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Tetris spielen per Gedankenübertragung: Erstmals drei menschliche Gehirne übers Inter
GetDigital

US-Forscher haben den Videospielklassiker Tetris um eine spannende Online-Variante erweitert: Darin drehen mehrere Spieler gemeinsam fallende Klötze - nur Kraft ihrer Gehirnströme.

Knossos 08.10.2018, 23:13
1.

Sehr interessant!

Mich würde nähere Erläuterung interessieren.
Soweit bisher verstanden, würde ich davon ausgehen, daß der Empfänger in diesem Experiment den unteren Teil des Spiels nicht einsehen kann (damit Ergebnisse nicht durch seine Antizipation verfälscht würden).
Richtig?

Zugleich bräuchte er Feedback über Gelingen / Mißlingen gelandeter Würfel (also vielleicht jeweils akustisches Signal?), um erkennen zu können, welcher der sendenden Teilnehmer vertrauenswürdig ist.
Richtig?

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equigen 09.10.2018, 07:12
2. Würden sie nicht von Facebook und „sozialen“ Netzwerken reden

...fände ich es interessant, wenn auch sehr krude in seinem Gesamtkonstrukt (es reicht ja grade mal für einen Lichtblitz, also eigentlich eine Störung des Gehirns). Da sie aber dauernd von Facebook und ähnlich nutzlosen und sinnlosem Zeugs als Anwendung reden gehe ich davon aus, dass es DIESEN Forschern nur um eines geht: Möglichst viele Forschungsgelder aus dieser Richtung zu erhalten.

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SammyDJ 09.10.2018, 10:04
3. Das Cyborg-Prinzip?

Dass die Digitalisierung alles verändern wird ist unverkennbar, aber wir müssen uns langsam die Frage stellen, ob wir das wirklich wollen? Meine 15 jährige Tochter sagt gerade zu mir: „Eigentlich hat die Ethik gar nicht viel mitzubestimmen, eigentlich entscheidet die Forschung eh alles.“
Ohne technikfeindlich zu sein, muss man doch konstatieren, dass wir zivilisatorische Instanzen brauchen, die Technikfolgen abschätzen und mit darüber entscheiden, welche Techniken verfolgt und welche verworfen werden. Vor allem aber muss es dem Individuum die Freiheit bleiben, Technologien zu nutzen oder nicht - ohne existenzielle Einbussen.

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Crom 09.10.2018, 11:09
4.

Jetzt weiß ich auch, warum die Borg einen Kubus als Raumschiff hatten, lag sicher am Tetris spielen. Ansonsten sehr interessante Entwicklung. Vielleicht kann man irgendwann sein Gehirn hochladen und so im Internet ewig leben.

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urmedanwalt 09.10.2018, 13:17
5. Viele Fragen offen

... lässt dieser Artikel. Was soll das mit dem Vertrauen in einen der beiden Sender? Wie erfolgt die Unterscheidung, wie wird gelernt? Wie erkennt man, ob die Entscheidung richtig war? Ich schau mal, ob im Paper mehr steht, aber meist braucht es dazu ein Abo. Mal sehen.

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DerVO 09.10.2018, 14:59
6.

"Gedankenübertragung" scheint mir ein großes Wort für den Versuchsaufbau.

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Knossos 10.10.2018, 08:21
7.

Zitat von DerVO
"Gedankenübertragung" scheint mir ein großes Wort für den Versuchsaufbau.
Klar. Die Frage ist, ob es prinzipiell dahin noch führt.
Meinersich hat in einer Geschichte, die in naher Zukunft spielt, bereits enzephalographische Kommunikation zwischen einer KI-Persönlichkeit und ihrem menschlichen Gefährten am Laufen. Letzterer trägt feine Bügel hinter den Ohren und Ohrstöpsel.

Ich vermute, ein Potential zur Verwirklichung hängt davon ab, in wie fern Assoziation ein verläßlich wiederkehrendes Muster abgibt (exakt gleich wird es wohl nie ausfallen und es käme wohl darauf an, ob und wie gefühltes Beiwerk und abweichendes Routing vom Hauptkontext differenziert werden mag). Bei der Komplexität und extremen Feinheit synaptischen Aufbaus, der noch dazu im Frontlappen (und wie ich vermute, überall im Hirn) je nach Vita recht individuell ausfällt, stehen die Chancen gut, daß der Mensch vor einem Auslesen seines Denkens bewahrt bleibt. Zumindest ohne Assistenz eines analytischen Riesens, wie in besagtem Plot (der sich wiederum nicht vom Menschen einspannen läßt).

Vorstellen kann ich mir als Laie lediglich eine gewisse Präzision bei ausgiebiger Mitwirkung von Probanten sowie fortlaufender Begleitung deren durchlebten zerebralen Wandels, die auf relativ paßgenaue Deutung hinausliefe.

Aber wer weiß. Inzwischen existieren so viele Innovationen, die sich vor gar nicht langer Zeit niemand vorgestellt hätte.

Nur eines läßt sich wohl annehmen: Sollte das Gedankenlesen kommen, dann Gnade der Subversion unter Diktaturen. Sie würde abgemäht wie Frühlingswiese.

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tijo 11.10.2018, 02:24
8. Kohärenz?

Irgendwie muss ich dauernd an Blackout, Hideout und Timeout denken und die Kohärenz... Gruseleffekt. So wie es momentan steht, bleibt jedes Gehirn für sich bestehen. Aber bliebe das auch bei engerer Vernetzung so?

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Knossos 11.10.2018, 18:38
9.

Zitat von tijo
Irgendwie muss ich dauernd an Blackout, Hideout und Timeout denken und die Kohärenz... Gruseleffekt. So wie es momentan steht, bleibt jedes Gehirn für sich bestehen. Aber bliebe das auch bei engerer Vernetzung so?
Vermutlich weniger.
Wenn Sie berücksichtigen, daß Impressionen vom Gedächtnis nicht nach realen und virtuellen (TV, Kino, Belletristik -und wohl auch Videospiel, auch wenn eine Lobby es negiert) Vorkommnissen unterschieden werden (also zu "Erfahrungen" werden, -was ja auch konstruktiv nutzbar ist, wie etwa bei Lernprogrammen, speziellem Verknüpfungstraining oder z.B. reale Fahrkunst verbessernden Racing-Applikationen) dürfte in Vernetzung assoziierte Verknüpfung ebenfalls übernommen werden.
Zwar ist von einem Anteil kritischer Differenzierung auszugehen, aber im Großen und Ganzen dürfte ein Einfluß durch hypothetische Vernetzung wie auch bei jeglicher Assoziation nicht ausbleiben.

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