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Tricks der Spielehersteller: Zocker einfach mal abzocken
Christian Neeb

Viele Entwickler wollen über den Spieleverkauf hinaus Geld verdienen. Ihre Taktiken sind kreativ, aber wenig kundenfreundlich. Bei zwei aktuellen Titel sorgen die Finanzierungsmodelle für Fan-Wut.

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hr.lich-daemlich 24.09.2017, 13:25
30.

Nach vielen Jahren des Spielens habe ich so einige Geschäftsmodelle gesehen, die mir nicht gefallen und wo ich auch kein Geld ausgegeben habe. Ausnahmen sind permanente Accountupgrades, permanente Verbrauchsgegenstände (z.B. unzerbrechliche Sammelwerkzeuge) und Deko.
Die Lootboxen sind meiner Meinung nach aber zurecht im Fokus, denn das ist Glücksspiel. Einerseits ist der Inahltswert zumeist direkt mit den anderen Verkaufsgegenständen korrelierbar. Will heißen, dass man den Inhalt wieder in Geld zurückrechnen kann und wer das schon mal gemacht hat, weiß wie stark die Ergebnisse variieren. Dann gibt es in einigen Spielen interne Marktplätze in denen man Teile dieser Lootboxen (und auch ungeöffnete Lootboxen bei Schlüsselsystemen) in diese Marktplätze zurückführen kann und dann sogar zum Teil gegen Echtgeld wieder verkaufen kann. Das, kombiniert mit einer Technik, die DR (dimnished return, verringerte Rückgabe) heißt, bewirkt das man zum Teil gar Nichts sinnvolles in diesen Lootboxen findet.
DR benötigt zudem auch Transparenz (oftmals ist es nicht offiziell bekannt, das die Technik eingesetzt wird), da die Einflussfaktoren unklar sind. Wenn jetzt Shopeinkäufe Einfluss auf das DR nehmen, dann ist das verstecktes Pay-To-Win. DR-Systeme sollen offiziell verhindern, dass Dauerspieler gegenüber Gelegenheitsspielern zu stark überlegen sind. Allerdings ist das P2W-Spielen unwahrscheinlich, dass es auch wirklich so funktioniert.
Generell enttäuscht mich die Spieleentwicklung. Es macht zwar immer noch Spass mit dem einen oder anderen Spiel in andere Welten abzutauchen, aber die künstlichen Zeitbremsen, P2W und DR bewegen mich auch eher dazu die alten Spiele mal wieder rauszukramen und diese zu spielen (bzw Remakes, die nahe am Original sind).

Und nochmal konkret: Lootboxen sind Glücksspiel und benötigen eine Altersfreigabe. Wegen der Grauzonen, sollte man zum Jugendschutz pauschal alle verbieten und ab mindestens 18 Jahren freigeben.

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larrydavid 24.09.2017, 13:30
31. Selbst schuld

EA verdient alleine bei Madden mit dem Ultimate Team Modus 800 Mio Dollar pro Jahr zusätzlich. Und da kostet das Game an sich schon 70 Sesterzen. Solange die Gamer für solchen Schwachsinn wie den Ultimate Team Modus soviel Kohle ausgeben, solange kann man die Publishern nix vorwerfen.

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Nonvaio01 24.09.2017, 14:43
32. eben

Zitat von larrydavid
EA verdient alleine bei Madden mit dem Ultimate Team Modus 800 Mio Dollar pro Jahr zusätzlich. Und da kostet das Game an sich schon 70 Sesterzen. Solange die Gamer für solchen Schwachsinn wie den Ultimate Team Modus soviel Kohle ausgeben, solange kann man die Publishern nix vorwerfen.
der Kunde bestimmt es. Und wenn die Kunden dafuer geld ausgeben ist es ok.

Ich spiele Ultimate teams nicht, mir gefaellt der modus einfach nicht.

Zahle aber fuer andere spiele gelegentlich.

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frenchie3 24.09.2017, 14:50
33. @28 Kopierschutz muß sein

Gut, ich bin nicht neutral. Meine Tochter hat mit zwei Compagnons eine kleine "Indiespielefabrik". Drei Jahre 6-Tagewoche + Messebesuche, dafür NULL Einkommen. Da freut man sich drauf wenn ein Vollpfosten meint das Spiel müsse gratis (kopiert) sein. Was mich nervt sind Prozeduren wie bei Dampf, DuSpiel oder Ubiweich. Schon bei jeder Registrierung Gigatonnen an Update nur für eine Aktualisierung zur Anmeldung. Aber gut, es dient dem guten Zweck "Abzockerfirmen zu unterstützen". Mal sehen wann der erste Kritiker anbietet drei Jahre für lau zu schaffen - und dann seine Arbeit mit Wonne verschenkt

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quark2@mailinator.com 24.09.2017, 17:38
34.

Zitat von der.tommy
Sie meinen also, ein Anbieter eines Produkts sollte dieses nicht so schützen, dass es von dritten vervielfältigt und ohne Gewinn für den Hersteller verkauft werden kann? Komische Einstellung, denn in letzter Konsequenz bedeutet das nicht anderes, als dass der Hersteller pleite geht und überhaupt kein neues Produkt mehr auf den Markt bringt. Software ist genau so wie jedes andere physische Produkt etwas, das Kosten verursacht und mit dem der Hersteller zum Erhalt des Unternehmens Gewinn machen muss.
Na, Sie legen mir meine Wort da aber nicht richtig aus. Ich habe nichts dagegen, daß Hersteller versuchen, ihre Produkte zu schützen. Aber ich fordere, daß sie dabei einen akzeptablen Rahmen einhalten. Zum Beispiel könnte ich mir ein Brettspiel kaufen und der Hersteller des Brettspiels würde fordern, ständig Zugang zu meiner Wohnung zu haben, dort Kameras und Mikrofone installieren, die immer an sind ... und das alles mit der Begründung, daß er sicherstellen will, daß ich sein Spiel nicht dupliziere. Wäre das akzeptabel ? Nein. Also warum sollen Hersteller von PC-Spielen das Recht haben, das Betriebssystem mit einem Quasi-Rootkit zu unterwandern und am besten noch einen Onlinezugang erfordern ? Ich sehe es einfach nicht ein. Solange die Hersteller einfach an CD-Formatoptionen rumgepfuscht haben, um das Kopieren zu erschweren, war es OK. Die haben damals auch angeboten, abgenutzte Datenträger jederzeit zu ersetzen. Ja, das ist kein sicherer Schutz, aber so ist es eben. Diese Quasi-Stasi auf mein Windows zu laden kommt für mich einfach nicht in die Tüte.

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tizian 24.09.2017, 19:07
35.

Zitat von
Anders als bei vielen klassischen In-App-Käufen auf dem Handy, wo man Konkretes zu einem konkreten Preis bekommt,
Wenn überhaupt weiß man bei Handy-Apps, wieviel In-Game-Währung man bekommt, für die man sich dann die entsprechenden Lootchancen kaufen kann. Die meisten Handy-Apps sind im Gegenteil viel schlimmer als das, was hier in diesem Artikel steht, da stecken Leute den Gegenwert von besseren Autos in solche Spiele. Und was die Transparenz angeht, die unsere Verbraucherzentrale einfordert, sei angemerkt, dass China (!) gesetzlich vorgeschrieben hat, dass die Wahrscheinlichkeiten in solchen Spielen offengelegt werden müssen.

Dass jetzt die Festpreis Spiele diese Modelle einführen ist eine komplette Katastrophe und es muss irgendwie gegengesteuert werden.

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Dark Agenda 25.09.2017, 08:17
36.

Booster sind wie ein Cheat. Wer es braucht, bitte schön. Im Singleplayer habe ich da kein Problem auch nicht mit dem +5% XP -Preorder-Crap-Item. Im Multiplyer habe ich da kein Verständnis, da fehlt die Fairness.

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mixow 01.10.2017, 22:06
37. jeder ist selbst in der Pflicht

Das System der Zusatzinhalte ist im Laufe der Zeit wirklich unverschämt geworden. Aber jeder, der da mitmacht ist selber Schuld. Als in GTA die Mods verboten wurden, ist die gesamte Fangemeinde Sturm gelaufen, innerhalb von 2 Wochen machte der Hersteller einen (zugegeben nicht vollständigen) Rückzug. Aber wenn ich sehe, dass neue Skins bei mehr als 50% der Spielern noch am Release-Tag zu sehen sind, dann ist die Bereitschaft der Spieler hier Extrageld auszugeben offenbar groß. So werden es auch die Entwickler sehen und rücken daher nicht vom Prinzip ab. Ebenso, wenn fleißig vorbestellt wird, weil man einen Boni versprochen bekommt. Macht es nicht mehr, kauft euch Spiele nur noch eine Woche nach Release, kauf keine Mikroinhalte und der Markt wird sicher wieder regulieren. Scheut euch zudem nicht, den Entwicklern eure (konstruktive und grammatikalisch halbwegs richtige) Meinung zu schreiben und erzieht sie euch so. Kauft weiter alles sofort am 1. Tag und der Ärger wird weiter gehen.

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Naibaf 08.10.2017, 22:15
38. Entwicklungskosten enorm.

Fairerweise muss man sagen, dass die Entwicklungs- und marketingkosten für ein AAA Titel wie witcher 3 o.ä. enorm sind und Risikoinvestment darstellt. Ich bin selbst in der Softwareplanung tätig und habe größten Respekt vor solch komplexen Spielen - die zum Teil drei stelligen Millionen Entwicklungskosten müssen irgendwie wieder rein kommen.

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felix_herfort 09.10.2017, 20:33
39. Glücksspiel?

Ich würde mich auch eher daran stören, dass es zum einen ein Mehrspielermodus und PVP wettbewerb ist, (und nicht nur bei destiny, auch bei Shadow of morder oder dem neuen battlefront) in dem es Gameplayvorteile gegen Geld gibt.
Man zwar sagt, dass diese Inhalte auch erspielbar sind, die aber (je nach Aufbau)dann aber Tage an Spielzeit für ein Upgrade bedeuten. Man möchte den Spieler also dazu bringen, Echtgeld einzusetzen, für eine theoretische Chance auf einen Spielvorteil per Lootbox.
Die lootboxmechanik ist dann auch noch bei Automatenspielen abgeschaut (siehe Artikel bei pcgamer.com über Lootboxen, Glcksspiel und co) und wenn wir dann noch schauen, dass es eben um Spiele geht, die sich an ein Minderjähriges Publikum richten, so stellt sich wirklich neben dem Pay2win die Frage, ob es nicht gesetzwidrig ist.

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