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Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: EU-Parlament stimmt für Feenstaub
REUTERS

Die Mehrheit der EU-Abgeordneten hat mit ihrer Zustimmung zur Urheberrechtsreform bewiesen, dass sie das Internet nicht versteht - und an magische Lösungen für technische Probleme glaubt.

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Neophyte 12.09.2018, 19:05
10. Wenn neue Trends oder Technologien populär werden und alle nutzen

passiert immer das selbe. Erst herrscht eine totale Freiheit und ein gewisser Grad von Anarchie und dann wird der Trend nach und nach totreguliert, also von einem Extrem in das nächste. Die Menschen tun sich wahrlich schwer mit der goldenen Mitte. Dabei tut sich besonders Deutschland hervor, da finden die Menschen anscheinend erst Schlaf, wenn auch die letzte Unklarheit durchreguliert wurde..

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Kappi 12.09.2018, 19:06
11.

Endlich passiert mal etwas gegen die ständige Selbstbedienung der Grosskonzerne. Die verdienen Milliarden mit dem Content den wir Freischaffenden produzieren. Sie verteilen kostenlos unsere Werke und kassieren dafür Werbeeinnahmen und Userprofile die Sie dann weiterverscherbeln. If its free, you are the product. (Tim Cook). Die grossen Musiklabel sind an Spotify als Anteilseigner beteiligt. Die Gewinne teilen sie nicht mit den Künstlern, jene werden nach alten Schlüsseln aus der Steinzeit abgefertigt. Wer für Musik nicht bezahlen will, kann sich ja selber was singen und klatschen.

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Sportzigarette 12.09.2018, 19:10
12. zu 1) und 2)

Gibts noch Subtanz und Alternativvorschläge oder fühlen Sie sich besser, wenn Sie mal eben wieder pauschal alle Politiker und Abgeordneten runter machen? Mein Vorschlag: Gehen Sie in eine Partei, suchen Sie Mehrheiten für Ihre Positionen und lassen sich dann mal für die nächste EU oder BT Wahl aufstellen. Ich wäre gespannt, wieviel Wähler Sie mit Ihrer Fachkompetenz und Ihrem diplomatischem Geschick so hinter sich bekommen. Mich sicher nicht!:-)

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TS_Alien 12.09.2018, 19:11
13.

Die Lösung ist gar nicht so schwierig. Uploads dürfen nur von Menschen gemacht werden, die sich beim Betreiber mit Identitätsnachweis angemeldet haben. Der Betreiber muss die Inhalte prüfen, soweit dies möglich ist. Hat sich der Betreiber nichts zuschulden kommen lassen, etwa weil die Prüfung nicht so schnell erfolgen konnte, haftet alleine der Uploader für die Inhalte. Ansonsten haften beide, der Uploader natürlich mehr.

Auch wenn dadurch die Upload-Zahlen einbrechen würden, wäre das nicht schlimm. Denn die allermeisten Uploads sind entbehrlich.

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asims 12.09.2018, 19:19
14. @1+2

Sie haben vollkommen Recht. 80 - 90 % der Bevölkerung scheint die Technik des Internets nicht zu verstehen.
Das sieht man auch in den Parlamenten der EU. Es interessiert diese Menschen auch nicht. Sie haben ihre Wasserträger um an die notwendigen Informationen zu kommen. Das kann sich der normale Hutbürger nicht erlauben. Weil die "Schere" seit Jahren auseinander driftet werden wir in 10 Jahren die Wissenden und die Unwissenden haben. Die Unwissenden werden die Wissenden ernähren und selbst am Existenzminimum vegetieren. Mit dieser Politik weltweit werden eines Tage die Demokraten sich die Augen reiben und fragen "Wie konnte das geschehen?!"
Gute Nacht Europa, hier sind die die Anfänge.
Brot und Spiele kennen wir ja auch aus der Antike!
Nichts für ungut.
asims

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gatsue 12.09.2018, 19:26
15. Lieber Herr Beuth

schön, dass Sie beweisen, dass Sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Zum Einen steht nirgends etwas von "uploadfiltern" und zum Anderen informieren Sie sich doch mal, wie youtube das bereits mit den Fingerprints regelt. Also das ist alles nichts substantiell Neues aber scheinbar gibt es auch in der Journaille - allen voran die die Speerspitze Sascha Lobo - die etwas dagegen haben, dass die Urheber fair bezahlt werden. Diebstahl ist ja salongfähig geworden. Wie dem auch sei: Gott sei Dank gibt es auf EU - Ebene noch intelligente Menschen und die ganzen Apologeten des Untergangs können jetzt eine Weile jammern gehen und das "Waldsterben" besingen um hinterher festzustellen, dass sie - wieder einmal - Unrecht hatten. Hauptsache das Blättchen wird voll (und die Autoren werden ausnahmsweise einmal dafür entlohnt!!).

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wick.eurocon 12.09.2018, 19:28
16. EU Parlament stimmt für Feenstaib

Wie kann ein Verein wie das EU Parlament über ein solches weitreichendes Thema abstimmen ohne ein detailliertes Wissen über
den technischen Wandel des Internets und deren Folgen. Die bietenden Möglichkeiten des Internets, die Innovation, Kultur .
Expertengruppen sollten hier die Vorarbeit
leisten und das Parlament entsprechend informieren vor jeder Abstimmung.

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dennis_ziesecke 12.09.2018, 19:32
17.

Zitat von Kappi
Endlich passiert mal etwas gegen die ständige Selbstbedienung der Grosskonzerne. Die verdienen Milliarden mit dem Content den wir Freischaffenden produzieren. Sie verteilen kostenlos unsere Werke und kassieren dafür Werbeeinnahmen und Userprofile die Sie dann weiterverscherbeln. If its free, you are the product. (Tim Cook). Die grossen Musiklabel sind an Spotify als Anteilseigner beteiligt. Die Gewinne teilen sie nicht mit den Künstlern, jene werden nach alten Schlüsseln aus der Steinzeit abgefertigt. Wer für Musik nicht bezahlen will, kann sich ja selber was singen und klatschen.
Ich bezweifle, dass sie selbst Inhalte fürs Netz erschaffen, die ihnen von den bösen Großkonzernen "geraubt" werden könnten. Warum ich das bezweifle? Weil ich als Autor und Medienschaffender selbst betroffen bin und die EU-Abstimmung heute absolut unverständlich finde. Uns Medienschaffenden wird das LSR exakt keinen Cent mehr bringen.

Wenn sie aber natürlich eine Führungsposition beim Springerverlag haben oder dafür bezahlt werden hier Unfug zu schreiben, ja dann sehe das schon wieder ganz anders aus. In ihren Augen zumindest, in denen aller anderen hoffentlich immer noch nicht. Wer meint, die Verlage beteiligen ihre Autoren auch nur mit einem Cent an den Mehreinnahmen (so es denn welche gibt, das Handelsblatt hat mal ausgerechnet, dass ausschließlich Springer davon nennenswert profitiert), hat den Schuss nicht gehört oder selbst eben keine Erfahrung.. Haben sie in der Vergangenheit nicht, werden sie auch in Zukunft nicht. Abseits von Springer bleibt den Verlagen auch gar kein zusätzliches Geld, was sie verteilen könnten.

Was wird passieren? Google wird Google News schließen. Für alle. Was für kleine Verlage und freischaffende Autoren extrem schlecht ist. Für die großen übrigens auch aber so weit denken die ja offenbar, ebenso wie sie übrigens, nicht.

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Fischerman_BX 12.09.2018, 19:36
18. Nordkorea?

Die schränken Ihr Internet auch ein, oder? OK, zugegeben, das war überzogen. Aber bildlich...

Sarkastisch gesagt: Die EU hat gerade die Einführung einer megaschnellen KI mit einer ungeheuren Enzyklopädie im Hintergrund beschlossen. Diese KI muss natürlich wissen, wann welche Verwendungsrechte weitergegeben wurden. Ich denke da mal an Coverbands und gekaufte Stockfotos.

Ich bin auch nach wie vor der Überzeugung, dass sich jegliches Parlament im Grunde intensiv mit den Hintergründen und Auswirkungen einer Gesetzgebung beschäftigt, auch wenn ich das Gefühl habe, dass das weniger wird oder politisches Kalkül mittlerweile wichtiger wird.. Aber hier muss das wohl gänzlich ausgefallen sein. War wohl zu kompliziert. Oder man hatte Verne- oder Asimov-Romane im Vorfeld verteilt. Ich frag mal Perry Rhodan, wie man das lösen könnte.

Ernsthaft, diesen Uploadfilter hat es auch bei Printmedien nie gegeben. Ich kann mich selbst dran erinnern, wie ich vor etlichen Jahren ganz überraschend in einem sehr großen deutschen Wochenmagazin (welches ich hier lieber nicht nenne, sonst wird der Kommentar nicht freigeschaltet *hüstel*) mein Foto wiederfand. Da war wohl eine Bildredakteurin wohl etwas unter Zeitdruck... Aber das muss dann eben geregelt werden und es wurde schnell und unkompliziert geregelt.

Ich denke, das würden nur finanzstarke Internetunternehmen überstehen. Private und gemeinnützige Plattformanbieter wie Wikipedia oder auch Special-Interest-Projekte können sich das wohl nicht leisten. Schade drum, noch weniger Vielfalt.

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Nania 12.09.2018, 19:37
19.

Zitat von TS_Alien
Die Lösung ist gar nicht so schwierig. Uploads dürfen nur von Menschen gemacht werden, die sich beim Betreiber mit Identitätsnachweis angemeldet haben. Der Betreiber muss die Inhalte prüfen, soweit dies möglich ist. Hat sich der Betreiber nichts zuschulden kommen lassen, etwa weil die Prüfung nicht so schnell erfolgen konnte, haftet alleine der Uploader für die Inhalte. Ansonsten haften beide, der Uploader natürlich mehr. Auch wenn dadurch die Upload-Zahlen einbrechen würden, wäre das nicht schlimm. Denn die allermeisten Uploads sind entbehrlich.
Damit sorgen Sie für zwei Dinge:

1. Das offene Internet wird ein vollständig überwachter Raum, in dem jeder und jede jederzeit zu einem Objekt der Begehrlichkeit von Unternehmen und/oder Staaten werden kann. Whistleblowing wird unmöglich, der anonyme Gedankenaustausch, der - im Negativen wie auch im Positiven - das Netz prägt, geht zu Grunde. Damit ändern Sie innerhalb Europas die komplette Struktur des freien Internets.

2. Menschen werden sich vor einem Upload immer fragen müssen, ob sie nicht doch eine Urheberrechtsverletzung begehen. Wie im Text schon gesagt: Das leise spielende Lied im Hintergrund oder meinetwegen das moderne Kunstwerk an der Wand. Es ist ein bisschen wie mit der DSGVO: gut gemeint, aber alles in allem schlecht gemacht und am Bedarf vorbei. Im Zweifel sind es nämlich die Otto-Normal-User, die in juristische Fallen tappen.

3. Das Internet verschiebt sich in Richtung Dark Net. Anonymisierungsdienste werden auch für den normalen Nutzer attraktiver, da man dort dann wieder anonym agieren kann.

Alles in Allem wird das Ergebnis der aktuellen Politik völlig über das Ziel hinausschießen und bei den meisten Nutzern des Internets, die dieses völlig legal benutzen und auch keinen Künstler über das Ohr hauen wollen, nicht besonders gut ankommen. Damit hat sich die EU leider ein Ei gelegt.

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