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Trump und Nordkorea: Wie gefährlich ist die Trumprealität?
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In seiner Kolumne "Mensch-Maschine" analysierte Sascha Lobo die Rhetorik von Donald Trump gegenüber Nordkorea. In einer neuen Folge seines Podcasts antwortet er seinen Kritikern.

Landkaertchen 11.08.2017, 20:26
1. Prima!

Sascha Lobos geplante (artikulierte) Tendenz, mehr Nachdenklichkeit in die Problematiken zu bringen, wo (u.a.) auch er zu schnell in festen Meinungsbildern landen könnte, ist eine gute Idee. Das ist etwas, was auf SPON nahezu komplett fehlt, einzelne Kolumnen einiger Kolumnisten hin und wieder ausgenommen.

So komplett neben der Realität, wie wir Leben und die Welt verstehen ist nicht Kim. Nur Trump. In einem anderen Artikel heuite hieß es, dass unklar wäre, was Kim will. Das ist quatsch. Da Kim ja keine Exportschlager entwickeln kann, die Geld ins Land briongen, nutzt er die entgegengesetze Möglichkeit: Er produziert im Land (Raketen und Atomwaffen), mit denen er dann in "Abrüstungsverhandlungen" monetäre oder anders unterstützdenmde Zugeständnisse aushandeln kann. Und er weiß, dass er wenig Risiko eingeht: Ohne für ihn positiv augehende Verhandlungen geht es nicht Berg auf und damit ist seine Position auf Dauer gefährdet. Und wenn die Zugeständnisse über Verhandlungen in einem Atomkrieg enden, geht er genau so drauf. Der hat einfach wenig zu verlieren. Trum hingegen will in die Menschheitsgeschichte eingehen. Wird er auch, egal was passiert. Aber im Gegensatz zu seiner Realität steht das Ergebnis nun leider schon ziemlich fest: Als der, der ohne Not Atombomben werfen lassen wird. Denn was hätte er sonst noch für Ziele im Leben, die GRÖßER wären als dies?

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nach-mir-die-springflut 12.08.2017, 10:51
2. Teufelchen und Engelchen

Trump scheint eine Mischung aus Bewegung und Marionette zu sein. Marionette des Kapitals und des Rüstungskomplexes, Bewegung eine, die man als "konstruktiver Nationalismus" betiteln kann. Der Politiker als der von Kapital und Rüstung Installierte, die Wahl der Zirkus, der Demokratie vorgaukelt, tatsächlich stecken Plutokratie und Oligarchie dahinter. Hier besteht ein Widerspruch in den Dingen, und Trump personifiziert diesen Widerspruch immer mehr. Angelegt war er von Beginn an (seines Wahlkampfes). Der Widerspruch macht sich auch in seiner Rhetorik bemerkbar, die eine Seite, die der Bewegung, ist episch, die andere Seite, die der Marionette, ist einfältig und spröde. Ist er der eine, redet er frei, ist er der andere, liest er vom Blatt ab. Glaubwürdigkeit hatte er sich mit der Seite der Bewegung gesammelt. Dort traf er den Nerv der Zeit und erkannte, ob des oft Spekulativen, richtig. Die Marionette macht in Art und Weise nur weiter wie die vor ihm. Trump nicht unbedingt Doppelnatur, aber in Doppelfunktion. Kriegsgeschrei bringt Aufträge für die Waffenindustrie. Die Waffenindustrie in den USA wiederum ist ein volkswirtschaftlicher Faktor, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Wo sich der Widerspruch nicht einen lässt, ist im Dollar und Petrodollar. Unvereinbar heute sind Nationalismus, sei er auch als Gegenbewegung zum zur Globalisierung kontraktiv, und Globalisierung. Gleichzeitig funktioniert weder das eine noch das andere. Was aus dem scheinbaren Richtungsstreit eine Illusion macht, ein Therapie-Geschrei. Es fehlt - schlicht - der Emulgator, der beides, damit auch die Vorteile von dem einen wie dem anderen, verbindet.

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