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Technik-Aberglaube: Warum es falsch ist, Computer zu vermenschlichen
20th Century Fox

Computer und Algorithmen sind besser und schlauer als Menschen? Zwei Künstlerinnen halten solche Ansichten für falsch. Sie warnen vor falschen Vorurteilen gegenüber Menschen und Maschinen.

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ahloui 30.12.2017, 10:16
1. Zustimmung!

Frau Dr Ball hat uneingeschränkt Recht.

Gefährlich ist nicht die Technik selbst, sondern einerseits die Menschen, die sie entwickeln und die Menschen, die sie dann benutzen.
Gefährdet sind dagegen diejenigen, die ihrer hörig sind.

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Antidarwinist 30.12.2017, 10:27
2.

"De Valk sieht in der Überhöhung der Technik eine Art neuen Aberglauben, der nahelegt: Je besser die Computer und je größer die untersuchten Datensätze, desto eher lassen sich menschliche Probleme lösen. In de Valks Augen ist das ein Fehler."

Stichwort Klimasimulation.

" werde die Software noch immer gezielt von Menschen geschrieben"

Gilt für neuronale Netzwerke wie in AlphaGo Zero nicht mehr. Da schreibt sich das Programm selber.

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Ringmodulation 30.12.2017, 10:34
3. Wichtige Anliegen schlecht kommuniziert

Ich denke, hinter dem "falschen" Rembrandt steht keine Vorstellung von einem elektronischen Übermenschen, sondern eine an sich simple, aber beeindruckende Demonstration der Einsatzmöglichkeiten von neuronalen Netzen, wenn es darum geht herauszufinden, was für uns Menschen einen typischen Rembrandt ausmacht. Zu bewerten, ob der Computer die für uns entscheidenden strukturellen Merkmale gut ausgewählt hat, obliegt selbstverständlich immer noch uns Menschen. Daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Dem Einwand von Nadja Buttendorf wird der Vertreter rechnergestützter Optimierung vermutlich trocken entgegnen, dass überhaupt nichts dagegen spricht, den oder die Parameter, die für Buttendorf "Veränderung" ausmachen, als zu maximierende Zielgröße einzustellen. Dann verfolgt der Optimierungsalgorithmus eben maximale Veränderung als Ziel. Ich fürchte nur, in den meisten Fällen wird das Ergebnis Buttendorf nicht gefallen, weil die Veränderung zu umfassend ausfällt. Die wirkliche Kunst -- und ja, das ist Kunst -- besteht darin, die Grenzen sauber zu modellieren, innerhalb derer die Veränderung vonstatten gehen soll.

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fahrgast07 30.12.2017, 10:52
4. Endlich sagts jemand!

Das Gerede von "Künstlicher Intelligenz" erinnert an des Kaisers neue Kleider.

Computer sind so inzelligent wie Glühbirnen: sie kennen nur "Strom fließt" oder "fließt nicht". Moderne Supercomputer bestehen eben aus einer phantastilliarde Glühbirnen - das ändert aber nichts am Prinzip.

Computer können also ganz toll rechnen, nachahmen, interpolieren. Aber erfinden und kreieren können sie nicht. Bewusstsein haben sie sowieso nicht.

Kein Wissenschaftler, kein Philosoph kann überhaupt erklären, was Ich-Bewusstsein überhaupt ist (und Kunst entsteht aus dem Bewusstsein). Wenn uns also jemand erklärt, er könne was programmieren, was niemand versteht, dann präsentiert er uns einen nackten Kaiser.

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Daniel Meier 30.12.2017, 10:53
5. Sie hat nichts verstanden

Diese Frau hat den grundlegenden Unterschied zwischen Algorithmen und Neuronalen Netzen nicht verstanden . Der Rest des Artikels besteht aus hohlen und weichen Phrasen, ohne sich festlegen zu müssen. Ganz im Stil derjenigen, die es schaffen sich medienwirksam zu vermarkten ohne anzuecken. Den Autor scheint das ebenfalls nicht zu stören. Traurig, und alles andere als philosophisch. Übrigens, mal ein kleines Beispiel aus der Menschen-Welt: Wer hat denn schon mal an die Eltern von Donald Trump gedacht, als sie über Donald Trump geredet haben? Wer A sagt, muss auch B sagen.

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Antidarwinist 30.12.2017, 11:05
6.

Zitat von Daniel Meier
Wer hat denn schon mal an die Eltern von Donald Trump gedacht, als sie über Donald Trump geredet haben?
Äh... Wer hat denn schon mal an die Eltern von Donald Trump gedacht, als sie (also die Eltern) über Donald Trump geredet haben?

Hm, vielleicht die Eltern?

PS: Finde die geheime Botschaft...

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dasfred 30.12.2017, 11:21
7. Intelligenz hilft, ist aber kein Selbstzweck

So wie menschliche Intelligenz durch das Leben hilft, bedeutet es nicht, das höhere Intelligenz ein erfüllteres Leben garantiert. So genannte künstliche Intelligenz kann hilfreich sein, muss es aber nicht. Es gibt Situationen, da treffen fünf Menschen fünf verschiedene Entscheidungen und keiner weiß zu dem Zeitpunkt, welche die Beste ist. Was wir künstlich entscheiden lassen ist vielleicht auf einer immensen Zahl an Daten basiert, aber wer garantiert, dass diese Daten richtig erfasst und richtig verknüpft sind? Selbstlernende Systeme erklären schon in ihrer Bezeichnung, dass sie nicht perfekt sind, sondern durch zusätzlichen Input plötzlich komplett die Richtung ändern. Werkzeuge sind nun mal nicht für sich gut, sondern für den, der sie zu nutzen weiß.

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andy abel 30.12.2017, 11:55
8. nerdige Überheblichkeit

Zitat von Daniel Meier
Diese Frau hat den grundlegenden Unterschied zwischen Algorithmen und Neuronalen Netzen nicht verstanden . Der Rest des Artikels besteht aus hohlen und weichen Phrasen, ohne sich festlegen zu müssen.
Hallo Herr Meier, Ihre Überheblichkeit ist unangebracht und das Thema zielt auch nicht darauf ab, sich festlegen zu müssen. Auf was auch ?
Ich finde den Artikel sehr nachdenkenswert und vermisse z.b. auch bei SPON oder ZON, das man mal die "Erschöpfer/Gestalter" hinter den Kulissen ans Tageslicht zerrt. Klar, immer feste druff auf die ganzen CEOs aus dem Silicon Valley, aber wer liefert die Ideen, wer setzt sie um, wer tut nichts dagegen ? Menschen. Programmierer und Programmiererinnen, Marketingfachleute, BWL und VWLer ...
Eine mögliche Analogie wäre die (zu Recht) vielgescholtene Waffenindustrie. Welches kranke Ingenieurs Gehirn (vermutlich mit Familie) denkt sich Granaten aus, die einen Meter über dem Boden explodieren um noch perfekter zu töten ? Wo bleibt ihre individuelle Verantwortung hinter dem amorphen Gebilde "Rüstungsindustrie" ?
Und genau das sprechen die beiden Künstlerinnen meiner Meinung nach an. Längst überfällig. Die ehemaligen Auftraggeber der "informellen Mitarbeiter" des Stasi müssen vor Neid, erblassen angesichts der Allmacht der Algorithmen Alchimisten.
Abschließend noch zu Donald Trump. Ihre vermeintlich "lustige" Allegorie ist recht schlicht, wenn Sie sich schon philosophisches denken wünschen.
So oder so: ein gesundes und debattenreiches 2018

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frenchie3 30.12.2017, 12:46
9. Wieder mal der Streit um des Kaisers Bart

Bei neuronalen Netzwerken spricht man von KÜNSTLICHER Intelligenz weil die Nachahmung der "Denkvorgänge" auf dem gleichen Prinzip basiert. Sich jetzt an dieser Bezeichnung hochzuziehen.... warum macht man das dann nicht auch bei künstlichen Armen, künstlichem Darmausgang usw usw? Diese befürchtete Überhöhung des Künstlichen existiert schon seit Jahrtausenden, schon bevor die Kids wegen "toter" Tamagochis aus den Fenstern sprangen. Nennt sich Gott, Allah + Co

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