nicht vielleicht ganz anders? Und wenn sie ganz anders heißen, was bringt Ihnen dann der falsche Klarname? Desweitere finde ich es legitim, unter einem anderen Namen zu posten. Der Wunsch, inkognito zu bleiben und trotzdem an öffentlichen Debatten teilzunehmen ist doch nicht verwerflich und manchmal leider auch nötig.

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spon-4dm-kdc0 12.02.2018, 13:41
4. Privater Geheimdienst: Nein Danke

Wer sich bei Facebook anmeldet, muss sich darüber im klaren sein, dass er mit seinem Internetleben dazu beiträgt, dass Facebook ihn nach allen Regeln der Kunst ausforscht. Und wer das nicht will, muss eben bei denen abstinent bleiben. Der Gesetzgeber ist viel zu großzügig im einräumen von Freiheiten bei dieser Daten krake. (Das gleiche gilt natürlich auch fürGoogle)

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ctwalt 12.02.2018, 13:42
5. So langsam verkommt fb doch zum Datenmülleimer

Ich habe absichltlich vor Jahren ein zweites Profil erstellt. Bei meinem Vor und Nachnamen habe ich jeweils zwei Buchstaben weggelasen. Vor einigen Tagen kanm beim Anmeldeversuch die lapidare Meldung. "Profil wurde gelöscht weil es nicht den Vorgaben entsprach". Wenn fb konsequent alle fake-namen Profile löcht, verlieren Sie 70% ihrer Mitglieder.

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ichliebeeuchdochalle 12.02.2018, 13:44
6.

Zitat von ugroeschel
Die Aufhebung der Pflicht seinen Klarnamen zu nennen verstehe ich nicht. Wer bei Facebook oder woanders über mich oder mir etwas postet sollte auch seinen Namen (Vor- und Nachname) nennen.
Ich möchte nicht von Milliarden-schweren Unternehmen verklagt werden, wenn ich die bzw. ihre Produkte kritisiere. Man nennt das "Kaputt-Prozessieren". Sehr viele Finanz- und Versicherungsdrücker haben einen Teil der von Kunden unredlich abgezockten Gelder darauf verwendet, Kritiker mundtot zu prozessieren. Und auch Journalisten eingeschüchtert.

Und ich möchte nicht, daß ein TV-Shopper Facebook darauf ansetzen kann: Klarnamen von Kritikern ... um sie kaputt zu prozessieren ... oder wenn kein Klarname, dann sich auf FB nicht mehr einloggen zu können und damit Kritik zu unterdrücken.

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Phil2302 12.02.2018, 13:46
7. Ich verstehe es nicht

Wer es nutzen will, muss seinen Namen angeben, wer das nicht möchte, kann es eben nicht nutzen. Wo ist das Problem?

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Bernd.Brincken 12.02.2018, 13:47
8. Wichtiges Urteil

Das ist mal ein ganz wichtiges Urteil, vor allem in Bezug auf den Klarnamen-Zwang.
Man kann nur hoffen, dass es in der Folgeinstanz bestätigt wird.
Wer es noch nicht erlebt hat - einige FB-Accounts sind nur noch zugänglich, nachdem man seine "Identität bestätigt" hat - mit Ausweis.
Es geht hier ganz grundsätzlich um das Geschäftsmodell vor allem US-amerikanischer Quasi-Monopol-Konzerne, weltweit Adressen und Profile zusammenzuführen und für eigene Dienste zu nutzen, oder zu verkaufen.
Dahinter steht ein entsprechendes Menschenbild, wonach man aus bisherigem Verhalten auf künftiges (Kauf-) Verhalten schliessen kann, verbunden mit der Strategie, die Menschen entsprechend zu beeinflussen.
Die daraus entstehende (Geschäfts-) Welt läuft in eine völlig falsche Richtung. Das wurde in D und EU erkannt, das ist ein Kerngedanke beim Datenschutz.
Wir bleiben dran.

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Bernd.Brincken 12.02.2018, 13:52
9. Name

Zitat von ugroeschel
Wer bei Facebook oder woanders über mich oder mir etwas postet sollte auch seinen Namen (Vor- und Nachname) nennen.
Andernfalls sie ihn ja einfach nicht zur Freundes-Liste aufnehmen müssen; bzw. in ihren Einstellungen sperren können.
Umgekehrt, wer nur gelegentlich mal bei FB hereinschaut, um dort Inhalte zu lesen - warum soll der seinen Namen nennen müssen?

Manche Initiativen oder Projekte haben ja heute gar keine normale Website außerhalb FB mehr, die sehen FB als Öffentlichkeit. Das ist eine Fehlentwicklung, aber leider real.
Dann muss auch die Möglichkeit bestehen, diese Inhalte anonym zu lesen - das ist das Wesen von 'Öffentlichkeit'.

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