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Verfassungsschutz: Der heimliche Rechtswunsch des Herrn Maaßen
DPA

Ein Teil der deutschen Bevölkerung sympathisiert mit Rechts, vielleicht sogar der Verfassungsschutzchef. Das würde sein Gebaren erklären - auch dann, wenn er die AfD selbst nicht wählt.

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österreichischeschule 12.09.2018, 16:12
10. Demokratien haben Linke und Rechte

"Alle Grundrechte für alle, das muss von allen akzeptiert werden, von Deutschen, von AfDlern, von Einwanderern aller Religionen, Herkünfte und Generationen, von CSU-Innenministern und sogar vom Verfassungsschutz. Und genau dafür ist der heimliche Rechtswunsch eines der größten Hindernisse. Maaßen muss weg."
Herr Lobo, sie haben hier etwas vergessen: auch von Ihnen muss es akzeptiert werden, das einige Menschen ihre politische Heimat Rechts der Mitte haben. Dies ist genausowenig verwerflich wie Ihre Orientierung Links der Mitte. Der Begriff "Rechts" wurde über Jahre hinweg geschickt mit dem Begriff Nazi verkoppelt, so dass jeder Rechte nun also tendenziell im Verdacht steht ein Nazi zu sein. Das stimmt ebensowenig wie das jeder Linke mit Steinen wirft, Autos anzündet und Polizisten klatschen möchte. Auch wünscht sich der gemeine Rechte nicht das dritte Reich zurück und hat auch nichts gegen Meinungsvielfalt. Er hat nur ggf. andere Wertvorstellungen als ein Punker und findet es toll monogam mit zwei Kindern im Reihenhaus und Strebergarten zu wohnen.
Das Staatsorgane, die mit der Sicherheit zu tun haben (Verfassungsschutz, Polizei Bundeswehr), sicherlich tendenziell eher Menschen anziehen, die eine Rechte Gesinnung haben (keine Nazis), ergibt sich - glaube ich - aus der Sache und ist jetzt auch nicht sofort verdächtig oder falsch. Ein "Rechtswunsch", wie Sie es schreiben, ist nicht per se verwerflich sondern in einer Demokratie absolut ligitim - warum dies die Grundrechte anderer einschränken erschließt sich mir nicht - ebensowenig die Causalkette "Maaßen muss weg." Wenn wir jeden Staatsbeamten feuern würden, der Unsinn redet, dann gute Nacht.

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David Dennison 12.09.2018, 16:13
11. Vertauschte Rollen!

Ersetzen sie einmal Merkel durch Trump und Maassen durch einen amerikanischen Geheimdienstchef. Schon würde dieser Geheimdienstchef von den Medien bejubelt und nicht zum Rücktritt aufgefordert.

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stefan7777 12.09.2018, 16:14
12. Die brtaune Soße muß weg!

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie solch wichtige Posten wie der Posten des Verfassungsschutzpräsidenten mit einem weiteren Rechtsaußen besetzt sein darf. Welche Glaubwürdigkeit soll dieses Typ denn darstellen. Geschichtlich ist der Verfassungsschutz eh stark belastet und dann noch einen solchen Typen? Ich fürchte die Gerüchte und die Handlungen in der Realität (NSU), die ja alle auf das rechte blinde Auge verweisen, sind mindestens wahr. Da sich Maaßen so unverblümt aus der Deckung wagt, mehrfach, aktuell ist ja nicht das erste mal, vermute ich dahinter einen noch viel tieferen braunen Sumpf, als wir derzeit zu sehen bekommen.

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ch.weichberger 12.09.2018, 16:18
13. Being der bestellung dieser posten

Ist erforderlich das der kandidat sich oeffentlich
In anhoerungen erklaeren muss ..und auch
Das bisherige leben und tun vorzustellen ist...um zu wissen MIT was fuer einer person diese wichtigen posten besetzt werden...
Das fehlt hier vollstaendig

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Anandamid 12.09.2018, 16:21
14. Befangenheit und mangelnde Professionalitaet

Insgesamt ergibt sich ein recht schaebiges Bild.

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im_ernst_56 12.09.2018, 16:22
15.

Zitat von pleromax
Dafür gibt es - schon seit langem - einen Begriff: Kryptofaschismus.
Einspruch. Das, was Herr Lobo zutreffend beschreibt, ist gerade kein Kryptofaschismus.

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spon_4_me 12.09.2018, 16:22
16. Augenmaß?

Ich lese gerne Ihre Kolumne zu digitalen Themen, weil ich Ihre Kennerschaft zu schätzen weiß. Hier aber stoßen Sie, verehrter Herr Lobo, für meine Begriffe allzu enthusiastisch in das beim SPON gegenwärtig verfügbare Horn. Die Einsicht, dass "ein Teil der deutschen Bevölkerung mit rechts sympathisiert" - nun gut, das stimmt, gewinnt aber nicht gerade Preise für Originalität. Man könnte als Publizist sich mit der Frage beschäftigen, was denn an diesem sogenannten "Rechts" akzeptable und legitime Äußerung gesellschaftlicher Gedanken sind und was bereits zum Nicht-mehr-Sagbaren gehört. Diese Unterscheidung trefft Ihr bei SPON nicht, vielleicht weil sie allerlei interne Differenzen offenlegen würde, die das pauschale "rechts = schlimm" noch leidlich verdeckt. Geschenkt. Sie im Besonderen und SPON im Allgemeinen sind natürlich zu Ihrer Einschätzung der Lage in unserem Land berechtigt, ebenso wie zur Beurteilung des Herr Maaßen oder zu der Forderung, er "müsse weg". Aber ich finde, man muss auch die Frage stellen: Und dann? Was würde sich bessern? Glauben Sie, die von Ihnen in Behörden und Medien als "rechts" identifizierten Kräfte würde davon bekehrt? SPON und Spiegel könnten sich brüsten, den Skalp von Herr Maaßen (und bald vielleicht Seehofer und Kretschmer) am Gürtel zu haben. Aber jenseits der Befriedigung nachvollziehbarer narzistischer Bedürfe von Journalisten, was hat sich damit strukturell geändert? Ich würde erwarten, dass die Debatte jedenfalls nicht offener und ergebnistoleranter geführt werden wird, sondern sich in den kommunikativen Untergrund verlagert und in Foren, in denen dann nur noch eines der Lager die Deutungshoheit hat. Ich habe die Polarisierung der Diskussion sowohl in Großbritannien als auch in den U.S.A. über einen längeren Zeitraum beobachten dürfen / müssen. Glauben Sie mir, Brexit und Trump sind nicht von Himmel gefallen, sie waren und sind Symptome einer gesellschaftlichen Entwicklung des Aufeinandereinredens, die ich mit dem Verlust der Fähigkeit zur Allparteilichkeit beschreiben würde. Auch der mächtige Baum des Populismus, der unser Dasein heute verschattet, wuchs aus einem kleinen Samenkorn. Ich will Euch nicht verdenken, dass Ihr bei SPON den wackeren Kampf gegen Rechts kämpfen wollt; aber denkt doch bitte gelegentlich daran, wie man nicht nur eine Schlacht, sondern den ganzen Krieg gewinnen kann.

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dasfred 12.09.2018, 16:24
17. Ein großes Lob für Lobo

Sie haben heute ausgewogen wie selten Ihren Standpunkt dargelegt. Unübertroffen ihr letzter Absatz, nachdem jeder nach seiner Facon seelig werden, sich aber alle an die gleichen Regeln und Werte zu halten haben. Ich las in letzter Zeit so viel von Spaltung der Gesellschaft, aber bei näherer Betrachtung handelt es sich immer nur um Gruppen, die sich aus dem gemeinsamen Konsens ausklinken und ihr eigenes Ding zu Lasten aller durchziehen wollen. Wer sich einbringt, kann auch zur Modernisierung beitragen, wer nur destruktiv durch die Straßen blökt, hat die Gesellschaft schon aufgegeben.

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ch.weichberger 12.09.2018, 16:24
18. Jeder deutsche

Hat angesichts unserer geschichte die moralische verpflichtung ein antifascist zu sein

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tobitibot 12.09.2018, 16:25
19. Viele Beispiele, aber keine klare Aussage

Sehr geehrter Herr Lobo,
diese Kolumne liest sich leider so, also ob sie aus Ihren alten Kolumnen zusammengesetzt worden wäre.
Jedes Thema, das Sie mit Ihren Beispielen anreißen - die Piratenpartei heute, die Leitkulturdebatte, Antisemitismus unter Migranten, und die unhaltbare Aussage Herrn Maaßens, - gäbe genug Stoff für einen eigenen Text. Ich verstehe Ihre These, kann aber Ihre Beweisführung nicht nachvollziehen. Worin liegen denn die Gründe für einen heimlichen Rechtswunsch der Deutschen? Und ist dieser nicht jetzt, wo die AFD im Bundestag und vielen Landtagen sitzt, schon in Erfüllung gegangen? Ich habe mich beim Lesen an die Schweigespirale erinnert gefühlt; allein, bei der Lautstärke, mit der rechter Hass allein in den letzten zwei Wochen auf die Staßen getragen wurde, kann davon wohl nicht die Rede sein.

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