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Verkannte Gamer?

Werden Video- und Computerspieler in Deutschland diskriminiert? Ist es Zeit, das Bild vom verklemmten Teenie-Zocker zu revidieren?

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FjodorM 19.10.2006, 16:38
1.

Zitat von Sysop
Ist es Zeit, das Bild vom verklemmten Teenie-Zocker zu revidieren?
Definitiv.

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DJ Doena 19.10.2006, 16:55
2.

Zitat von sysop
Werden Video- und Computerspieler in Deutschland diskriminiert?
Nicht doch!

Wir Zocker sind doch eh alles Raubkopierer (nach Ansicht der GVU) oder Amokläufer (nach Ansicht der Politiker).

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Just|Me 19.10.2006, 17:09
3.

Zitat von DJ Doena
Nicht doch! Wir Zocker sind doch eh alles Raubkopierer (nach Ansicht der GVU) oder Amokläufer (nach Ansicht der Politiker).
Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können :)

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thinktwice 19.10.2006, 17:27
4. Ja, ja, mit Blinden über Farben reden...

Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit Amok zu laufen ist nach der Lektüre
eines Luhmann-Buches (oder des SPON-Forums) 25 mal so hoch wie nach einer Counterstrike-LAN-Party. :)

Allerdings war ich noch nicht auf einer LAN-Party, aber Beckstein ja auch nicht.

gruss
t2

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casneo 19.10.2006, 17:34
5. Verkannte Geister..

Um meiner Argumentation vorab schon einmal Hand und Fuss zu verschaffen, "oute" ich mich hiermit ersteinmal als "Gamer". Ich spiele seit bestimmt 9 Jahren hobbymaessig & semiprofessionell Computerspiele (online). Ich persoenlich fuehle mich nicht diskriminiert von den Medien, der Gesellschaft, der Politik, meinen Mitmenschen usw..

Was ich aber mit Sicherheit festhalten und bestaetigen moechte ist, dass man "Gamer" zu gegebener, sagen wir auch einmal benoetigter Zeit Medienwirksam instrumentalisiert.
Sei es aus dem Grund Kapital zu erwirtschaften, wenn nach den leider vorgekommenen tragischen Ereignissen von Amoklauefern in der nicht allzu fernen Vergangenheit 24 Stunden in Nachrichten ueber "uns" berichtet und hergezogen wurde, oder sei es aus dem Grund einen schuldigen fuer solche Ereignisse zu suchen und einfachheitshalber kein anderer zu greifen war wie z.B. verfehlte Erziehung durch Eltern, Schulen, Gesellschaft usw..Ich moechte aber hier nicht vom Thema abkommen.

Das Problem ist, dass die "Gamer" respektive "Zocker" die in die Oeffentlichkeit ruecken leider Gottes dem schon in den Koepfen der Menschen existierenden Klischee vollkommen gerecht werden, wahrscheinlich nicht unbeabsichtigt durch die Medien. Damit meine ich den bleichen (da kein Sonnenlicht bei heruntergelassenen Jalousinen), leicht unterernaehrten (da durch's gamen vergessenen Hunger), ungesunden (da nur Pizzaservice und Cola) und leicht untergebildeten und isolierten (da PC, Console der beste Freund).... Dieses Bild wird durch die Medien einfach gerne mal hergenommen um ueber diese "Computerfreaks" zu berichten und da kommt es natuerlich viel besser einen solchen oben genannten Typen vor die Kamera zu setzen als einen Stinknormalen, wie z.B. mich. Ich bin knappe 30, bin seit 14 Jahren berufstaetig, habe in 5 verschiedenen Laendern gearbeitet, 3 Kontinente, bin erfolgreich, nicht bleich, gebildet, habe Perspektiven, Ziele und erreichbare Visionen und ich denke nicht das ich der einzige bin.

Ich moechte auch anmerken, dass nicht jeder, und ich wuerde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen um zu sagen, wenige mehr als 2-3 Stunden taeglich vor dem Pc oder der Console anzutreffen sind. Ob das problematisch ist wage ich zu bezweifeln. Denn ob "wir" vor dem PC oder Fernseher unsere Zeit "unproduktiv" totschlagen bleibt das gleiche. Die meisten gamer sind, um es simple auszuduecken, einfach Technik interessierte Personen und wuerden somit die Natur oder ein Buch nicht zwingend einem Bildschirm vorziehen. Wie gesagt, ist nur mal so eine These die ich in den Raum stellen moechte.

Gruesse aus London

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Pinarello 19.10.2006, 17:51
6.

Zitat von sysop
Werden Video- und Computerspieler in Deutschland diskriminiert? Ist es Zeit, das Bild vom verklemmten Teenie-Zocker zu revidieren?
Absolut nicht, die PISA-Stidie spricht ja wohl eine eindeutige Sprache,

in der Realität ist es eher noch schlimmer.

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Muffin Man 19.10.2006, 18:51
7.

@ casneo: Für Ihren objektiven Beitrag 1x "grün"

Die Öffentlichkeit macht sich ein falsches Bild vom Bildschirmspiel - und vom Spieler.
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, daß ein kausaler Zusammenhang zwischen Gewaltdarstellung auf dem Bildschirm und dem Verhalten des Zuschauers NICHT eindeutig nachgewiesen werden kann.

Aus eigener Erfahrung via Gesprächen mit Viel-Spielern weiß ich allerdings, daß jene sich in eine Art Opferrolle gedrängt sehen.

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Muffin Man 19.10.2006, 19:03
8.

Wenn das Bild, das - meist anläßlich des Tatendrangs von Politikern, weitere Verbote auszusprechen - die Öffentlichkeit vom Bildschirmspiel und den Spielern hat, liegt es einerseits an den Medien, die hier bestimmte Bilder vorgeben, andererseits aber auch an der fehlenden Medienkompetenz von Otto Normalbürger, der es nicht einmal fertigbringt, sich zusätzlich zu seiner Tageszeitung auch nur 1x aus Neugier eine PC-Games oder PlayPlaystation dazuzukaufen...

Abhilfe: Böte nur das Fernsehen... WENN zur Hauptsendezeit ein 45-Minuten-Feature über die Arbeit der BPJM ausgestrahlt würde (die Zuschauerquote fiele da allerdings wohl auf 1%, optimistisch geschötzt...)
- natürlich könnte auch ein TATORT mit einer LAN-Party beginnen. Wobei einer der Spieler dann OPFER eines computerhassenden Gewehrschützen wird...
Mehr Zuschauer erreichte man vielleicht, wenn der LANDARZT einen Spieler zu verarzten hätte, der vor dem Bildschirm einen epileptischen Anfall erlitten hat... aber das würde ja nur einem Gesetz führen, das Warnaufkleber vorschriebt: SPIELEN GEFÄHRDET IHRE GESUNDHEIT...

Ganz im Ernst: Gesellschaftliche Akzeptanz würde die Spielekonsole erst erlangen, wenn gerade die Altersgruppe der Rentner an dieses Gerät herangeführt würden.
Marktpotenzial: Europaweit mindestens 30 Mio mehr verkaufte Playstations oder X-BOXes... es brauchte nur ein Arzt öffentlich zu verkünden, daß Bildschirmspiele die Aufmerksamkeit erhöhen, die Reaktionsfähigkeit trainieren, die feinmotorische Koordinationsfähigkeit verbessern bzw. erhalten helfen!
Für die Softwareentwickler hieße das auch, daß es einen Markt für völlig neuartige Spiele gäbe (Gehwagen-Slalomrennen...)

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Senior-Gamer 19.10.2006, 19:24
9.

Das Bild vom verklemmten Teenie-Zocker trifft ja immer noch teilweise zu. Und da Medien sich mit Vorliebe auf Extreme stürzen - wird die breite Masse der "normalen" Gamer einfach ausgeblendet.

Geben wir dem Medium Videospiele noch ein paar Jahre Zeit um sich auch in anderen gesellschaftlichen Kreisen zu etablieren - denn wer sich einmal eingehend mit der Thematik beschäftigt hat, kann pauschale Vorurteile nicht unkommentiert lassen.

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